Bachelorarbeit, 2016
45 Seiten, Note: 1,5
Teil I: REDD+ − Der Mechanismus im Überblick
1. Einleitung
2. Was ist REDD+?
3. Kritik an REDD+
Teil II: REDD+ aus ökonomischer Perspektive
4. Die Ökonomik hinter REDD+
4.1. Knappheit – Das ökonomische Grundproblem
4.2. Öffentliche Güter und die „Tragik der Allmende“
4.3. Externe Effekte
4.4. Pigou-Steuer
4.5. Die Verhandlungslösung nach Coase
4.6. Beitrag der Spieltheorie
5. Grenzen staatlicher Umweltpolitik und deren ökonomischer Analyse
6. REDD+ als Verhandlungslösung zur Internalisierung externer Effekte
Teil III: Betrachtung ausgewählter Projekte in Kambodscha und Indonesien
7. REDD+ in Kambodscha
7.1. Verursacher der Entwaldung in Kambodscha
7.2. Das Oddar Meanchey Community Forestry Projekt
7.3. Probleme bei der Umsetzung in Kambodscha
8. REDD in Indonesien
8.1. Triebkräfte der Entwaldung
8.2. Kalimantan Forests and Climate Partnership
8.3. Projektspezifische Probleme und Konflikte
9. Fazit
Die Arbeit untersucht den REDD+-Mechanismus der internationalen Umweltpolitik aus einer ökonomischen Perspektive, mit dem Ziel zu analysieren, wie Anreizstrukturen für den Waldschutz effektiv gestaltet werden können. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob und wie der Mechanismus die Entwaldung in den Fallbeispiel-Ländern Kambodscha und Indonesien beeinflussen kann.
4.2. Öffentliche Güter und die „Tragik der Allmende“
In der Ökonomie werden verschiedene Arten von Gütern unterschieden. Zunächst erfolgt eine Einteilung in knappe und nicht-knappe Güter. So gibt es die freien Güter wie Luft oder Sonnenlicht. Diese unterliegen nicht der Knappheit und da ihre Bereitstellung nichts kostet, werden sie auch nicht gehandelt (OBERENDER und RUDOLF 2005: 321). Bei den knappen Gütern wird anhand der Kriterien „Exklusivität“ und „Rivalität“ eine weitere Unterteilung vorgenommen. Zum einen gibt es die reinen öffentlichen Güter, die durch Nicht-Rivalität im Konsum und Nicht-Ausschließbarkeit gekennzeichnet sind. Im Gegensatz zu privaten Gütern, die von Rivalität im Konsum gekennzeichnet sind, können öffentliche Güter von jedermann gleichermaßen genutzt werden, ohne dass der Nutzwert sinken würde. Allerdings ist ihre Bereitstellung nicht kostenlos. Straßenbeleuchtung ist ein solches Gut, da alle Passanten den gleichen Nutzen daraus ziehen können. Ferner ist es nicht möglich einzelnen Konsumenten die Nutzung zu verwehren. Die Straßenlaterne leuchtet entweder für alle Vorbeigehenden oder für keinen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es keinen Markt für öffentliche Güter gibt. Denn zweifellos ist niemand bereit, für ein Gut zu bezahlen, wenn er es auch kostenlos nutzen kann. Es gibt zwar Interessenten für öffentliche Güter, aber diese sind nicht bereit einen Marktpreis zu zahlen, zu dem Produzenten willens sind das Gut herzustellen. In der mikroökonomischen Theorie wird ein Marktpreis aus der Regel „Grenzkosten gleich Preis“ abgeleitet. Im Fall der öffentlichen Güter sind die Grenzkosten für die Konsumenten jedoch gleich null (OBERENDER und RUDOLF 2005: 323). Für die Konsumenten ist es also individuell rational, öffentliche Güter als sog. Trittbrettfahrer zu nutzen, ohne dafür zu bezahlen. Daher werden diese Güter in der Regel vom Staat zur Verfügung gestellt und über Steuern und andere Abgaben werden alle realen und potentiellen Konsumenten an der Finanzierung beteiligt.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Konzept von REDD+ vor und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Mechanismus aus einer ökonomischen Perspektive zu beleuchten.
2. Was ist REDD+?: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung und Zielsetzung von REDD+ als Instrument zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durch Walderhaltung.
3. Kritik an REDD+: Hier werden die wesentlichen Kritikpunkte am REDD+-Mechanismus, wie mangelnde Definitionen und Unsicherheiten bei der Finanzierung, dargelegt.
4. Die Ökonomik hinter REDD+: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis, indem es die Umweltökonomie und Modelle wie die Spieltheorie auf den Waldschutz anwendet.
5. Grenzen staatlicher Umweltpolitik und deren ökonomischer Analyse: Hier werden die Herausforderungen staatlichen Handelns im Kontext globaler öffentlicher Güter diskutiert.
6. REDD+ als Verhandlungslösung zur Internalisierung externer Effekte: Dieses Kapitel betrachtet REDD+ als ökonomische Lösung zur Beseitigung von Marktversagen bei der Waldnutzung.
7. REDD+ in Kambodscha: Eine detaillierte Analyse der praktischen REDD+-Umsetzung, der Verursacher von Entwaldung und spezifischer Projekte in Kambodscha.
8. REDD in Indonesien: Dieses Kapitel untersucht die Entwaldungsproblematik in Indonesien, insbesondere durch Palmöl, und die Erfahrungen mit Projekten wie dem KFCP.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial von REDD+ unter Berücksichtigung der politischen und sozialen Rahmenbedingungen.
REDD+, Umweltökonomie, Entwaldung, Klimaschutz, externe Effekte, öffentliche Güter, Gefangenendilemma, Kambodscha, Indonesien, Landrechte, Korruption, Coase-Theorem, Walderhaltung, Treibhausgasemissionen, Nachhaltigkeit
Die Arbeit analysiert den umweltpolitischen Mechanismus REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) aus einer ökonomischen Perspektive und betrachtet dessen praktische Anwendung in Entwicklungsländern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Umweltökonomie, der ökonomischen Analyse von Anreizstrukturen beim Waldschutz sowie der empirischen Untersuchung von Umsetzungsproblemen in Kambodscha und Indonesien.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob und wie der REDD+-Mechanismus Anreizstrukturen verändern kann, um die Entwaldung zu reduzieren und ob dies sozial und wirtschaftlich verträglich geschieht.
Die Arbeit nutzt einen theoretischen umweltökonomischen Ansatz (u.a. Spieltheorie, Coase-Theorem) und führt eine qualitative Fallstudienanalyse für Kambodscha und Indonesien durch.
Der Hauptteil befasst sich theoretisch mit Marktversagen, externen Effekten und öffentlichen Gütern, sowie praktisch mit den Treibern der Entwaldung, Korruption und Landrechten in den untersuchten Ländern.
Die wichtigsten Schlagworte sind REDD+, Umweltökonomie, Entwaldung, Klimaschutz, Anreizsysteme, Landrechte und soziale Gerechtigkeit.
Korruption untergräbt die Wirksamkeit von REDD+-Programmen, da finanzielle Anreize für Waldschutz oft nicht ihr Ziel erreichen und stattdessen illegale Abholzungen durch politische oder wirtschaftliche Akteure begünstigt werden.
Die Autorin kritisiert, dass lokale und indigene Gemeinschaften in REDD+-Projekten oft marginalisiert werden, obwohl ihre Einbindung und die Sicherung ihrer Landrechte entscheidend für einen nachhaltigen Waldschutz wären.
Die Definition von „carbon rights“ ist zentral, da sie bestimmt, wer Anspruch auf die Vergütung für den fixierten Kohlenstoff hat; in Kambodscha und Indonesien führt die staatliche Kontrolle über diese Rechte oft zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung.
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