Magisterarbeit, 2015
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die existierenden Ansätze zum Thema Pluralbildung und sprachliche Daten
2.1. Das Pluralsystem des Deutschen und die traditionellen Pluralregeln
2.1.1. Der Reichtum der deutschen Pluralformen
2.1.2. Die Behandlung der deutschen Pluralbildung in der Dudengrammatik
2.1.2.1. Faktor Genus bei der Formulierung der Grundregeln im Duden
2.1.2.2. Faktor Wortauslaut und die Zusatzregeln nach Duden
2.1.2.3. Lexikalische Spezifikationen und ihre Behandlung im Duden
2.2. Die Daten des Russischen und verschiedene Ansätze zu ihrer Beschreibung
2.2.1. Die Vielfalt der Pluralbildungsmuster im Russischen
2.2.2. Die Pluralbildungsregeln des Russischen
2.2.2.1. Die deklinationsklassenbasierte Behandlung russischer Plurale in den Referenzgrammatiken
2.2.2.2. Die Pluralbildungsregeln in den genusgesteuerten Ansätzen
2.2.2.3. Die Rolle des Wortauslautes bei der Formulierung der Pluralregeln
2.2.2.4. Behandlung der nur teilweise regulären Fälle und die Ausnahmen
3. Pluralregeln in ihrem Zusammenspiel
3.1. Korrelation zwischen dem Genus und dem Wortauslaut und Möglichkeiten ihrer Auswirkung auf die Pluralbildung im Deutschen und Russischen
3.2. Mögliche Varianten der Regelinteraktion
3.3. Das Spezifizitätsprinzip als Mechanismus der Regelhierarchisierung
3.3.1. Definition des Spezifizitätsprinzips und seine Vorteile
3.3.2. Was ist spezifischer, das Genus oder der Wortauslaut?
3.3.3. Wortauslaut als Elsewhere-Condition für die genusgesteuerte Pluralbildung im Deutschen
3.3.4. Wortauslaut als Elsewhere-Condition für die genusgesteuerte Pluralbildung im Russischen
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit unternimmt eine komparative Analyse der Pluralsysteme des Deutschen und des Russischen, mit dem Ziel zu untersuchen, welche Faktoren die Wahl der Pluralformen bestimmen und nach welchen Prinzipien die beteiligten Pluralbildungsregeln hierarchisiert werden.
1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Pluralsystemen des Deutschen und des Russischen und stellt eine Art komparative Analyse dar. Die beiden Sprachen verfügen über mehrere Pluralbildungsmuster, sodass die Frage entsteht, welche Faktoren dafür zuständig sind, dass in jedem konkreten Fall eine bestimmte Form gebildet wird, welche Pluralregeln sich aufstellen lassen, welche Gültigkeit sie haben und wie sie mit einander interagieren. Es wird auch untersucht, ob die Pluralbildungsregeln im Deutschen und Russischen nach denselben Kriterien formuliert und angewendet werden, und, wenn nicht, wo die Unterschiede liegen.
Zentral für die vorliegende Untersuchung ist die These von Wegener, dass „sich die Pluralform aus Merkmalen des Singularstamms ableiten lassen muss“ und dass „die Flexions und/oder Genusklassenzugehörigkeit dafür eine Rolle spielt.“ Da sowohl das Deutsche als auch das Russische drei Genera kennt, scheint es möglich zu sein, die Abhängigkeit der Pluralformen vom Genus in den beiden Sprachen zu überprüfen und mit einander zu vergleichen. Darum bilden die Genusregeln und ihre Anwendung den ersten Schwerpunkt dieser Arbeit.
Allerdings fällt die Anzahl der Genera weder im Deutschen noch im Russischen mit der Anzahl der Pluralmorpheme zusammen, sodass auch weitere Faktoren berücksichtigt werden müssen. Das zweite von Wegener genannte Merkmal, das für die Pluralbildung relevant sein kann, ist die Flexionsklasse. Im Russischen ist die Flexionsklassenzugehörigkeit an den Auslaut des jeweiligen Substantivs gebunden und korreliert mehr oder weniger zuverlässig mit der Eigenschaft Genus. Insofern ist es logisch zu vermuten, dass der Wortauslaut als ein zweites wichtiges Kriterium neben dem Genus für die Bildung der Pluralformen von Bedeutung ist. Deswegen bilden die Wortauslautregeln in den beiden Sprachen einen weiteren Schwerpunkt.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert die zentrale Forschungsfrage zur komparativen Analyse der Pluralsysteme und benennt die Schwerpunkte Genus und Wortauslaut.
2. Die existierenden Ansätze zum Thema Pluralbildung und sprachliche Daten: Hier werden die Pluralbildungsmuster beider Sprachen sowie die bestehenden deskriptiven Ansätze in verschiedenen Grammatiken, insbesondere dem Duden für das Deutsche und traditionellen russischen Referenzgrammatiken, detailliert vorgestellt.
3. Pluralregeln in ihrem Zusammenspiel: In diesem Hauptteil wird analysiert, wie Genus- und Wortauslautregeln miteinander interagieren, in Konflikt geraten und durch das Spezifizitätsprinzip hierarchisch geordnet werden.
4. Zusammenfassung: Das letzte Kapitel resümiert die wichtigsten Ergebnisse der komparativen Untersuchung und bestätigt die Anwendbarkeit des Spezifizitätsprinzips auf beide Sprachen.
Pluralbildung, Genus, Wortauslaut, Spezifizitätsprinzip, Elsewhere Condition, Flexionsklasse, deutsche Sprache, russische Sprache, Pluralmorphem, Regelhierarchisierung, Substantivflexion, Stammflexion, komparative Analyse, Sprachvergleich, Grammatiktheorie.
Die Arbeit behandelt eine vergleichende morphologische Untersuchung der Pluralsysteme des Deutschen und des Russischen unter besonderer Berücksichtigung der Faktoren Genus und Wortauslaut.
Zentrale Felder sind die Analyse der Pluralbildung, die Untersuchung der Interaktion und Hierarchisierung von Pluralregeln sowie die Anwendung linguistischer Prinzipien zur Konfliktlösung bei konkurrierenden Regeln.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, welche Faktoren für die Wahl der Pluralformen entscheidend sind und ob sich die Pluralregeln beider Sprachen mittels des Spezifizitätsprinzips (Elsewhere Condition) einheitlich hierarchisieren lassen.
Es wird eine komparative linguistische Analyse angewandt, die auf der Auswertung bestehender Grammatiken und morphologischer Daten basiert, um Regelkonflikte durch das Spezifizitätsprinzip zu erklären.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Interaktion von Genus- und Wortauslautregeln, die Identifizierung von Regelwidersprüchen und die Demonstration der Regelhierarchie durch das Spezifizitätsprinzip in beiden Sprachen.
Wichtige Begriffe sind Pluralbildung, Genus, Wortauslaut, Spezifizitätsprinzip, Elsewhere Condition, Pluralmorphem und Regelhierarchisierung.
Obwohl das Genus im Russischen vor allem im Nominativ Plural relevant ist, dient es als grundlegendes Merkmal, um die Anwendung allgemeiner Pluralregeln zu strukturieren, bevor spezifischere Wortauslautregeln greifen.
Während im Deutschen der Wortauslaut oft zur Regelverfeinerung dient (z.B. bei Pseudosuffixen), tritt er im Russischen besonders bei der Genitivbildung in den Vordergrund, da dort die Genusunterschiede im Plural stark abgeschwächt sind.
Ja, die Arbeit zeigt, dass das Spezifizitätsprinzip (regeln mit mehr Merkmalen applizieren vor allgemeineren Regeln) sowohl für das Deutsche als auch für das Russische ein mächtiges Werkzeug zur automatischen Regelhierarchisierung ist.
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