Masterarbeit, 2012
196 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Krise und ihre Merkmale
2.1 Was ist eine Krise?
2.2 Krisenarten und -typen
2.3 Krisenphasen und ihr Verlauf
3. Kommunikation in der Krise
3.1 Krisen-PR: was ist das?
3.1.1 Einordnung
3.1.2 Anforderung und Ziele
3.2 Handlungsempfehlungen für einen professionellen Ablauf
3.2.1 Imagepflege und Reputationsmanagement
3.2.2 Issue-Management und Profiling
3.3 Typische Verhaltensweisen und potentielle Fehlerquellen
3.4 Strategiealternativen
4. Medien und Politik – ein Beziehungsgeflecht der speziellen Art
4.1 Medien als Krisenkatalysatoren
4.2 Von wechselnden Abhängigkeiten und gegenseitigem Anbandeln
4.3 Die Rolle der Spin Doctors
Exkurs: Wulff und die Bild-Zeitung – was aus Freundschaft werden kann
5. Der Fall Wulff: Der Niedergang eines Bundespräsidenten
5.1 Vorwürfe, Verfehlungen und Verfahren
5.1.1 Die Sache mit dem Hauskredit
5.1.2 Die Verbindung zum Ehepaar Geerkens
5.1.3 Das Echo der Medien
5.1.4 Wulffs Reaktion
5.1.5 Eine angemessene Krisen-PR?
5.2 Das Verhältnis zu den Medien
5.2.1 Die Mailboxnachricht an den Chefredakteur
5.2.2 Wulffs Reaktion
5.2.2.1 Das TV-Interview
5.2.3 Eine angemessene Krisen-PR?
5.2.4 Das Echo der Medien
5.3 Der ominöse Nord-Süd-Dialog
5.3.1 Klüngelei zwischen Politik und Wirtschaft?
5.4 Urlaub auf Fremdkosten
5.4.1 Die Verbindung zu Filmemacher David Groenewold
5.4.2 Das Echo der Medien I
5.4.3 Die Rolle von Peter Hintze
5.4.4 Zum Rücktritt gezwungen!?
5.4.5 Das Echo der Medien II
6. Zwischenfazit
6.1 Bisherige Erkenntnisse
6.2 Ableiten der Forschungsfrage
6.3 Aufstellen der Forschungshypothesen
7. Empirische Untersuchung
7.1 Aufbau, Methode und Relevanz von Experteninterviews
7.2 Auswahl der Experten
7.3 Auswertung und Vergleich
7.4 Überprüfung der Hypothesen
7.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
8. Fazit und Schlussbetrachtung
8.1 Diskussion der Ergebnisse
8.2 Die Lehren des Falles Wulff
9. Aufbauender Forschungsansatz
Die vorliegende Arbeit analysiert den Fall des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff aus der Perspektive der Krisenkommunikation mit dem primären Ziel zu untersuchen, ob dessen Krisenmanagement die Krise um seine Person maßgeblich verschärft hat.
3.1 Krisen-PR: was ist das?
„Krisen meistert man am besten, indem man ihnen zuvorkommt.“47 Der Evergreen von Wirtschaftsguru Walt Whitman Rostow mag einigen PR-Chefs und Krisenmanager als Arbeitsmotto dienen. Der tägliche Umgang mit Störgeräuschen und Härtefällen diverser gesellschaftlicher Facetten ist aber längst nicht so plastisch zu handhaben, wie es der Rostow‘sche Leitsatz impliziert. Krisenkommunikation geht weit über die gewöhnlichen Anforderungen des PR-Alltags hinaus. Die beteiligten Personen sind einer psychischen und emotionalen Ausnahmesituation ausgesetzt, sämtliche ihrer Handlungen unterliegen einem enormen Entscheidungs- und Zeitdruck und sind zudem in einen engmaschigen Handlungsrahmen gepresst.48 Möhrle beschreibt die besondere Anforderung auf plastische Art: „Der Unterschied in der Krise ist: Jetzt richten sich die Scheinwerfer der Aufmerksamkeit auf die Protagonisten, das Thema, das Ereignis, den Anlass. In der Regel bleibt da zunächst nur die reaktive Schadensbegrenzung.“49 Was genau Krisen-PR charakterisiert, welche Anforderungen und Ziele an sie gestellt werden und wie sie idealtypisch ablaufen sollte, soll in diesem Kapitel explizit geklärt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Wulff-Krise ein und definiert den Fokus auf dessen Krisenmanagement und mediale Kommunikation.
2. Die Krise und ihre Merkmale: Hier werden theoretische Grundlagen zu Krisenbegriffen, Krisentypen und Krisenphasen erarbeitet, um den Fall Wulff wissenschaftlich einordnen zu können.
3. Kommunikation in der Krise: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten der Krisen-PR sowie die Anforderungen und Strategien für eine professionelle Krisenbewältigung.
4. Medien und Politik – ein Beziehungsgeflecht der speziellen Art: Der Autor beleuchtet das Spannungsfeld zwischen politischen Akteuren und den Medien und geht im Speziellen auf die Beziehung Wulffs zur Bild-Zeitung ein.
5. Der Fall Wulff: Der Niedergang eines Bundespräsidenten: Eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der konkreten Vorwürfe und Skandale, die zum Rücktritt des Bundespräsidenten führten.
6. Zwischenfazit: Die Erkenntnisse aus dem theoretischen Teil werden zusammengeführt, um die Forschungsfrage präzise abzuleiten.
7. Empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der Experteninterviews, deren Auswertung und die systematische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
8. Fazit und Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden diskutiert und die Lehren aus dem Fall Wulff für die politische Kommunikation abgeleitet.
9. Aufbauender Forschungsansatz: Abschließend werden Impulse für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema politischer Krisen gegeben.
Christian Wulff, Krisenkommunikation, Krisenmanagement, Public Relations, Bundespräsident, Bild-Zeitung, Medienberichterstattung, Skandalisierung, Reputation, Experteninterview, politischer Rücktritt, Krisenprävention, Krisenphasen, Hauskredit, Spin Doctors
Die Arbeit befasst sich mit der Krisenkommunikation des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff während der Skandale um seine Person, die schließlich zu seinem Rücktritt führten.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Krisen-PR, das schwierige Beziehungsverhältnis zwischen Politik und Medien sowie eine detaillierte Analyse des Krisenmanagements von Christian Wulff.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob das spezifische Krisenmanagement und die kommunikativen Handlungen des Bundespräsidenten die Krise um seine Person unnötig verschärft und damit seinen Rücktritt forciert haben.
Der Autor wendet das teil-standardisierte Experteninterview als empirische Untersuchungsmethode an, um tiefgreifende Einblicke von Fachleuten aus der politischen Beratung und Krisenkommunikation zu erhalten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Krisenkommunikation und ein Verhältnisbestimmungs-Kapitel zu Politik und Medien, gefolgt von einer chronologischen Aufarbeitung der Causa Wulff sowie einer empirischen Analyse.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Christian Wulff, Krisenkommunikation, Krisenmanagement, mediale Skandalisierung und Experteninterview charakterisiert.
Die Experten bewerten den Anruf mehrheitlich als folgenschweren strategischen Fehler, der den Bundespräsidenten diskreditiert und die Medienlandschaft gegen ihn geeint hat, da er als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet wurde.
Laut den befragten Experten war das Interview zu defensiv, inhaltlich zu vage und durch die Diskrepanz zwischen Wulffs Ankündigungen und dem Handeln seiner Anwälte entlarvend, was die Krise eher noch beschleunigte statt sie zu deeskalieren.
Der Wechsel wird als Schwächung der kommunikativen Bastion gewertet; die Nachfolgerin konnte Wulff nicht das nötige Schutzschild bieten, und die Kommunikation wurde fortan stärker von juristischen Beratern dominiert, was zu einer defensiven und für die Öffentlichkeit schwer verständlichen Strategie führte.
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