Masterarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,1
Einleitung
1. Begriffsklärungen
1.1 Sexualität
1.2 Erziehung
1.3 Sexuelle Sozialisation
1.4 Sexualpädagogik
1.5 Sexualerziehung
1.6 Sexualaufklärung
1.7 Zusammenfassung
2. Zur Geschichte der Sexualerziehung
2.1 Die sexualpädagogischen Konzeptionen
2.1.1 Die konservativ-repressive Sexualerziehung
2.1.2 Die politisch-emanzipatorische Sexualerziehung
2.1.3 Die vermittelnd-liberale Sexualerziehung
2.2 Der gegenwärtige Umgang mit dem Thema Sexualität
3. Die Entwicklung des Menschen zum Geschlechtswesen
3.1 Die Entwicklung kindlicher Sexualität
3.2 Der Anspruch des Kindes auf Sexualerziehung
4. Sexualerziehung zwischen Elternhaus und Grundschule
4.1 Die elterliche Sexualerziehung
4.2 Die schulische Sexualerziehung
4.2.1 Rechtliche Bestimmungen
4.2.2 Ziele einer emanzipatorischen Sexualerziehung
4.2.3 Neue Anforderungen an die schulische Sexualerziehung
4.2.4 Chancen und Möglichkeiten
4.2.5 Schwierigkeiten und Grenzen
5. Befragung von Lehrerinnen und Lehrern zur praktischen Umsetzung von Sexualerziehung in der Grundschule
5.1 Die Struktur des Fragebogens und die Vorgehensweise
5.2 Die Auswertung
5.2.1 Allgemeine Angaben zur Person
5.2.2 Angaben zum Thema Sexualerziehung
5.3 Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse
Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert und die praktische Umsetzung der Sexualerziehung im Sachunterricht der Grundschule. Anhand einer Lehrerbefragung wird analysiert, wie Lehrkräfte diese Thematik in ihren Unterricht integrieren, welchen Herausforderungen sie dabei begegnen und wie sie die kindlichen Bedürfnisse nach Aufklärung wahrnehmen.
Die Entwicklung kindlicher Sexualität
Noch vor einigen Jahren war die Meinung weit verbreitet, dass es sich bei Kindern um asexuelle Wesen handle. Sigmund Freund belegte als erster Wissenschaftler, dass diese Annahme nicht der Wahrheit entsprach. Im Jahr 1905 entwickelte er das psychoanalytische Modell, in dem er seine Erkenntnisse über die Entwicklung kindlicher Sexualität präsentierte. Ihm ist es zu verdanken, dass allmählich ein Wandel im gesellschaftlichen Denken einsetzte (vgl. Wanzeck-Sielert 2008b, S. 364).
Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die Mädchen und Jungen aus heutiger Sicht sexuell entwickeln. Dabei wird auch auf die Sichtweise Freuds Bezug genommen. Im vorherigen Abschnitt wurde aufgezeigt, dass die sexuelle Entwicklung bereits vor der Geburt beginnt. Das Wohlergehen der Mutter hat positive Auswirkungen auf die körperliche und seelische Entfaltung des Kindes. „Das Ungeborene reagiert auf die Initiativen seiner Eltern, mit ihm in Kontakt zu treten: es im Schoß der Mutter ertasten, sein Strampeln erwidern, für es Musik auflegen, mit ihm sprechen […]“ (Majerus/Majerus 2007, S. 44). Diese Erfahrungen bleiben bis ins Erwachsenenalter bedeutungsvoll. Ein weiteres wichtiges Erlebnis ist die Geburt selbst, die der Säugling mit allen Sinnen erlebt. „Psychoanalytisch orientierte Ärzte sprechen von einem Wechselbad der Körpererfahrungen und Gefühle, von existenzieller Angst vorm Zerdrücktwerden und vom Erstickungsanfall bis zur Erleichterung des ersten Schreis […]“ (Sielert 2005, S. 101). In der Fachliteratur wird der Geburtsvorgang oftmals mit der Vertreibung aus dem Paradies verglichen (vgl. Wanzeck-Sielert 2008b, S. 363).
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Sexualerziehung im Sachunterricht aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und zunehmender Medieneinflüsse.
1. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Sexualität, Erziehung, Sozialisation und Sexualpädagogik, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.
2. Zur Geschichte der Sexualerziehung: Hier wird der historische Wandel sexualpädagogischer Ansätze nachgezeichnet, von repressiven kirchengeprägten Vorstellungen hin zu emanzipatorischen Konzepten.
3. Die Entwicklung des Menschen zum Geschlechtswesen: Dieses Kapitel behandelt die biologischen und psychologischen Phasen der Sexogenese und die Entwicklung kindlicher Sexualität.
4. Sexualerziehung zwischen Elternhaus und Grundschule: Der Fokus liegt auf dem gemeinsamen Bildungsauftrag, rechtlichen Rahmenbedingungen und der Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern.
5. Befragung von Lehrerinnen und Lehrern zur praktischen Umsetzung von Sexualerziehung in der Grundschule: In diesem empirischen Teil werden Ergebnisse einer Lehrerbefragung zu Unterrichtspraxis, Mediennutzung und persönlichen Erfahrungen vorgestellt.
Resümee: Das Resümee reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, professionellen Sexualerziehung in der Grundschule.
Sexualerziehung, Sachunterricht, Grundschule, Lehrerbefragung, Sexualpädagogik, Kindliche Entwicklung, Sexualaufklärung, Sozialisation, Geschlechtsspezifische Entwicklung, Unterrichtspraxis, Elternhaus, Prävention, Emanzipation, Mediennutzung, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit thematisiert die Rolle der Sexualerziehung im Sachunterricht der Grundschule, wobei insbesondere die Kluft zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung beleuchtet wird.
Neben der historischen Einordnung und den rechtlichen Grundlagen stehen die psychosexuelle Entwicklung des Kindes sowie die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern im Fokus.
Ziel ist es, den Stellenwert der Sexualerziehung im Schulalltag zu ermitteln und aufzuzeigen, wie Lehrerinnen und Lehrer die Thematik konkret in den Unterricht einbinden.
Die Autorin führte eine empirische Studie in Form einer Lehrerbefragung mittels eines selbst konstruierten Fragebogens durch, um qualitative Einblicke in die Schulpraxis zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Literaturrecherche zu sexualpädagogischen Konzepten sowie in die detaillierte Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten aus der Lehrerbefragung.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Sexualpädagogik, emanzipatorische Sexualerziehung, kindliche Sexualentwicklung und die Kooperation zwischen Eltern und Schule geprägt.
Besonders die Arbeit mit konservativ geprägten Elternhäusern, der Umgang mit Schamgefühlen der Kinder und die oftmals unzureichende Vorbereitung der Lehrkräfte werden als zentrale Herausforderungen genannt.
Der Sachunterricht gilt als besonders geeignet, da er direkt an die kindliche Lebenswelt anknüpft und das Vorwissen sowie die Fragen der Kinder in einem fächerübergreifenden Kontext aufgreift.
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