Bachelorarbeit, 2009
66 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Die Ursache
1.1. Besatzungspolitik der Sowjetunion und Aufbau der SED-Herrschaft
1.1.1 Gründung von Parteien und Massenorganisationen
1.1.2 Bodenreform und Verstaatlichung
1.1.3 Demontagepolitik der UdSSR
1.1.4 Gründung der SED
1.2. Aufbau des Sozialismus
1.2.1 Normenerhöhung
1.3. Der Neue Kurs
2. Der Aufstand
2.1. 16. Juni 1953 – die Initialzündung
2.2. Die Demonstration der Berliner Bauarbeiter
2.3. Aufstand in Berlin
2.3.1 Der Wendepunkt
2.4. Der unerwartete Flächenbrand
3. Der 17. Juni 1953 in Magdeburg
3.1. Vorgeschichte
3.2. Die Magdeburger Streikbewegung
3.3. Der 18. Juni 1953 – Ende eines Streiks
3.4. Justizterror der SED
3.5. Opfer
4. Die Niederschlagung
4.1. Die Machtlosigkeit der Volkspolizei
4.2. Die versagende Staatssicherheit
4.3. Das Eingreifen der Sowjets
4.4. Hat die KVP als Machtorgan der SED versagt?
5. Die Entwicklung nach dem 17. Juni 1953
5.1. Polemik gegen den Westen
5.2. Festnahmen und Verurteilungen
5.2.1 Der Fall Max Fechner
5.3. Der Machtkampf im Politbüro
6. Die Haltung des Westens
6.1. Churchill und das Foreign Office – Vorgeschichte und Reaktionen am 17. Juni 1953
6.2. Die Haltung der Bundesrepublik
6.3. USA
6.3.1 „Eisenhower-Pakete“
7. Der 17. Juni 1953 im Geschichtsunterricht
7.1. Zur didaktischen Konzeption und Zielsetzung
7.2. Methodische Analyse
7.3. Didaktische Analyse
Resümee
Diese Arbeit analysiert die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 in der DDR, mit besonderem Fokus auf die Ereignisse in Magdeburg und die Reaktionen des Westens sowie die didaktische Einordnung für den Geschichtsunterricht.
2.1. 16. Juni 1953 – die Initialzündung
Am Morgen des 15. Juni diskutierten die Bauarbeiter am Krankenhausneubau Friedrichshain erneut mit der Betriebsleitung die Normfrage. Seit Wochen erhielten die Arbeiter weniger Lohn, wodurch sich ihre Lebenssituation zusehends verschlechterte. Nicht länger konnten und wollten sie mit dieser Ungerechtigkeit leben. Gemeinsam fassten sie deshalb den Entschluss, sich mit einem Ansuchen an den Ministerpräsidenten Otto Grotewohl zu wenden. Als diese Absichten auf den anderen Baustellen der Stalinallee bekannt wurden, kam es am Block 40 zu Warnstreiks. Auch hier entschloss man sich, eine Resolution an die Regierung der DDR zu verfassen. Am Folgetag sollte diese durch eine gewählte Delegation überbracht werden. Die Betriebsleitung versuchte die Arbeiter von diesem Vorhaben abzuhalten. Sie forderte die Delegierten auf, das Eintreffen eines angekündigten Vertreters abzuwarten, der eine Stellungnahme zu den Normen abgegeben wollte. Zu diesem Zeitpunkt glaubten die Abgeordneten noch, dass die Normsenkung bekannt gegeben werden sollte. Daher brachen sie nicht auf, sondern warteten ab. Allerdings erschien der Vertreter nicht bis zum Feierabend. Daher gingen alle Arbeiter des Blocks 40 nach Hause. Währenddessen hatten die Bauarbeiter der Baustelle Friedrichshain ihre Resolution an den Ministerpräsidenten abgeschickt. Der Brief erreichte ihn am Abend des 15. Juni. Folgendes war darin zu lesen:
„Wir Kollegen der Großbaustelle des Krankenhaus Friedrichshain vom VEB Industriebau wenden uns an Sie, Herr Ministerpräsident, mit der Bitte, von unseren Sorgen Kenntnis zu nehmen. Unsere Belegschaft ist der Meinung, daß die 10 Prozent Normerhöhung für uns eine große Härte ist. Wir fordern, daß von dieser Normerhöhung auf unserer Baustelle Abstand genommen wird. Wir haben aus dem Ministerrats-Beschluß zur Kenntnis genommen, daß alle republikflüchtigen Großbauern und Gewerbetreibenden ihr Eigentum zurückerhalten werden, so daß wir Werktätigen demzufolge unsere Normen, wie sie vorher bestanden, beibehalten wollen. In Anbetracht der erregten Stimmung der gesamten Belegschaft fordern wir, zu diesen schwerwiegenden Punkten unverzüglich befriedigend Stellung zu nehmen und erwarten Ihre Stellungnahme bis spätestens morgen Mittag.“
1. Die Ursache: Die repressive Besatzungs- und Sozialisierungspolitik der SMAD und SED, verbunden mit wirtschaftlichen Engpässen, führte zu wachsender Unzufriedenheit.
2. Der Aufstand: Der Berliner Bauarbeiterstreik vom 16. Juni entzündete einen DDR-weiten Volksaufstand, der die Schwäche der SED-Diktatur offenlegte.
3. Der 17. Juni 1953 in Magdeburg: Magdeburg war ein Zentrum des Aufstands, wo Streiks, politische Forderungen und Gefangenenbefreiungen das SED-Regime massiv unter Druck setzten.
4. Die Niederschlagung: Nur durch das massive militärische Eingreifen der Sowjetunion konnte die SED-Herrschaft stabilisiert werden, während Polizei und Staatssicherheit versagten.
5. Die Entwicklung nach dem 17. Juni 1953: Die SED festigte ihre Macht durch Repression, Säuberungen im Politbüro und eine propagandistische Diffamierung der Aufständischen.
6. Die Haltung des Westens: Großbritannien, die USA und die Bundesrepublik reagierten aus verschiedenen außenpolitischen Erwägungen heraus zögerlich auf den Aufstand.
7. Der 17. Juni 1953 im Geschichtsunterricht: Es wird ein didaktisches Konzept vorgestellt, wie dieses Schlüsselereignis für Schüler der Sekundarstufe I aufbereitet werden kann.
17. Juni 1953, DDR, Volksaufstand, SED, Sowjetunion, Arbeiterstreik, Magdeburg, Walter Ulbricht, Westmächte, Staatssicherheit, Nachkriegsgeschichte, Geschichte, Zeitgeschichte, Unterdrückung, Freiheit.
Die Arbeit befasst sich mit dem Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 als zentrales Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Die Autorin untersucht die Ursachen, den Ablauf des Aufstands, die Rolle der Sicherheitsorgane, das Eingreifen der sowjetischen Armee und die Reaktionen des Westens.
Ziel ist es, die Ereignisse des 17. Juni 1953 fundiert aufzuarbeiten, die These eines "Arbeiterprotests" oder "Volksaufstands" zu diskutieren und die Bedeutung für die deutsche Geschichte zu bewerten.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung von Primär- und Sekundärquellen sowie einer didaktischen Analyse für den Unterricht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse, den Ablauf des Berliner Aufstands, die spezifischen Ereignisse in Magdeburg, die Niederschlagung, die Folgen sowie die Haltung des Westens.
Wichtige Begriffe sind 17. Juni 1953, Volksaufstand, SED, DDR, Sowjetunion und Geschichtsdidaktik.
Die Autorin legt den Fokus auf Magdeburg, da dies ihre Heimatstadt ist und die Stadt ein anschauliches Beispiel für die Eskalation im mitteldeutschen Industrierevier darstellt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Kasernierte Volkspolizei (KVP) trotz ihrer Schwächen bei der Niederschlagung brutal gegen die Bevölkerung vorging.
Der Fall des Justizministers Max Fechner wird als Beispiel für den Zynismus des SED-Regimes dargestellt, das selbst seine treuen Funktionäre aus politischen Gründen opferte.
Die Autorin entwickelt eine Doppelstunde für die Sekundarstufe I, die auf multimediale Quellen und multiperspektivische Analysen setzt, um das historische Bewusstsein zu schärfen.
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