Masterarbeit, 2015
132 Seiten, Note: 1,0
Zusammenfassung
1 Einleitung
2 Methodik
3 Positive Psychotherapie-Effekte und deren Wirkfaktoren
3.1 Extratherapeutische Faktoren
3.2 Die Bedeutung des Placebo-Effekts für die Psychotherapie
3.3 Allgemeine Wirkfaktoren
3.3.1 Allgemeine Wirkprinzipien der Psychotherapie nach Grawe
3.3.2 Das Allgemeine Modell der Psychotherapie von Orlinsky und Kollegen
3.4 Spezifische Wirkfaktoren
3.4.1 Kritik an der Manualisierung
3.4.2 Allgemeine versus spezifische Wirkfaktoren
3.4.3 Der Einfluss spezifischer Interventionen auf spezifische Störungen
3.4.4 Die Wirkfaktoren psychodynamischer Therapien
3.4.5 Die Wirkfaktoren der Verhaltenstherapie
3.4.6 Die Wirkfaktoren der Gruppentherapie
3.5 Wirkzusammenhänge spezifischer und allgemeiner Wirkfaktoren
3.6 Weitere Wirkungszusammenhänge
3.6.1 Der Therapie-Dosis-Effekt
3.6.2 Die Wirksamkeit von Laienhelfern im Vergleich zu professionellen Therapeuten
3.7 Zusammenfassung
4 Negative Psychotherapie-Effekte und deren Wirkfaktoren
4.1 Häufigkeiten eines negativen Therapie-Outcomes
4.2 Begriffsbestimmungen
4.3 Negativeffekte durch Psychotherapie
4.3.1 Unerwünschte Ereignisse und negative Therapieeffekte
4.3.2 Nebenwirkungen, Therapieschäden und Kunstfehlerfolgen
4.3.3 Therapie-Misserfolg
4.4 Die Ursachen negativer Therapieeffekte
4.4.1 Passungsprobleme
4.4.2 Risiken und Kontraindikationen
4.4.3 Fehlerhafte Diagnostik und Stigmatisierung
4.4.4 Therapeutenseitige Ursachen
4.4.5 Klientenseitige Ursachen
4.4.6 Schlechte Therapiebeziehung
4.4.7 Behandlungsfehler
4.4.8 Systemfehler
4.5 Therapiespezifische Negativwirkungen und deren Ursachen
4.5.1 Negativeffekte psychodynamischer Therapien
4.5.2 Negativeffekte der Verhaltenstherapie
4.5.3 Negativeffekte der Gruppentherapie
4.6 Zusammenfassung
5 Diskussion der Ergebnisse
Die vorliegende Master-Thesis untersucht den aktuellen Forschungsstand zu positiven und negativen Wirkfaktoren der Psychotherapie, um ein umfassendes Verständnis über deren Wirkungsweisen zu erlangen und die bisher vernachlässigte Seite der negativen Therapieeffekte zu beleuchten.
3.1 Extratherapeutische Faktoren
Mit extratherapeutischen Faktoren sind Ereignisse oder Prozesse gemeint, die außerhalb der Behandlungssituation stattfinden und an Veränderungen beim Klienten wesentlich beteiligt sind (Miller, Duncan & Hubble, 2000). Extratherapeutische Faktoren tragen nicht nur laut Lambert (2013) zu einem erheblichen Teil für Veränderungen in der Psychotherapie bei, sondern diese Annahme wird auch von anderen Autoren vertreten (z.B. Rabkin & Struening, 1976; Miller et al., 2000; Schiepe, 2008; Haupt, Linden & Strauß, 2013).
Extratherapeutische Faktoren können sich nach Miller et al. (2000) als zufällige, unvorhergesehene Begebenheit zeigen, die Ereignisse in Gang setzen, die am Ende in der Lösung des Problems gipfeln oder auch in der Stärke und den Ressourcen eines Klienten, sich die Hilfe anderer zu sichern. Die Autoren plädieren dafür, diese Faktoren gezielt für die Therapie nutzbar zu machen. Ein änderungsorientiertes Vorgehen würde dies ermöglichen. Dabei sollten Veränderungen beim Klienten gezielt beobachtet und ausgewertet werden. Der Therapeut sollte darauf vertrauen, dass sich Änderungen einstellen und ein Umfeld schaffen, welches diese Änderungen wahrscheinlicher macht. Eigenkompetenzen des Klienten sollen anerkannt und seine Stärken nutzbar gemacht werden.
Auch nach Grawe (2004) ist für das Therapieergebnis entscheidend, inwieweit es Therapeuten gelingt, eine Lösungs- bzw. Ressourcenperspektive bei Klienten zu aktivieren. Allerdings konnte der Forscher mit seinen Prozess- und Mikroprozessanalysen nachweisen, dass Therapiedialoge in viel höherem Ausmaß als erwartet durch eine Problem- als durch eine Lösungs- bzw. Ressourcenperspektive von Therapeuten bestimmt sind. Ein Widerspruch den auch Miller et al. (2000) erkennen, da sie ihren änderungsorientierten Therapiestil „…im scharfen Kontrast zu einem Großteil der herrschenden psychotherapeutischen Theorien und Verfahrensweisen“ sehen (ebd. S. 57).
Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über das junge Forschungsgebiet der Psychotherapieforschung und die Bedeutung der Untersuchung sowohl positiver als auch negativer Effekte für die Qualitätssicherung.
1 Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung der Psychotherapieforschung, beginnend mit Fundamentalkritik bis hin zur heutigen Bestätigung der positiven Wirksamkeit und dem wachsenden Fokus auf Wirkfaktoren und Nebenwirkungen.
2 Methodik: Erläutert die Durchführung der Literaturrecherche im Zeitraum von Oktober 2014 bis Juli 2015 unter Verwendung verschiedener wissenschaftlicher Datenbanken und Bibliotheken.
3 Positive Psychotherapie-Effekte und deren Wirkfaktoren: Beleuchtet das sogenannte Äquivalenzparadoxon und analysiert die verschiedenen extratherapeutischen, allgemeinen und spezifischen Faktoren, die den therapeutischen Erfolg beeinflussen.
4 Negative Psychotherapie-Effekte und deren Wirkfaktoren: Analysiert kritisch die Ursachen, Formen und Häufigkeiten negativer Therapieausgänge, von Nebenwirkungen bis hin zu Kunstfehlerfolgen, und diskutiert die Forschungslücke in diesem Bereich.
5 Diskussion der Ergebnisse: Fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die methodischen Herausforderungen der Psychotherapieforschung und betont die Notwendigkeit einer nebenwirkungsorientierten Forschungstradition.
Psychotherapie, Wirkfaktoren, negative Therapieeffekte, Nebenwirkungen, Psychotherapieforschung, therapeutische Beziehung, Manualisierung, Qualitätssicherung, Klientenvariablen, Therapeutenvariablen, Misserfolg, Patientenaufklärung, Rückmeldesysteme
Die Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zu positiven Wirkfaktoren sowie das bisher vernachlässigte Feld der negativen Effekte in der Psychotherapie.
Die zentralen Felder sind die Identifikation allgemeiner und spezifischer Wirkmechanismen sowie die Klassifikation und Ursachenanalyse negativer Therapieausgänge.
Das primäre Ziel ist es, ein einheitliches Verständnis der Psychotherapie-Effekte zu schaffen und das Bewusstsein für die Bedeutung einer nebenwirkungsorientierten Behandlungskultur zu schärfen.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden, systematischen und unsystematischen Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken und Bibliotheken.
Im Hauptteil werden zunächst positive Wirkfaktoren (allgemeine vs. spezifische) analysiert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung negativer Effekte, deren Ursachen (wie Passungsprobleme oder Behandlungsfehler) und einer speziellen Betrachtung von Psychodynamik, Verhaltenstherapie und Gruppentherapie.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Psychotherapie, Wirkfaktoren, negative Therapieeffekte, Nebenwirkungen, Qualitätssicherung und Therapeutenvariablen charakterisieren.
Nach Lambert (2013) machen diese Faktoren einen erheblichen Anteil (ca. 40%) des Therapieergebnisses aus, werden jedoch in der therapeutischen Praxis bisher zu wenig gezielt genutzt.
Nebenwirkungen sind unbeabsichtigte Folgen einer korrekt durchgeführten Therapie, während Therapieschäden unerwartete, anhaltende und für den Klienten erheblich nachteilige Auswirkungen sind, die auch aus ethischen Verstößen oder Behandlungsfehlern resultieren können.
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