Doktorarbeit / Dissertation, 2004
96 Seiten, Note: 2
I. EINLEITUNG
1. Problem- und Aufgabenstellung
2. Biologische und pharmakologische Grundlagen
2.1. Zur Botanik der Cannabaceae
2.2. Drogenhanf
2.3. Inhaltsstoffe der Hanfpflanze
2.4. Tetrahydrocannabinol – Pharmakologie und Pharmakokinetik
2.5. Cannabinoid Rezeptoren
2.6. THC- Wirkung und seine Beziehung zwischen Dosis und Konzentration
3. Cannabis im Straßenverkehr
3.1. Wirkungen und Gefahren
3.2. Merkmale cannabisbeeinflusster Verkehrsteilnehmer
3.3. THC-Plasmakonzentrationen und Wirkungen
3.4.Beweismittelsicherung
4. Gesetzliche Grundlagen
4.1. Ordnungswidrigkeitstatbestand
4.2. Straßenverkehrsgesetz (STVG)
4.3. Strafrecht
4.4. Grenzwertkommission
II. WIEDEREINFÜHRUNG DES NUTZHANFS
1. Faserhanf
2. Zur Inkrimierung und Rehabilitierung des Hanfanbaus
3. Nahrungs- und Genussmittel auf Hanfbasis
III. MATERIAL UND METHODEN
1. Verwendete Untersuchungsmethoden
1.1. Immunoassay
1.1.1. Enzymimmunoassay (EMIT)
1.1.2. Mikrotiterplatten (MTP)-Immunoassay
1.2. Gaschromatographie und Massenspektrometrie
1.2.1. Gaschromatographie
1.2.2. Massenspektrometrie
2.Untersuchungsmaterialien
2.1. Hanfnahrungsmittel
2.2. Hanfgetränke
2.3. Probenvorbereitung
2.3.1. Vorbereitung zur GC-MS-Messung
IV. ERGEBNISTEIL
1. Immunologische Voruntersuchungen
2. Gaschromatographisch- Massenspektrometrische Analyse
3. Blut- und Urinuntersuchungen
3.1. Versuchsdurchführung
3.2. Immunochemische Ergebnisse
V. DISKUSSION UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. Wesentliche Ergebnisse und Vergleich mit anderen Studien
1.1. Zur Analyse der Hanflebensmittel
1.2. Zur Analyse hanfhaltiger Getränke
1.3. Zu den Blut- und Urinuntersuchungen nach Aufnahme von hanfhaltigen Lebensmitteln
1.3.1. Trinkversuch mit aufgebrühtem Hanftee
2. Bearbeitungsproblematik
2.1. Verschiedene Chargen
2.2. Probanden
2.3. Urinproben
2.4. Hanfprodukte
2.5. Speiseöle auf Hanfbasis
2.6. Hanfmet
3. Schlussfolgerung
IV. ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht, ob der Konsum freiverkäuflicher Hanflebensmittel und -getränke zu forensisch relevanten Konzentrationen von Tetrahydrocannabinol (THC) oder dessen Metaboliten in Blut- und Urinproben führt, um eine sichere Abgrenzung zum illegalen Cannabiskonsum bei medizinischen Begutachtungen zu ermöglichen.
1. Problem- und Aufgabenstellung
Tetrahydrocannabinol (THC) ist die primär psychoaktive Substanz im Hanf (Cannabis sativa L.).
Bisher konnte man bei einem positiven THC- bzw. THC-Carbonsäure-Befund in Blut- oder Urinproben von einer vorangegangenen bewussten Aufnahme der Droge Cannabis, in der Regel von Haschisch oder Marihuana, ausgehen.
Wenn ein Beschuldigter jedoch zu seiner Verteidigung angibt, er habe Hanfbier oder ein anderes frei verkäufliches Hanfprodukt konsumiert, und den positiven THC-Befund in seinem Blut bzw. im Urin dadurch zu erklären versucht, wäre die zweifelsfreie Widerlegung einer solchen Schutzbehauptung ohne Kenntnis der wissenschaftlich analysierten Gehalte an psychoaktiven Substanzen in diesen Produkten nicht möglich.
Daraus könnten Unsicherheiten bis hin zu Gutachterstreitigkeiten entstehen, die medizinische Fragestellungen unmittelbar berühren. Zugleich wird die Frage der Strafbarkeit und der strafrechtlichen Schuld bei Drogenkonsum zu einem medizinisch zu untermauernden Fachurteil, z.B. wenn der Verlust des Führerscheins zur Diskussion steht. (1)
Aus bisherigen Untersuchungen zum Problem der Differenzierung zwischen legalem Faser- und illegalem Drogenhanf ist bekannt, dass es möglich ist, allein durch die Aufnahme von Lebensmitteln auf Hanfbasis, wie Öl, Samen oder Müsliriegel im Urin, ebenso wie im Blut, Cannabinoide nachzuweisen. (2-6)(7)
Aufgrund dieser doch recht beunruhigenden Resultate und der daraus resultierenden Ungewissheit über die pharmakologischen Effekte der „harmlosen“ Hanfprodukte wurde die Notwendigkeit evident, durch genauere Untersuchungen der hanfhaltigen Lebensmittel und deren Wirkungen konkrete Erkenntnisse für die medizinische Gutachtertätigkeit zu gewinnen.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Unterscheidung zwischen legalem Hanfproduktkonsum und illegalem Drogenmissbrauch bei forensischen Drogentests.
II. WIEDEREINFÜHRUNG DES NUTZHANFS: Dieses Kapitel beschreibt die rechtliche und wirtschaftliche Situation des modernen Nutzhanfanbaus sowie die Verwendung der Hanfpflanze in Lebensmitteln.
III. MATERIAL UND METHODEN: Hier werden die verwendeten immunologischen und chromatographischen Analyse- und Extraktionsverfahren detailliert dargestellt.
IV. ERGEBNISTEIL: Die Ergebnisse der verschiedenen Laboruntersuchungen an Hanfprodukten und die Resultate der Probandenversuche werden tabellarisch ausgewertet.
V. DISKUSSION UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Das Kapitel diskutiert die Ergebnisse im Vergleich zu vorangegangenen Studien und zieht Schlussfolgerungen für die forensische Begutachtungspraxis.
Tetrahydrocannabinol, THC, Hanflebensmittel, Drogenhanf, Nutzhanf, forensische Toxikologie, Drogentest, Urinuntersuchung, Blutuntersuchung, Fahreignung, Cannabinoide, Gaschromatographie, Immunoassay.
Die Dissertation untersucht, ob der Verzehr von in Deutschland frei verkäuflichen Hanflebensmitteln und -getränken zu positiven Ergebnissen bei Drogentests führen kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analytik von Hanfprodukten, der Pharmakokinetik bei oraler Aufnahme und der rechtlichen sowie gutachterlichen Einordnung der Befunde.
Das Ziel ist es, Klarheit für die medizinische Gutachtertätigkeit zu schaffen, um Schutzbehauptungen über den Konsum legaler Hanfprodukte von tatsächlich illegalem Drogenkonsum forensisch unterscheiden zu können.
Es werden immunologische Screening-Verfahren (EMIT) zur Voruntersuchung und gaschromatographisch-massenspektrometrische Analysen (GC-MS) zur exakten Bestätigung und Quantifizierung der Inhaltsstoffe eingesetzt.
Der Hauptteil umfasst die biologischen Grundlagen der Hanfpflanze, die Untersuchung einer breiten Palette an Konsumgütern sowie praktische Trink- und Verzehrversuche an Probanden.
Zentrale Begriffe sind THC, Hanflebensmittel, forensische Toxikologie, Cannabinoide, Drogentest und Fahreignung.
Nach den Ergebnissen der Studie sind die THC-Konzentrationen in legalen Produkten so gering, dass keine psychotropen Wirkungen oder Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit zu erwarten sind.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es aufgrund der niedrigen THC-Gehalte in legalen deutschen Produkten unwahrscheinlich ist, bei gängigen Drogentests positive Ergebnisse über den festgelegten Grenzwerten (Cut-offs) zu erhalten.
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