Bachelorarbeit, 2016
64 Seiten
1. Einleitung
2. Integration
2.1 Begriffsbestimmung Integration
2.2 Bedingungen für eine gute Integration
2.3 Ist Integration messbar?
3. Die Gruppe der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger
3.1 Charakteristika dieser Schülergruppe
3.2 Psycho-soziale Situation mancher Schülerinnen und Schüler
4. Mögliche Maßnahmen im Umgang mit Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern
4.1 Vorgaben und Richtlinien des Landes NRW
4.2 Auffanggruppen
4.3 Auffangklassen
5. Lehrerprofessionalität
5.1 Probleme der Aus- und Weiterbildung im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
5.2 Umgang mit der psycho-sozialen Situation der Schülergruppe im Kontext Schule
6. Empirische Untersuchung des Lösungsansatzes der Realschule
6.1 Allgemeine Informationen zur Schule
6.2 Methodische Vorgehensweise
6.3 Das Kriterienraster
6.3.1 Kategorie 1: Grundpfeiler des Förderkonzepts
6.3.2 Kategorie 2: Personelle Ressourcen
6.3.3 Kategorie 3: Elternarbeit
6.3.4 Kategorie 4: Leistungsüberprüfung und -beurteilung
7. Durchführung
8. Auswertung
8.1 Kategorie 1: Grundpfeiler des Förderkonzepts
8.2 Kategorie 2: Personelle Ressourcen
8.3 Kategorie 3: Elternarbeit
8.4 Kategorie 4: Leistungsüberprüfung
9. Zusammenfassung und Kommentar
10. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht den Lösungsansatz einer Realschule zur Integration von Seiteneinsteigern. Das primäre Ziel ist es, die Merkmale und den Erfolg des bestehenden Förderkonzepts empirisch zu analysieren und zu bewerten, um herauszufinden, inwieweit dieses Konzept zur sprachlichen und sozialen Integration beiträgt.
1. Einleitung
Die These, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, lässt sich mit der Arbeitsmigration begründen, die schon in den 1950er Jahren einsetzte (vgl. MÜLLER 2003, S. 23). Menschen verschiedenster kultureller Herkunft leben in Deutschland somit schon seit mehreren Jahrzehnten zusammen. Bedingt durch die Kriege und politischen Veränderungen der letzten Jahre, ist es vor allem im Jahre 2015 dazu gekommen, dass eine enorme Zahl an Flüchtlingen nach Deutschland gekommen ist, darunter viele Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter. Durch dieses Ausmaß rückt die Integrationspolitik in den Fokus und die Deutschförderung wird als wichtige Säule jener angesehen (vgl. LI 2014, S. 49). In vielerlei Hinsicht wird der Ansturm als Schwierigkeit und große Problematik betrachtet - es ist von Überforderung und unmöglichen Projekten die Rede. Es stellt sich die Frage, warum die Integration der vielen Menschen als (unlösbare) Problematik angesehen wird.
Die Globalisierung weitet sich aus, und die Europäische Union wächst, indem sie immer mehr Mitglieder aufnimmt. Auch unser Alltag ist von Interkulturalität geprägt. Dafür müssen nur unsere elektronischen Geräte, Speisen und Getränke, Fahrzeuge, Veranstaltungen und Feierlichkeiten, unser Mobiliar und Fernsehprogramm, betrachtet werden. Die Integration dieser Dinge ist problemlos vonstattengegangen, sie sind akzeptiert worden und für einige sind sie nicht mehr aus ihrem Leben zu streichen. Warum ist die Angst vor der Aufgabe so riesig, Menschen in unser Land zu integrieren? Sie zu akzeptieren und aufzunehmen? Es ist absehbar, dass es arbeitsintensiv ist und guter Überlegungen und Maßnahmen bzw. Konzepten bedarf. Wird das Feld Deutsch als Zweitsprache in Deutschland betrachtet, so ist festgestellt worden, dass keine einheitlichen Konzepte für die Integration von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache existieren (vgl. MÜLLER 2007, S. 29f.). Nur ein fundamentales Konzept kann einen Beitrag zur sprachlichen und sozialen Integration dieser Gruppe leisten. Die Auseinandersetzung und Erarbeitung eines solchen Konzepts, welches mindestens an allen Schulen eines Landes umgesetzt werden sollte, gilt es, zu formulieren. Integration darf nicht als Problem angesehen werden, sondern als Aufgabe.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Notwendigkeit von Integrationskonzepten für Seiteneinsteiger in Deutschland und formuliert die Aufgabe der Schule als zentrale Integrationsinstanz.
2. Integration: Dieses Kapitel definiert den Integrationsbegriff soziologisch und pädagogisch und erläutert Bedingungen für eine gelungene Teilhabe sowie die Messbarkeit von Integration.
3. Die Gruppe der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger: Hier werden die heterogenen Charakteristika der Zielgruppe sowie die besonderen psycho-sozialen Herausforderungen, wie Traumata durch Fluchterfahrungen, dargestellt.
4. Mögliche Maßnahmen im Umgang mit Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern: Das Kapitel vergleicht gesetzliche Vorgaben in NRW und unterscheidet zwischen Auffanggruppen und Auffangklassen als Instrumente der schulischen Integration.
5. Lehrerprofessionalität: Es wird die Bedeutung qualifizierter DaZ-Lehrkräfte und der Umgang mit traumatisierten Schülern im schulischen Kontext sowie die Problematik der Ausbildungssituation erörtert.
6. Empirische Untersuchung des Lösungsansatzes der Realschule: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Kriterienraster, die für die Analyse des Förderkonzepts der untersuchten Realschule entwickelt wurden.
7. Durchführung: Die Durchführung beschreibt den Prozess des Leitfadengesprächs mit einer Expertin an der Realschule zur Datenerhebung.
8. Auswertung: Die erhobenen Daten werden entlang der vier Kategorien des Kriterienrasters (Förderkonzept, Personal, Elternarbeit, Leistungsprüfung) analysiert.
9. Zusammenfassung und Kommentar: Die Ergebnisse werden reflektiert und Stärken sowie Schwächen des schuleigenen Konzepts im Kontext von Integration und Bildungsgerechtigkeit herausgearbeitet.
10. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt den Erfolg des Konzepts als Basis für weitere soziale Integration und appelliert an Schulen, eigene, nachhaltige Integrationsstrategien zu entwickeln.
Seiteneinsteiger, Integration, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Auffangklassen, Schulerfolg, Lehrerprofessionalität, Heterogenität, Sprachförderung, Flüchtlinge, Bildungsressourcen, Elternarbeit, schulische Integration, soziale Integration, Mehrsprachigkeit, Kriterienraster
Die Arbeit befasst sich mit der erfolgreichen schulischen Integration von Seiteneinsteigern und untersucht dazu beispielhaft den Lösungsansatz einer Realschule.
Zentrale Themen sind die Gestaltung von Förderkonzepten, die Lehrerqualifikation im Bereich DaZ, die psycho-soziale Unterstützung geflüchteter Schüler sowie die Einbindung des Elternhauses.
Ziel ist es, die Merkmale des Förderkonzepts einer spezifischen Realschule zu identifizieren und durch eine empirische Untersuchung zu bewerten, inwieweit dieses Konzept die sprachliche und soziale Integration fördert.
Es wurde eine qualitative Untersuchung mittels eines Leitfadengesprächs mit einer Expertin der Schule durchgeführt, basierend auf einem systematisch entwickelten Kriterienraster.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition von Integration und zur Zielgruppe sowie einen empirischen Teil, der das Förderkonzept der Schule detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Seiteneinsteiger, DaZ (Deutsch als Zweitsprache), Auffangklassen, Lehrerprofessionalität und schulische Integration.
Sie bieten eine geregelte soziale Struktur, ein konstantes Klassenlehrerprinzip und einen hohen Anteil an DaZ-Unterricht, was für die Stabilität und den Spracherwerb der Schüler entscheidend ist.
Eltern fungieren als Experten für ihre Kinder. Ihr Einbezug ermöglicht ein besseres Verständnis für die familiäre Situation und hilft, den Bildungs- und Integrationsprozess gemeinsam zu gestalten.
Sprache wird als der entscheidende Schlüssel zur Integration angesehen. Die Schule setzt deshalb auf einen hohen Stundenanteil in DaZ und sprachsensiblen Fachunterricht.
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