Bachelorarbeit, 2016
34 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Anthony Giddens Strukturationstheorie
2.2 Normen
2.3 Instagram: Funktionsweise
2.4 Forschungsstand
3. Empirische Erhebung: Methode
3.1 Erhebungsinstrument
3.2 Kategoriensystem und Leitfaden
3.3 Stichprobe
3.4 Gesprächssituation
3.5 Vorgehen bei der Auswertung
4. Empirische Erhebung: Ergebnisse – Gruppenportrait
4.1 Allokative Ressourcen
4.2 Regeln der Signifikation
4.3 Regeln der Sanktion
4.4 Gruppenidentität als Einflussfaktor für die Gruppennormen
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das soziale Aushandeln von Normen bei Jugendlichen auf der Social-Media-Plattform Instagram. Ziel ist es, unter Anwendung der Strukturationstheorie von Anthony Giddens zu klären, welche spezifischen Normen die Instagram-Nutzung von Jugendlichen prägen und durch welche Mechanismen diese Normen in ihrer Peergroup entstehen und gefestigt werden.
4.2 Regeln der Signifikation
In einem ersten Schritt möchte ich nachfolgend zunächst die Regeln der Signifikation beleuchten, da sie darüber Aufschluss geben, welchen Stellenwert Instagram bei Jugendlichen hat und mit welchen Erwartungen das Medium betrachtet wird. Die Regeln der Signifikation stellen dar, welche Philosophie dem Handeln zugrunde liegt, welcher Sinn ihm beigemessen wird als Ausdruck der kognitiven Ordnung eine Systems (vgl. Weder, 2008, S. 349).
These 1: Instagram ist für Jugendliche ein Portfolio zur Darstellung der eigenen Persönlichkeit gegenüber ihren Freunden und einer unbekannten Öffentlichkeit.
Fast alle Befragten haben einen öffentlichen Account und beschreiben ihr Profil auf Instagram als etwas sehr Individuelles und Persönliches. Ida spricht von einem „Tagebuch“ und Katrin von ihrem „persönlichen Fotoalbum“ (Gruppe 2): „Wenn ich halt immer ein neues Bild hochlade und dann so runterscrolle, dann sehe ich immer so, wie ich mich verändert habe, und das finde ich immer ganz spannend!“ Katrin betont, dass sie das vor allem auch für sich macht und wie gerne sie sich auch selbst ihre eigenen Bilder anschaut (ebd.). Ida vergleicht es auch mit einer Cloud, wo ihre Bilder vor einem Verlust gesichert sind (ebd.) Juna bringt den Begriff „Gästebuch“ ins Spiel, weil man die Möglichkeit hat, Kommentare zu hinterlassen (ebd.). Und Julia hebt den „Wiedererkennungswert“ hervor, den jeder Account haben sollte: „Er soll ja auch mich widerspiegeln“ (Gruppe 1). Es geht den Jugendlichen also um eine authentische Darstellung ihres Selbst, wenngleich von Lotte eingeräumt wird, dass man sich um eine bestmögliche Selbstdarstellung bemüht (ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die starke Allgegenwärtigkeit von Smartphones und Mediennutzung bei Jugendlichen und begründet die Relevanz von Instagram als Untersuchungsgegenstand aufgrund seiner hohen Attraktivität für junge Nutzer.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel führt in Anthony Giddens’ Strukturationstheorie ein und definiert zentrale Begriffe wie Normen und Regeln, um ein theoretisches Fundament für die Analyse des Nutzerverhaltens auf Instagram zu schaffen.
3. Empirische Erhebung: Methode: Hier wird der methodische Ansatz der Gruppendiskussion erläutert, inklusive der Kategoriensystem-Entwicklung, der Auswahl der Stichprobe und des Vorgehens bei der qualitativen Auswertung.
4. Empirische Erhebung: Ergebnisse – Gruppenportrait: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse in Form von elf Thesen, die sich auf Ressourcen, Regeln der Signifikation, Sanktionsmechanismen und den Einfluss der Gruppenidentität konzentrieren.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Instagram-Normen stark durch individuelle Interessen und die Identität innerhalb der Peergroup geprägt sind, während externe Instanzen wie Eltern kaum Einfluss nehmen.
Instagram, Jugendliche, Normen, Strukturationstheorie, Anthony Giddens, Gruppendiskussion, Mediennutzung, Selbstdarstellung, digitale Kultur, Peergroup, soziale Identität, Online-Verhalten, qualitative Forschung, digitale Normen, Social Media
Die Arbeit untersucht das soziale Aushandeln von Verhaltensnormen unter Jugendlichen auf der Foto- und Video-Sharing-Plattform Instagram.
Die zentralen Felder umfassen die Mediennutzung von Jugendlichen, die Anwendung soziologischer Theorien auf digitale Plattformen sowie die Analyse von Selbstdarstellungs- und Kommunikationsnormen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Normen existieren unter Jugendlichen bei der Nutzung von Instagram und woher stammen diese?
Der Autor führt eine qualitative Forschung durch, wobei er primär zwei Gruppendiskussionen mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft durchführt und diese mittels Close-Reading auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Giddens' Strukturationstheorie und die Darstellung der empirischen Ergebnisse, die in elf Thesen zu Ressourcen, Signifikation, Sanktionen und Gruppenidentität zusammengefasst werden.
Wichtige Begriffe sind Instagram, Jugendliche, Normen, Strukturationstheorie, Selbstdarstellung und Gruppenidentität.
Die Analyse zeigt, dass die Gruppenidentität maßgeblich beeinflusst, welche Themen (z. B. Urlaub versus Kunst) gepostet werden und welche Werte die Jugendlichen dabei vertreten.
Laut der Studie haben Eltern und Schulen kaum Einfluss, da sie Instagram oft gar nicht nutzen oder nicht verstehen, wodurch sie keine effektiven Vorbilder oder Regelinstanzen für die Plattform sein können.
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