Masterarbeit, 2009
131 Seiten, Note: 1,4
Kurzfassung
Abstract
Danksagung
Einleitung
1. Soziologie der Zweierbeziehung
1.1 Partnerwahl heute
1.1.1 Wo lernt man sich kennen?
1.2 Entstehung von Zweierbeziehungen
1.2.1 Prozess des Kennenlernens
1.2.2 Strategien der Selbstdarstellung
1.2.3 Zusammenfassung
1.3 Alternative Formen der Partnerwahl
1.3.1 Das Heiratsinserat – Verschriftlichtes Kennenlernen
1.3.2 Ein eigenständiges Geschäftsmodell - Heiratsinstitute
1.4 Fazit
2. Der digitale Weg zum Partner – Online-Dating-Plattformen
2.1 Entstehung von Online-Dating-Plattformen
2.1.1 Vorläufer 1: Heiratsinserate und Kontaktanzeigen
2.1.2 Vorläufer 2: Partnervermittler
2.1.3 Vorläufer 3: Online-Communities
2.1.4 Fazit
2.2 Auswahl von Online-Dating-Plattformen
2.2.1 Grundlegender Funktionskatalog
2.2.2 Auswahl eines Portals – Gelegenheitsstruktur I
2.2.3 Registrierung und Personenbeschreibung
2.2.4 Der erste Eindruck – Online-Kontaktaufnahme
2.2.5 Suchen und Eingrenzen – Gelegenheitsstruktur II
2.2.6 Kontaktaufnahme in der ODP
2.2.7 Medienwechsel – Verabredung zu einem Telefonat oder einem Treffen
3. Ökonomie von ODPs und deren Weiterentwicklung
3.1 Der Online-Dating-Markt in Deutschland
3.2 Ökonomie einer ODP
3.2.1 Chancen durch gesellschaftliche Trends
3.2.2 Zahlungsbereitschaft der Konsumenten
3.2.3 Exklusivität durch das Ansprechen konkreter Zielgruppen
3.2.4 Einnahmequelle: Werbung
3.2.5 Chancen durch Diversifikation
3.2.6 Chancen durch technische Trends
3.3 Aktuelle und künftige Veränderungen des Marktes
4. Resümee – Erfolgsfaktoren von Online-Dating-Plattformen
4.1 T1: Evolutionäre Aspekte
4.2 T2: Funktionale Konzeption
4.3 T3: Ökonomische Progression
4.4 Fazit und Forschungsperspektive
Diese Master-Thesis untersucht die kritischen Erfolgsfaktoren für das Geschäftsmodell von Online-Dating-Plattformen (ODP). Das primäre Ziel ist es, die funktionale Konzeption und ökonomische Entwicklung dieser Portale zu analysieren, um herauszufinden, wie Betreiber sowohl Nutzerzufriedenheit als auch wirtschaftliche Profitabilität durch langfristige Bindungen sicherstellen können.
1.2.1 Prozess des Kennenlernens
Mag man die Partnerwahl oder das Kennenlernen mit dem Ziel einer romantischen Zweierbeziehung als irrational und emotional beschreiben, so gibt es in der Sozialpsychologie und der Soziologie Schnittmengen von Ansätzen, die das Kennenlernen theoretisch in Form einer Prozessbeschreibung fassen.
Auffallend ist hierbei die relativ große theoretische Schnittmenge der verschiedenen Überlegungen: Alle diskutierten Modelle konvergieren in einem Modell des rationalen Handelns. Aus diesem Grund ist es auch möglich, die [...] Theorie der Partnerwahl [...] zu skizzieren.
Auf der Basis einer Theorie der Partnerwahl lässt sich der beschriebene Prozess in die funktionale Konzeption von ODPs, der Features und die Beschreibung der Anwendungsfälle einbringen, um Parallelen zwischen realer und virtueller Welt als Quelle konzeptioneller Überlegungen und ein Analysewerkzeug für das Nutzerverhalten finden zu können. Albo unterteilt das Kennenlernen in fünf Phasen: Erzeugen von Aufmerksamkeit, nonverbale Kommunikation, verbale Kommunikation, körperlicher Kontakt und Intimität.
Fischer und Wiswede vergleichen den Kennenlern-Prozess mit einem „Selektionsprozess, den man sich trichterförmig vorstellen kann“ und verweisen auf das „process model of persuasion“ von McGuire, der den Prozess der Persuasion ganz ähnlich in vier Phasen beschreibt: „exposure, attention, comprehension, agreement“. Sinngemäß auf das Kennenlernen zweier Personen übertragen, wären dies die Phasen Präsentation, Erzeugen von Aufmerksamkeit, Kognition/Emotion, Akzeptanz und Sympathie.
Die Phase der Kognition/Emotion in Fischer und Wiswede beinhaltet die nonverbale und verbale Kommunikation zwischen den potenziellen Partnern. Dem Kennenlern-Prozess vorangestellt ist die Auswahl der Gelegenheitsstruktur, also des geeigneten Ortes.
Folgende Phasen ergeben sich somit für den Kennenlernen-Prozess:
1) Auswahl der Gelegenheitsstruktur
2) Auswahl des potenziellen Partners
3) Nonverbaler Kontakt und das Erzeugen von Aufmerksamkeit
4) Persönliches Kennenlernen
Abschließend wird über Sympathie oder Antipathie des Gegenübers, als Basis für ein weiteres Kennenlernen bzw. künftigen regelmäßigen Kontakt, entschieden.
1. Soziologie der Zweierbeziehung: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen Grundlagen der Partnerwahl und analysiert den Kennenlernprozess sowie klassische Alternativen wie Heiratsinstitute.
2. Der digitale Weg zum Partner – Online-Dating-Plattformen: Hier wird die Evolution von Online-Dating-Plattformen analysiert, inklusive der verschiedenen Phasen des digitalen Kennenlernens und der funktionalen Gestaltung der Portale.
3. Ökonomie von ODPs und deren Weiterentwicklung: Das Kapitel betrachtet die wirtschaftlichen Aspekte von Online-Dating-Plattformen, analysiert den Markt in Deutschland und bewertet zukünftige Trends und Wachstumsstrategien.
4. Resümee – Erfolgsfaktoren von Online-Dating-Plattformen: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bewertet die zentralen Erfolgsfaktoren aus evolutionärer, funktionaler und ökonomischer Perspektive.
Online-Dating, Partnerwahl, ODP, Gelegenheitsstruktur, Geschäftsmodell, digitale Ökonomie, Nutzerverhalten, Selbstdarstellung, Kennenlernprozess, Netzwerkeffekt, Lock-in-Effekt, Partnervermittlung, digitale Kommunikation, Kontaktanzeigen, Monetarisierung.
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die zum wirtschaftlichen Erfolg von Online-Dating-Plattformen beitragen, unter Berücksichtigung soziologischer und ökonomischer Aspekte.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Dating-Formaten, der funktionalen Gestaltung der Benutzeroberflächen und den ökonomischen Mechanismen hinter den Plattformen.
Die Arbeit analysiert, wie sich Kennenlernprozesse in die digitale Welt adaptieren lassen und welche Faktoren Nutzer dazu bewegen, eine Online-Dating-Plattform langfristig zu nutzen und für diese zu bezahlen.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse theoretischer und empirischer Vorarbeiten sowie auf eine detaillierte Untersuchung der Funktionalitäten aktueller Online-Dating-Plattformen.
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologischen Grundlagen des Kennenlernens, die Analyse der digitalen Umsetzung dieser Prozesse und eine tiefgehende ökonomische Bewertung des Marktes und der Monetarisierungsmöglichkeiten.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Online-Dating, Gelegenheitsstruktur, digitale Ökonomie, Nutzerbindung und Netzwerkeffekte.
Die Gelegenheitsstruktur ist entscheidend, da sie den digitalen Raum definiert, in dem sich potenzielle Partner überhaupt erst begegnen können, was eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der Plattform darstellt.
Lock-in-Effekte binden Nutzer langfristig an eine Plattform, indem der Wechsel zu einem anderen Anbieter mit dem Verlust aufgebauter Kontakte und investierter persönlicher Daten verbunden ist.
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