Bachelorarbeit, 2016
52 Seiten, Note: 2.3
1.Einleitung
2.Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum
2.1.Arbeitslosigkeit
2.2.Wirtschaftswachstum
2.3.Das Okun’sche Gesetz – ein theoretischer Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum
3.Der deutsche Arbeitsmarkt im Überblick
3.1.Allgemeine Charakteristik
3.2.Historische Entwicklung
4.Die Finanzkrise von 2008/09 und ihre Folgen
4.1.Der Ausbruch der Krise
4.2.Auswirkungen der Krise im internationalen Vergleich
4.3.Die Auswirkungen der Krise in Deutschland
5.Wie erklärt man die deutsche Arbeitsmarktentwicklung während der Wirtschafts- und Finanzkrise?
5.1.Die Ausgangssituation und die Hartz-Reformen
5.2.Interne und externe Flexibilisierung
5.3.Lohnentwicklung und industrielle Beziehungen
5.4.Was hat zu mehr Flexibilität auf dem deutschen Arbeitsmarkt geführt?
6.Fazit
Die Arbeit analysiert die überraschend robuste Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09, die entgegen dem theoretischen Okun’schen Gesetz trotz eines signifikanten Einbruchs des Bruttoinlandsprodukts keine Massenarbeitslosigkeit zur Folge hatte.
3.1. Allgemeine Charakteristik
Um den deutschen Arbeitsmarkt genau zu charakterisieren, sollte man ihn von den anderen Arbeitsmarktypen differenzieren. Man kann grob zwei Typen von Arbeitsmärkten unterscheiden – den angloamerikanischen und den europäischen/skandinavischen Arbeitsmarkt. Das angloamerikanische Modell weist die folgenden Merkmale auf – weniger ausgeprägten Kündigungsschutz, kürzere Arbeitsverträge, geringes Arbeitslosengeld, schwache Gewerkschaften sowie dezentralisierte Lohnverhandlungen. (vgl. Möller, 2015) Wie man es auch aus dem Namen erschließen kann, sind typische angloamerikanische Länder die USA und Großbritannien. Im Unterschied dazu wird im europäischen Modell Wert auf Kündigungsschutz, längere Arbeitsverträge, großzügiges Arbeitslosengeld, starke Gewerkschaften und zentralisierte Lohnverhandlung. (vgl. Möller, 2015) Unter diese Charakteristik fallen beispielsweise Frankreich und Schweden.
Das deutsche Modell kann man als eine Mischung von den beiden oben diskutierten Modellen interpretieren, obwohl es eher dem europäischen Modell ähnelt. Laut Joachim Möller ist Deutschland aufgrund von geringer Einkommensungleichheit, stärkeren Gewerkschaften sowie solidarischer Lohnpolitik eher als ein egalitaristisches Land zu klassifizieren. (vgl. Möller, 2015) Wolfgang Streeck(1995) beschreibt das deutsche Modell als “an institutionalized high-wage economy combining high competitiveness in world markets with strong social cohesion and, in particular, low levels of inequality along a variety of dimensions. This combination is explained by a unique set of socio-economic institutions, in particular socially instituted and circumscribed markets, negotiated firms commanding long-term attachment of both labor and capital, a facilitating state relying mainly on indirect means of intervention, widespread associational self-governance by organized groups in civil society and institutionalized cultural patterns that promote long-term commitments and continuity”. (Streeck, 1995, S. 2) Eine zentrale Rolle in diesem Modell spielen korporatistische Strukturen, eine soziale Partnerschaft und ein großzügiges, soziales Sicherungssystem.
1.Einleitung: Einführung in die globale ökonomische Verflechtung und die Fragestellung, warum der deutsche Arbeitsmarkt während der Finanzkrise 2008/09 stabil blieb.
2.Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum: Theoretische Grundlagen zu den Begriffen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum sowie Einführung in das Okun’sche Gesetz und das Konzept der Beschäftigungsschwelle.
3.Der deutsche Arbeitsmarkt im Überblick: Charakterisierung des deutschen Modells im Vergleich zum angloamerikanischen Typus sowie historische Analyse der Arbeitsmarktentwicklung zwischen 1962 und 2001.
4.Die Finanzkrise von 2008/09 und ihre Folgen: Darstellung der Ursachen der globalen Finanzkrise und eine vergleichende Analyse der konjunkturellen Auswirkungen in Deutschland und anderen OECD-Ländern.
5.Wie erklärt man die deutsche Arbeitsmarktentwicklung während der Wirtschafts- und Finanzkrise?: Detaillierte Untersuchung der Erfolgsfaktoren für die deutsche Resilienz, insbesondere der Hartz-Reformen, der Flexibilisierungsinstrumente sowie der industriellen Beziehungen.
6.Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Faktoren, die zur Beschäftigungssicherung beigetragen haben, mit dem Schluss, dass betriebsorientierte Lohnverhandlungen die entscheidende Rolle spielten.
Arbeitsmarkt, Finanzkrise, Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Okun’sches Gesetz, Deutschland, Flexibilisierung, Hartz-Reformen, Lohnverhandlungen, Kurzarbeit, industrielle Beziehungen, Beschäftigungssicherung, Exportwirtschaft, Reallöhne, Globalisierung
Die Arbeit untersucht das sogenannte "deutsche Arbeitsmarkt-Wunder" während der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/09, bei dem der deutsche Arbeitsmarkt trotz eines massiven Einbruchs des Bruttoinlandsprodukts eine bemerkenswerte Stabilität aufwies.
Zu den zentralen Themen gehören die ökonomischen Theorien zum Arbeitsmarkt, der internationale Vergleich von Konjunkturindikatoren sowie die institutionellen Rahmenbedingungen des deutschen Modells, insbesondere im Bereich der Lohnverhandlungen.
Die Forschungsfrage lautet, welche Mechanismen und Faktoren es dem deutschen Arbeitsmarkt ermöglicht haben, während der Krise von 2008/09 trotz negativer Wachstumsraten des realen BIPs stabil zu bleiben und teilweise sogar die Sockelarbeitslosigkeit zu reduzieren.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse makroökonomischer Zeitreihendaten, dem Vergleich ökonomischer Indikatoren (wie CLI, BIP und Arbeitslosenquoten) sowie der Auswertung bestehender ökonometrischer Studien und Literatur zu den Hartz-Reformen und industriellen Beziehungen.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Okun’sches Gesetz), die historische Entwicklung, die internationalen Auswirkungen der Finanzkrise und insbesondere die drei Erklärungsansätze für das deutsche Phänomen – Hartz-Reformen, Flexibilisierungsinstrumente und industrielle Beziehungen – analysiert.
Neben den Kernbegriffen wie Finanzkrise, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum sind insbesondere "interne und externe Flexibilisierung", "Tarifautonomie", "Kurzarbeit" und "Lohnzurückhaltung" prägend für die Arbeit.
Die Hartz-Reformen schufen laut der Arbeit das Fundament für eine neue Kultur der Eigenverantwortung und eine flexiblere Handhabung des Arbeitsmarktes, wodurch eine notwendige Bedingung für die Inklusion verschiedener Gesellschaftsgruppen in den Arbeitsmarkt geschaffen wurde.
Der Autor argumentiert, dass die Dezentralisierung der Lohnverhandlungen und die daraus resultierende Konsensorientierung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die entscheidende Flexibilität ermöglichten, um auf konjunkturelle Schocks zu reagieren, ohne Massenentlassungen vorzunehmen.
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