Bachelorarbeit, 2015
65 Seiten, Note: 2,7
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Das Familien-Kohärenzgefühl nach Antonovsky und Sourani
2.2 Operationalisierungsformen des Familien-Kohärenzgefühls
2.3 Family Sense of Coherence-Scale nach Antonovsky und Sourani
2.4 Konstruktvalidierung des FSOC-Fragebogens
2.5 Übersetzungen und Weiterentwicklungen der FSOC-Skala nach Antonovsky und Sourani
2.6 Sense of Family Coherence Scale nach Sagy
2.7 Zusammenhang des Familien-Kohärenzgefühls mit ähnlichen Konstrukten
2.8 Fragestellung und Arbeitshypothesen
3 Methode und Auswahl der Studien
3.1 Vorgehen
3.2 Ein- und Ausschlusskriterien für Literatur
3.3 Ausgewählte Studien
4 Ergebnisse
4.1 Zusammenhang mit potentiellen Schutzfaktoren
4.1.1 Zusammenhang mit familiären Adapatationsmaßen
4.1.2 Zusammenhang mit der familiären Funktionsfähigkeit
4.1.3 Zusammenhang mit allgemeinen Maßen des Wohlbefindens
4.1.4 Zusammenhang mit individuellen Ressourcen
4.2 Zusammenhang mit potentiellen Belastungsfaktoren
4.2.1 Zusammenhang mit dem Stresserleben
4.2.2 Zusammenhang mit depressiven Symptomen
4.2.3 Zusammenhang mit familiären Konflikten
5 Diskussion
5.1 Beantwortung der Fragestellung
5.2 Kritische Beurteilung der Studien sowie der vorliegenden Arbeit
5.3 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Familien-Kohärenzsinn als Ressource für Familien in Belastungssituationen fungiert und wie er mit verschiedenen Schutz- und Belastungsfaktoren korreliert, um daraus Ansatzpunkte für resilienzorientierte Interventionen abzuleiten.
Zusammenhang mit der familiären Anpassungsfähigkeit
Die erste Studie, in welcher der Familien-Kohärenzsinn statistisch gemessen wurde, handelt von Antonovsky und Sourani (1988). In dieser Studie wurde die von den Forschern selbst konstruierte FSOC-Skala bei israelischen Familien eingesetzt. Mittels eines 20-minütigen Fragebogens untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen dem Familien-Kohärenzgefühl sowie der familiären Anpassungsfähigkeit in Krisensituationen. Sie stellten die Hypothese auf, dass Familien mit einem hoch ausgeprägten Kohärenzsinn eine bessere familiäre Anpassungsfähigkeit aufweisen. Getestet wurden 60 Ehepaare, deren Männer durch eine Verletzung, einen Unfall oder eine Krankheit seit mindestens zwei Jahren behindert waren. Verschiedene Studien haben zeigen können, dass ernsthafte Krankheiten das Leben der Kranken sowie ihrer Familienmitglieder (Campbell, 1986; Chesler & Barbarin, 1987) beeinflussen.
Die Ehemänner wurden über staatliche Rehabilitationsmaßnahmen kontaktiert und gemeinsam mit ihren Ehefrauen für die Studie gewonnen. Demografische Daten wurden mittels neun Items ermittelt. Durchschnittlich waren die Männer zwischen drei und fünf Jahren behindert (48,3%) und wiesen eine Behinderung von 51 – 80% auf (50%). Die Studie wurde in Form eines Querschnittsdesigns, d.h. zu einem Zeitpunkt durchgeführt (Einpunkterhebung). Talma Sourani besuchte jede einzelne Familie zuhause, um die Ziele der Studie zu erklären, den Fragebogen auszuhändigen und darauf zu achten, dass die Ehepartner den Fragebogen separat - aber gleichzeitig - ausfüllen. Die Forscher haben zuerst die individuellen Ausprägungen der einzelnen Eheleute mit der FSOC-Skala gemessen. Mittels einer Diskriminanzanalyse wurden die Gruppen in hoch-, mittel- und niedrig-kohärente Familien eingeteilt. Anschließend wurde die Übereinstimmung der Paare berechnet. Es bestanden hoch signifikante Korrelationen zwischen Ehemännern und –frauen bezüglich der FSOC-Werte (r = .71; p < .001). Um das Konstrukt der familiären Anpassung zu messen, benutzten sie die Family Adaptation Scale (Abk. FAS; Antonovsky & Sourani, 1988). Die FAS besteht aus zehn semantisch unterschiedlichen Items, welche auf einer sieben-stufigen Skala eingeschätzt werden können.
1 Einleitung: Einführung in die Salutogenese und das Konzept des Familien-Kohärenzgefühls als potenzielle Ressource zur Bewältigung von Belastungen.
2 Theoretischer Hintergrund: Darstellung der Entwicklung und Operationalisierung des Familien-Kohärenzgefühls sowie Abgrenzung zu ähnlichen Konstrukten.
3 Methode und Auswahl der Studien: Beschreibung des systematischen Literaturreviews und der Kriterien für die Auswahl der 20 einbezogenen empirischen Studien.
4 Ergebnisse: Analyse der Korrelationen zwischen dem Familien-Kohärenzsinn und verschiedenen Schutz- sowie Belastungsfaktoren auf Basis der ausgewählten Studien.
5 Diskussion: Zusammenfassung der Ergebnisse, kritische Reflexion der Studienlage und Ausblick auf zukünftige Forschung sowie praktische Implikationen.
6 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen.
7 Anlagen: Präsentation der deutschen Version des Fragebogens zum Familien-Kohärenzgefühl.
Familien-Kohärenzsinn, Familien-Kohärenzgefühl, Ressourcen, Schutzfaktoren, Belastungsfaktoren, Salutogenese, Stress, Resilienz, Familienanpassung, Lebensqualität, Lebenszufriedenheit, familiäre Funktionsfähigkeit, empirisches Review.
Die Arbeit untersucht wissenschaftlich, ob der Familien-Kohärenzsinn als Ressource dient, die es Familien ermöglicht, belastende Lebensumstände konstruktiver zu bewältigen.
Im Fokus stehen die Zusammenhänge zwischen dem familiären Kohärenzgefühl und Faktoren wie sozialer Unterstützung, familiärer Funktionsfähigkeit, psychischem Wohlbefinden sowie verschiedenen Stressoren.
Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zum Konstrukt des Familien-Kohärenzgefühls anhand eines systematischen Reviews aufzuzeigen und zu diskutieren, um dessen Rolle als Schutzfaktor zu belegen.
Es wurde ein systematisches Literaturreview durchgeführt, bei dem 20 empirische Primärstudien zur Analyse herangezogen und nach inhaltlichen Themenbereichen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Konzepts, die methodische Vorgehensweise bei der Literatursuche und eine detaillierte Ergebnisanalyse, die positive Zusammenhänge mit Schutzfaktoren und negative mit Belastungsfaktoren aufzeigt.
Die zentralen Begriffe sind Familien-Kohärenzsinn, Salutogenese, Ressourcen, Schutzfaktoren, Resilienz, familiäre Funktionsfähigkeit und Stressbewältigung.
Studien in der Arbeit belegen, dass Familien mit einem starken Kohärenzsinn eine höhere Widerstandsfähigkeit und bessere Bewältigungsstrategien bei Krankheiten (z.B. Rett-Syndrom) aufweisen.
Die Analyse zeigt, dass die Operationalisierung des Konstrukts stark variieren kann und dass unterschiedliche Familienstrukturen oder sozioökonomische Hintergründe die Ausprägung und Messung des Familien-Kohärenzgefühls beeinflussen können.
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