Magisterarbeit, 2005
134 Seiten, Note: 1,3
1 Zäsur: Postmoderne Produktion
1.1 Wandel der Arbeit und ihrer Prozesse
1.2 Immaterielle Arbeit
1.3 Affektive Arbeit
1.4 Hegemonie der immateriellen Arbeit
1.5 general intellect und Postoperaismus
2 Krieg
2.1 Biomacht und Sicherheit
2.2 Aufstandsbekämpfung und die Geburt des neuen Krieges
2.3 Widerstand
2.4 Netzwerkkämpfe erfinden
2.5 Von der Biomacht zur biopolitischen Produktion
3 Das Multitude- Konzept
3.1 Einheit und Vielheit
3.2 Gefährliche Klassen
3.3 Zur Methode von Marx
3.3.1 Historische Tendenz
3.3.2 Realabstraktion
3.3.3 Antagonismus
3.3.4 Konstitution von Subjektivität
3.4 Die Macht des Fleisches
3.5 Ein Abstecher nach Davos
3.6 Big Government is back
3.7 Spuren der Multitude und die Ungeheuerlichkeit des Fleisches
3.8 Die Produktion des Gemeinsamen
3.9 Jenseits von privat und öffentlich
3.10 Karneval und Bewegung
3.11 Mobilisierung des Gemeinsamen
3.12 Die Multitude und die Linke
4 Demokratie
4.1 Globale öffentliche Meinung
4.2 Globale Forderungen und Beschwerden
4.2.1 Beschwerden im Hinblick auf Rechte und Gerechtigkeit
4.2.2 Ökonomische Beschwerden
4.2.3 Biopolitische Beschwerden
4.2.4 Konvergenz in Seattle
4.2.5 Globale Reformexperimente
4.2.6 Reformen der Repräsentation
4.2.7 Reformen bei Rechten und Gerechtigkeit
4.2.8 Ökonomische Reformen
4.2.9 Biopolitische Reformen
4.3 Zurück ins 18. Jahrhundert!
4.4 Geopolitik und neue Allianzen
4.5 Die Demokratie der Multitude
4.6 Die natürliche Begabung der Multitude
4.7 Möge die Macht mit Euch sein
1 general intellect
1.1 Immaterielle Arbeit und biopolitische Produktion: Ende des Kapitalverhältnisses?
1.2 Auflösung des Gesamtarbeiters und wieder die Frage nach dem Kapitalverhältnis
1.3 Informatisierung durch neue Informations- und Kommunikationstechniken
1.4 Auswirkungen
1.5 Mehrwertgenerierung
2 Multitude
2.1 Ein Klassenkonzept?
2.2 Spaltung und Konkurrenz oder Autonomie?
2.3 Absolute Demokratie
2.4 Postmodernes Kommando und Elitenbildung
2.5 Singularitäten und das Gemeinsame: Dämonen und Ungeheuer?
2.6 Organisation: Swarm Intelligence
3 Stimmen aus der Bewegung
3.1 Attac
3.2 Konferenz La Villette
4 Vernichtende Rezensionen: Eine polemische Zitatsammlung
1 Einschätzung der Potenziale und Grenzen des Multitude- Konzepts
1.1 Grenzen
1.2 Potenziale
Die Arbeit analysiert das Konzept der "Multitude" von Michael Hardt und Antonio Negri, um deren theoretische Konstruktion sowie die damit verbundenen Potenziale und Grenzen in einer globalisierten Weltordnung zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein neues gesellschaftliches Subjekt jenseits klassischer Klassenbegriffe Widerstand gegen das imperiale System leisten und eine Form absoluter Demokratie konstituieren kann.
1 Zäsur: Postmoderne Produktion
Wenn man Hardt und Negri Glauben schenken darf, sind wir an einem Punkt der kapitalistischen Produktion angekommen, der einen Paradigmenwechsel verlangt. Das Zeitalter der Postmoderne symbolisiert diese Zäsur. Zeugnis dessen ist für die Autoren in erster Linie die Verschiebung der Produktion vom Industriesektor zum Dienstleistungsbereich. Die Dominanz des tertiären Sektors drücke sich nicht nur quantitativ, also in Beschäftigungszahlen aus, sondern durch eine Vielzahl von qualitativen Veränderungen, die sich über das gesamte Spektrum der Produktion ausdehnten.
Bereits der Übergang zur Modernisierung und Industrialisierung habe Veränderungen hervorgebracht, die laut Hardt und Negri eine Neudefinition der Gesellschaft als Fabrik verlangten. Der Prozess der Modernisierung und Ausbreitung der industriellen Produktion habe sein Ende erreicht, denn die Dominanz der industriellen Produktion könne kaum mehr ausgeweitet werden. Die Postmodernisierung oder Informatisierung bringe einen qualitativen Wandel der Beschäftigung mit sich. Arbeit sei nun an ein hohes Maß von Mobilität und Flexibilität gebunden, Bildung, Kommunikation, Information und Affekt hätten eine zentrale Bedeutung. Die Autoren verkünden dabei nicht die Abschaffung der industriellen Produktion, sondern die Rede ist vielmehr von einer Transformation und Steigerung der Produktivität, bei der produktive Ströme und Netzwerke hervorgehoben werden.
1 Zäsur: Postmoderne Produktion: Beschreibt den Paradigmenwechsel vom Industriesektor hin zur immateriellen Arbeit und Informatisierung als neues Merkmal kapitalistischer Produktion.
2 Krieg: Analysiert den permanenten globalen Kriegszustand und die Rolle der Biomacht bei der Schaffung neuer globaler Hierarchien und Sicherheitsregime.
3 Das Multitude- Konzept: Erarbeitet das Konzept der Multitude als neues gesellschaftliches Subjekt, das sich durch Vielheit und die Produktion des Gemeinsamen auszeichnet.
4 Demokratie: Diskutiert die Notwendigkeit einer "absoluten Demokratie" und die Rolle der Multitude bei der Gestaltung einer neuen globalen Weltordnung jenseits von Repräsentation.
Multitude, Empire, Immaterielle Arbeit, Biopolitik, Biomacht, general intellect, Postoperaismus, Gemeinsames, Absolute Demokratie, Globalisierung, Kapitalverhältnis, Widerstand, Singularität, Subjektivität, Transformation.
Die Arbeit befasst sich mit der Dekonstruktion und Rekonstruktion kritischer Gesellschaftstheorie unter besonderer Berücksichtigung des Multitude-Konzepts von Hardt und Negri.
Die Themen umfassen den Wandel der Arbeit, die Analyse globaler Machtstrukturen ("Empire"), die Rolle von Krieg und Biomacht sowie die Möglichkeiten einer radikalen Demokratisierung.
Das Ziel ist es, die Potenziale und Grenzen des Multitude-Begriffs kritisch auszuloten und zu prüfen, inwieweit er als Grundlage für emanzipatorische Politik dienen kann.
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, wobei sie sich auf eine intensive Textrezeption der Werke von Hardt und Negri sowie auf eine Auseinandersetzung mit deren marxistischer Kritik stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Konstruktion des Multitude-Konzepts, die Analyse der Rezeptionsgeschichte durch verschiedene Kritiker sowie die Bewertung der Potenziale und Grenzen dieses theoretischen Ansatzes.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die "immaterielle Arbeit", der "general intellect", das "Gemeinsame", "Biomacht" und die "Multitude" als revolutionäres, aber umstrittenes Subjekt.
Hardt und Negri sehen eine Tendenz, in der das Kapitalverhältnis aufgrund der Hegemonie immaterieller Arbeit und der Selbstverwertung des "Gemeinsamen" an Bedeutung verliert bzw. sich transformiert.
Die Arbeit räumt der marxistischen Kritik breiten Raum ein, da sie die Stabilität des theoretischen Fundaments von Hardt und Negri in Frage stellt, insbesondere in Bezug auf die Kategorie des "Kapitalverhältnisses".
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