Masterarbeit, 2016
68 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Das Labyrinth
1.1 Der Mythos und die Geschichte
1.2 Perspektiven
1.3 Visuelle Strukturtypen
1.4 Deutungsmöglichkeiten des Labyrinths
2. Die Inszenierung des Labyrinths bei Dürrenmatt
2.1 Die Stadt
2.2 Die Physiker
2.3 Minotaurus
2.4 Labyrinth. Stoffe I-III
2.4.1 Der Winterkrieg in Tibet
2.4.2 Mondfinsternis
3. Das Labyrinthische bei Dürrenmatt
3.1 Gefangener oder Wärter?
3.2 Erkenntnis beim Wandern durch das Labyrinth
3.3 Labyrinthische Textgenese der Stoffe
4. Erschriebene Labyrinthe Dürrenmatts
Schluss
Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Labyrinth-Motivs im Werk von Friedrich Dürrenmatt, indem sie dessen historische Wurzeln, die theoretischen Ausformungen sowie die literarische Umsetzung in ausgewählten Werken analysiert. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern das Labyrinth als fundamentales Leitmotiv Dürrenmatts fungiert, das seine Weltsicht, sein Selbstverständnis als Autor sowie seine spezifischen Erzählprozesse maßgeblich strukturiert.
1. Das Labyrinth
Wie bereits in der Einleitung angedeutet, kann man das Labyrinth – und vor allem die Vorstellung dessen – auf vielerlei Weise gestalten und auch deuten, wodurch es unmöglich erscheint, sich auf eine allgemeingültige Definition in vollem Deutungsumfang festzulegen.
Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache schlägt jedoch zur etymologischen Begriffsdefinition folgendes vor:
Labyrinth n. ‘Irrgarten, Durcheinander’, im 16. Jh. aus lat. labyrinthus, griech. labýrinthos (λαβύρινθος) entlehnt. Nach der Sage ursprünglich Bezeichnung eines für den kretischen König Minos von Knossos erbauten, mit verschlungenen Gängen versehenen Gebäudes, in dem der König den Minotauros gefangenhielt. Die Bildung mit -inthos (-ινθος) weist auf ein vorgriech. Wort, das mit dem aus dem Lydischen stammenden lábrys (λάβρυς) ‘zweischneidige Axt, Beil’ (hier aufzufassen als Königsinsignie) in Verbindung gebracht und daher als ‘Haus der Doppelaxt’ gedeutet wird. Im Frühnhd. begegnet Labyrinth zunächst mit Bezug auf die kretische Sage, dann unter Einfluß der französischen Gartenbaukunst im Sinne von ‘unübersichtlich angelegter Garten, Irrgarten’ und wird zur Kennzeichnung verworrener Verhältnisse und undurchsichtiger Sachverhalte verwendet, so vor allem in genitivischen Verbindungen wie Labyrinth des Lebens, der Welt .9
Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und moderne Bedeutung des Labyrinth-Begriffs ein und verortet das Motiv im Schaffen Friedrich Dürrenmatts.
1. Das Labyrinth: Dieses Kapitel liefert eine historische und theoretische Basis, indem es den Mythos, verschiedene Perspektiven und visuelle Strukturtypen des Labyrinths erläutert.
2. Die Inszenierung des Labyrinths bei Dürrenmatt: Hier erfolgt eine Analyse der Labyrinth-Umsetzung in ausgewählten Dürrenmatt-Werken, von "Die Stadt" bis zu den "Stoffen".
3. Das Labyrinthische bei Dürrenmatt: Das Kapitel vertieft die philosophische Dimension, insbesondere die Frage nach Gefangenschaft, Erkenntnisgewinn und der labyrinthischen Textgenese.
4. Erschriebene Labyrinthe Dürrenmatts: Dieses Kapitel resümiert die Obsession Dürrenmatts mit dem Labyrinth und stellt fest, dass sein gesamtes Schaffen ein Abbild dieser labyrinthischen Weltsicht ist.
Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass das Labyrinth als Urmotiv die gesamte Bandbreite von Dürrenmatts schriftstellerischem Werk durchzieht.
Labyrinth, Friedrich Dürrenmatt, Minotaurus, Mythos, Stoffe, Weltgleichnis, Erkenntnistheorie, Spiegel, Existenzialismus, Textgenese, Erzählstruktur, Gefangenschaft, Identität, Intertextualität, Metapher.
Die Arbeit befasst sich mit dem Labyrinth als zentralem Motiv und Leitgedanken im literarischen sowie autobiographischen Schaffen von Friedrich Dürrenmatt.
Die zentralen Themen sind das Labyrinth als Weltbild, die Auseinandersetzung mit dem Mythos, die Problematik von Erkenntnis und Wirklichkeit sowie der Schreibprozess als ein labyrinthisches Unterfangen.
Das Ziel ist es, Dürrenmatts Labyrinth-Konzept ganzheitlich zu erschließen und zu zeigen, wie er das Motiv nutzt, um existenzielle Fragen und seine eigene schriftstellerische Identität zu verhandeln.
Die Arbeit folgt einer hermeneutischen Vorgehensweise, bei der exemplarische Werke Dürrenmatts chronologisch auf Struktur und Funktion des Labyrinths hin untersucht werden.
Der Hauptteil analysiert spezifische Texte wie "Die Stadt", "Die Physiker", "Minotaurus" und die "Stoffe" im Hinblick auf ihre labyrinthische Inszenierung und deren philosophische Bedeutung.
Neben dem zentralen Begriff "Labyrinth" sind "Dürrenmatt", "Mythos", "Stoffe", "Weltgleichnis" und "Erkenntnistheorie" entscheidend.
Der Minotaurus dient Dürrenmatt als Projektionsfigur für den Menschen, der im Weltlabyrinth gefangen ist, und verdeutlicht die existenzielle Isolation sowie die Suche nach Identität.
Dürrenmatt sieht im Höhlengleichnis eine Parallele zu seinem Labyrinth-Bild; beide Konzepte unterstreichen die Unmöglichkeit, die Welt vollständig zu durchschauen, und die Gefahr, in eigenen Konstruktionen gefangen zu sein.
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