Bachelorarbeit, 2016
75 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
1.1 Problemstellung & Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Musik als Kommunikationsmedium
2.1 Musiksoziologische Einordnung
2.2 Musikverbreitung innerhalb einer Gesellschaft
2.3 Asymmetrische Kommunikation
2.4 Musiksoziologie und Hörverhalten
2.5 Adornos klassische Hörertypologie
2.6 Musikerleben innerhalb eines kulturellen Milieus
2.7 Musik-Kultur innerhalb verschiedener Gesellschaften
3. Pop-Musik und Kulturindustrie
3.1 Pop-Musik als Erweiterung der Musik
3.2 Einführung in die Kulturindustrie Adornos
3.3 Geschichte der Pop-Musik und die zweite Kulturindustrie
3.4 Subkulturen und ihre Vereinnahmung durch die Kulturindustrie
3.5 Die Subkultur des “Hipsters” - im 20. und 21. Jahrhundert
3.6 Pop-Musik und Gesellschaftskritik heute
3.7 Zwischenfazit
4. Deutscher HipHop und Gesellschaftskritik
4.1 Einführung in die Subkultur des HipHop
4.2 Geschichte und heutige Relevanz von Deutschem HipHop
4.3 HipHop aus kulturwissenschaftlicher Sicht
4.4 Sub-Genres im Vergleich: Gangsta-und Politrap
4.5 Zusammenfassender Vergleich
5. Empirische Untersuchung mittels Experteninterviews
5.1 Das leitfadengeführte Experteninterview als Erhebungsmethode
5.2 Bestimmung des Ausgangsmaterials
5.3 Strukturierung nach Mayring
6. Ergebnisse der Experteninterviews
6.1 Gesellschaftskritik im deutschen HipHop
6.1.1 “Gesellschaftskritische” Rapper
6.1.2 Gesellschaftskritische Relevanz von Deutschem HipHop
6.1.3 Gangsta-und Politrap
6.2 Hörverhalten der Rezipienten
6.2.1 Inhalt oder Hörgenuss?
6.2.2 Inhaltliche Grenzen
6.2.3 Gesellschaftskritischer Rap aus Rezipienten-Sicht
6.3 Kulturindustrie und Vereinnahmung im Deutschen HipHop
6.3.1 Glaubwürdigkeit gesellschaftskritischer Rapper
6.3.2 Gesellschaftskritische Rap-Gruppen in den Charts
6.3.3 Vereinnahmung von HipHop als Subkultur
6.3.4 Beispiele für Vereinnahmung der HipHop-Kultur
7. Fazit & Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die gesellschaftskritische Relevanz von Musik-Kultur, wobei der Fokus gezielt auf dem Genre „Deutscher HipHop“ liegt. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit HipHop als Medium zur Artikulation von Gesellschaftskritik fungiert, wie sich dieses Genre im Spannungsfeld zwischen kommerzieller Kulturindustrie und subkulturellem Anspruch positioniert und wie Rezipienten diese Inhalte wahrnehmen und verarbeiten.
3.4 Subkulturen und ihre Vereinnahmung durch die Kulturindustrie
Das was das Wesen einer Sub-bzw. Gegenkultur seit Punk ausmacht ist, “den Unterschied zwischen den eigenen politischen, sexuellen, gesellschaftlichen und ästhethischen Erfahrungen und deren Repräsentation in den Medien der Gesellschaft zu bemerken und sich von ihm ausgehend eigene repräsentationspolitische Gedanken zu machen.” Das hatte zur Folge, dass Punk zu einer sich geschlossene Welt mit klaren Einstellungs- und Verhaltensmustern wurde, die keine Identifikation mehr mit dem “Mainstream-Pop” sah. Durch das Gefühl, nicht mehr repräsentiert zu werden, wurde eine Gegenkultur gebildet. Das funktioniert solange bis zur sogenannten Vereinnahmung durch die Kulturindustrie. Eine bestimmte avantgardistische Gruppe betreibt die Aufwertung einer erst illegitimen, außenstehenden Kultur, bis diese offiziell anerkannt ist und sich die Investition in den Untergrund auszahlt. Die Hörgewohnheiten einer Gesellschaft können sich verändern. Aus Avantgarde wird Mainstream. Die Wertigkeit der Kunst der Musiker verändert sich auch. “Die Provokation und der Protest sind somit manierlich geworden und funktionieren nicht mehr.” Die ‘coolen Kids’ der Subkulturen liefern den Kulturkapitalisten die Ideen und Lebensstile, die sie dann komplett ‘ausmelken’, verwerten und kommerzialisieren, bis es wieder ‘uncool’ ist. Diese kommerzielle Vereinnahmung hat die Punk-Gruppe “Die Goldenen Zitronen” aus Hamburg in ihrem Song “Der Investor” thematisiert. Der Song ist aus der Sicht der Kulturkapitalisten (zum Beispiel Major-Labels) geschrieben. Diese widmen sich direkt an die avantgardistischen Künstler einer noch nicht vereinnahmten Subkultur und bieten ihnen an, deren kulturelles Kapital kommerziell zu verwerten. Das Lied ist kritisch gegenüber kommerziellen Vereinnahmung von Subkulturen zu verstehen.
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung der Musik als Kommunikationsmedium für Gesellschaftskritik und legt das Ziel sowie den methodischen Aufbau der Arbeit dar.
2. Musik als Kommunikationsmedium: Bettet Musik in einen musiksoziologischen Kontext ein, diskutiert die asymmetrische Kommunikation und beleuchtet Hörertypologien sowie das Musikerleben in kulturellen Milieus.
3. Pop-Musik und Kulturindustrie: Analysiert die Rolle der Pop-Musik als Teil der Kulturindustrie nach Adorno, untersucht die Geschichte von Subkulturen und deren zunehmende Kommerzialisierung.
4. Deutscher HipHop und Gesellschaftskritik: Konzentriert sich spezifisch auf die Subkultur des HipHop, dessen Geschichte und die Unterscheidung zwischen Gangsta- und Polit-Rap.
5. Empirische Untersuchung mittels Experteninterviews: Beschreibt die methodische Vorgehensweise (leitfadengeführte Interviews) und die Strukturierung der Ergebnisse nach Mayring.
6. Ergebnisse der Experteninterviews: Präsentiert und analysiert die Erkenntnisse aus den Interviews hinsichtlich Gesellschaftskritik, Hörverhalten und der Vereinnahmung durch die Kulturindustrie.
7. Fazit & Ausblick: Führt die theoretischen und empirischen Befunde zusammen und reflektiert das Potenzial des HipHop als Sprachrohr für gesellschaftliche Debatten.
Musiksoziologie, Pop-Kultur, Kulturindustrie, Deutscher HipHop, Gesellschaftskritik, Subkultur, Gangsta-Rap, Polit-Rap, Kommerzialisierung, Rezipienten, Authentizität, Experteninterviews, Medientheorie, Identität, Vereinnahmung.
Die Arbeit untersucht die gesellschaftskritische Relevanz von Pop-Kultur am spezifischen Beispiel des deutschen HipHop und beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen künstlerischem Ausdruck und kommerzieller Verwertung.
Die zentralen Felder sind die Rolle von Musik als Kommunikationsmedium, die Theorie der Kulturindustrie nach Adorno, die Ausprägungen des deutschen HipHop sowie die Wirkung dieser Musik auf die Rezipienten.
Ziel ist es zu ergründen, ob und in welcher Form deutscher HipHop eine gesellschaftskritische Bedeutung besitzt und wie diese bei den Hörern wahrgenommen wird.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer qualitativen empirischen Untersuchung, die auf fünf Experteninterviews mit Rappern und HipHop-Fans basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Musiksoziologie und Kulturindustrie sowie eine spezifische Analyse der deutschen HipHop-Szene, unterteilt in unterschiedliche Sub-Genres.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Gesellschaftskritik, Kulturindustrie, Authentizität, Gangsta-Rap, Polit-Rap und die Vereinnahmung von Subkulturen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gangsta-Rap durch die authentische Darstellung persönlicher Lebensrealitäten oft greifbarer und massentauglicher wirkt, während Polit-Rap explizitere ideologische Botschaften vermittelt, aber durch Sprachcodes teils exklusiver wirkt.
Die befragten Rapper und Fans sehen die Notwendigkeit kommerzieller Vermarktung im bestehenden Wirtschaftssystem, betonen jedoch die Wichtigkeit, trotz dieser Kompromisse die eigene Glaubwürdigkeit und den inhaltlichen Kern zu bewahren.
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