Bachelorarbeit, 2015
65 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Theorie und Hypothesen
2.1 Theory of Happiness
2.2 Sexualität als Konstruktion
2.3 Rational Choice-Theorie
3 Forschungsstand
3.1 Money, Sex and Happiness (Blanchflower & Oswald 2004)
3.2 Sex and the Pursuit of Happiness (Wadsworth 2014)
4 Methoden
4.1 Daten
4.2 Variablen
4.2.1 Abhängige Variablen
4.2.2 Unabhängige Variablen
4.2.3 Drittvariablen
5 Analyseverfahren
5.1 Deskriptive Datenanalyse
5.2 Regressionsanalyse
5.2.1 Theoretischer Hintergrund
5.2.2 Regressionsanalyse der Daten
5.2.3 Regressionsanalyse nach Geschlecht
5.3 Diagnostik
6 Ergebnisse
7 Diskussion und Fazit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Determinanten sexueller Zufriedenheit mithilfe von Paneldaten kausal zu untersuchen und dabei theoretisch fundierte Hypothesen empirisch zu überprüfen. Die Forschungsfrage fokussiert auf den Zusammenhang zwischen individuellen sexuellen Verhaltensweisen, deren sozialer Einbettung und dem resultierenden subjektiven Wohlbefinden.
2.2 Sexualität als Konstruktion
Viele Wissenschaften interessieren sich für das Sexuelle. Die Biologie erforscht die Vorgänge auf der molekularen Ebene und die Kopulation zwischen Menschen wird als Neukombination von genetischem Erbgut angesehen. Die Medizin nutzt die Kenntnisse, die aus der Biologie hervorgehen, um Krankheiten sowie unerwünschte biologische Prozesse aufzuhalten oder zu heilen, wie zum Beispiel Chlamydien-Infektionen oder Erektionsstörung. Die Psychologie beschäftigt sich mit dem Willen und dem Geist der Menschen, also wie sie das Sexuelle erleben und verarbeiten; der Umgang mit dem Sexualtrieb fällt ebenfalls unter den Kompetenzbereich der Psychologie. Welche Rolle kann also die Soziologie bei der Untersuchung der Sexualität einnehmen?
Die Soziologie trägt dazu bei, Sexualität im entsprechenden gesellschaftlichen Rahmen einzuordnen, denn Sexualität wird als eine soziale Konstruktion betrachtet (vgl. Lautmann 2002: 9). Kenneth Plummer bringt den Kerngedanken auf den Punkt: „nothing is sexual but naming makes it so. Sexuality is a social construction learnt in interaction with others“ (1975: 30). Seitdem beschäftigen sich viele Soziologen mit der Analyse dieser gesellschaftlich konstruierten Praxis. Luhmann (1994) beschreibt, wie Liebe und Sexualität im Laufe der letzten Jahrhunderte sich zu einem eigenständigen Kommunikationsmedium, zu einem Code entwickelt haben. Sowohl Sprache als auch sexuell basierte Handlungen verändern sich zusammen mit den gesellschaftlichen Umständen, in denen sie sich befinden. Die historische Auseinandersetzung der Sphären ‚Liebe‘ und ‚Freundschaft‘ um die Codierung von Intimität wurde durch die – vor allem semantische – Aufwertung von Sexualität zugunsten der Liebe
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Sexualität als soziologisches Untersuchungsobjekt ein und stellt die Relevanz der Zufriedenheitsforschung in diesem Bereich dar.
2 Theorie und Hypothesen: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen (Happiness-Theorie, Sozialkonstruktivismus, Rational Choice) dargelegt, aus denen drei zentrale Hypothesen zur sexuellen Zufriedenheit abgeleitet werden.
3 Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Studien und deren methodische Ansätze, wobei besonders der Einfluss von Häufigkeit und sozialen Vergleichsprozessen auf die sexuelle Zufriedenheit beleuchtet wird.
4 Methoden: Es werden die Datenbasis (PAIRFAM-Panel) und die Operationalisierung der Variablen für die empirische Analyse beschrieben.
5 Analyseverfahren: Dieser Abschnitt erläutert die Verwendung der Fixed Effects-Regression sowie die durchgeführte Diagnostik zur Sicherung der Validität der statistischen Ergebnisse.
6 Ergebnisse: Die Ergebnisse der Regressionsanalysen werden präsentiert und interpretativ mit den aufgestellten Hypothesen verknüpft.
7 Diskussion und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Ergebnisse, der methodischen Grenzen der Studie sowie einem Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Sexualität, sexuelle Zufriedenheit, Paneldaten, PAIRFAM, Fixed Effects-Regression, Kausalanalyse, Theory of Happiness, Rational Choice-Theorie, sexuelle Ausdrucksfähigkeit, Verhütungsverhalten, soziale Konstruktion, Lebenszufriedenheit, Gesundheitszustand, soziologische Forschung, empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht soziologisch und empirisch die Faktoren, die die sexuelle Zufriedenheit von Individuen beeinflussen.
Zu den Kernbereichen zählen die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr, die sexuelle Ausdrucksfähigkeit als soziale Kompetenz und der Einfluss von Verhütungsverhalten als Indikator für Informationsstand und Entscheidungsrationalität.
Das Hauptziel ist die Identifizierung kausaler Zusammenhänge zwischen verschiedenen Lebensbereichen und der sexuellen Zufriedenheit mittels einer robusten statistischen Methodik.
Die Arbeit nutzt die Fixed Effects-Regression, um Paneldaten aus dem PAIRFAM-Projekt auszuwerten und Probleme unbeobachteter Heterogenität zu kontrollieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Hypothesen, eine Darstellung des Forschungsstandes, die methodische Aufbereitung der Daten sowie die anschließende empirische Auswertung und Ergebnisdiskussion.
Wichtige Begriffe sind sexuelle Zufriedenheit, Fixed Effects-Regression, Rational Choice, soziale Konstruktion von Sexualität und Panelanalyse.
Dieses Verfahren wurde gewählt, um unbeobachtete personenspezifische Heterogenität zu eliminieren und somit valide Kausaleffekte in der Längsschnittbetrachtung zu ermöglichen.
Es zeigt sich, dass eine höhere soziale Kompetenz und die Fähigkeit, eigene Wünsche zu formulieren und zu kommunizieren, signifikant positiv mit der sexuellen Zufriedenheit korrelieren.
Die Analysen bestätigen einen nachweisbaren negativen Effekt des Alters auf die Zufriedenheit mit dem Sexualleben, was auf verschiedene physische und psychosoziale Anpassungsprozesse zurückgeführt wird.
Aufgrund der Datenbeschränkungen in großen Panelbefragungen wird empfohlen, spezifische neue Panelstudien zu konzipieren, die einen noch stärkeren Fokus auf die qualitative Ausgestaltung des Sexuallebens legen.
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