Diplomarbeit, 2004
112 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Junge Menschen mit Drogen bezogenem Lebensstil
2. 1 Lebenslagen von jungen Drogenkonsumenten
2. 2 Der Drogenkonsum als Lebensstil
2. 3 Die Gefahren von Sucht im Jugendalter
2. 4 Straßensozialarbeit mit Drogenkonsumenten
2. 4. 1 Straßensozialarbeit in Leipzig
2. 4. 2 Zielgruppenbeschreibung
2. 5 Gesundheitliche und soziale Verelendung
2. 6 Die Drogenszene in Leipzig
3 Das BSHG als Grundlage zur Führung eines menschenwürdigen Daseins – Drogenkonsumenten als Leistungsempfänger
3. 1 Die Bedeutung der Sozialhilfe
3. 1. 1 Aufgaben und Ziele von Sozialhilfe
3. 1. 2 Das Recht auf Leistungen nach dem BSHG
3. 1. 3 Mängel des Sozialhilferechts
3. 2 Drogenkonsum und Mitwirkungspflicht
3. 2. 1 Die Formen der Mitwirkungspflicht
3. 2. 2 Suchtbedingte Schwierigkeiten
3. 2. 3 Die Folgen fehlender Mitwirkung
3. 3 Die Beratungspflicht des Sozialamtes
3. 3. 1 Der Anspruch auf Beratung und Information zu Hilfen nach dem BSHG
3. 3. 2 Konsequenzen fehlender Beratung im Bezug auf den Alltag von Drogenkonsumenten
3. 4 Die Akzeptanz von Mitarbeitern des Sozialamtes gegenüber Drogenkonsumenten
3. 4. 1 Die soziale Distanz zwischen Mitarbeiter und Klient
3. 4. 2 Die Billigung des Rechtes auf Autonomie
4 Mitarbeiterbefragung am Leipziger Sozialamt
4. 1 Methodik der Untersuchung
4. 2 Das Befragungsinstrument
4. 3 Rücklauf der Fragebögen und Aufbereitung der Daten
4. 4 Auswertung der Ergebnisse
4. 4. 1 Statistische Angaben
4. 4. 2 Einschätzung der Ergebnisse
5 Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation junger Drogenkonsumenten und deren Anspruch sowie die praktische Umsetzung von Leistungen nach dem BSHG im Leipziger Kontext, um Schwierigkeiten bei Mitwirkungspflichten und Beratungsdefiziten aufzudecken.
Die Drogenszene in Leipzig
Es gibt in Leipzig keine „offene Drogenszene“. Darunter verstehe ich die öffentlich sichtbare Ansammlung von Drogenkonsumenten zum Zweck des Erwerbes, des Handels oder des Konsums von illegalisierten Drogen im innerstädtischen Bereich. Es ist schwierig, eine klare Aussage darüber zu treffen, ab wann man von einer „offenen Szene“ sprechen kann und wer Mitglied in ihr ist. Wenn man z. B. die offene Szene in Bern in der Schweiz kennen gelernt hat, kann man kaum Parallelen zu der in Leipzig ansässigen Szene erkennen. In der öffentlichen Wahrnehmung ist mit dem Begriff „offene Drogenszene“ oft der obdachlose, verelendete und gesundheitlich stark belastete Drogengebraucher verbunden.
Die in Leipzig beheimateten Szenen sind unauffälliger in ihren Erscheinungsbildern und zumeist nur für das „geübtere Auge“ erkennbar. Darum möchte ich die Leipziger Drogenszenen grob als halböffentliche und private Szenetreffpunkte beschreiben. Zum Zeitpunkt des Beginns des Modellprojektes „Mobiler Spritzentausch“ 2001 war der wohl bekannteste Treffpunkt der „Willy-Brandt-Platz“ vor dem Bahnhofsgebäude. Auf Grund hoher Polizeipräsenz und einer massiven Vertreibungspolitik von Drogenkonsumenten aus dem Innenstadtbereich verlagerte sich die Szene seit dieser Zeit immer wieder. Vorzugsweise geschah dies in Parks oder an Plätzen, die wegen dort Drogen verkaufender Dealer stark frequentiert wurden. Solche Treffpunkte sind für Außenstehende am ehesten erkennbar, da häufig verelendete Personen anzutreffen sind und zum intravenösen Drogenkonsum benötigte Utensilien im Umkreis aufgefunden werden. Auch ist der Handel mit Drogen manchmal offensichtlich.
Private Treffpunkte sind zum einen beim Dealer zu Hause oder in Lokalen, zum anderen trifft man sich kurz zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Zu diesen privaten Szenetreffpunkten haben in der Regel nur Käufer einen Zugang, die über andere Käufer in diesen Kreis eingeführt werden.
1 Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation als Straßensozialarbeiter und skizziert die Problematik von Drogenkonsumenten im Kontext der Sozialhilfe in Leipzig.
2 Junge Menschen mit Drogen bezogenem Lebensstil: Dieses Kapitel definiert Sucht und Drogenkonsum und beleuchtet die prekären Lebenslagen sowie die damit verbundenen Risiken für Jugendliche.
3 Das BSHG als Grundlage zur Führung eines menschenwürdigen Daseins – Drogenkonsumenten als Leistungsempfänger: Es wird analysiert, inwieweit das BSHG als Basis für ein menschenwürdiges Leben dient und wo strukturelle Mängel sowie Probleme bei Mitwirkungs- und Beratungspflichten bestehen.
4 Mitarbeiterbefragung am Leipziger Sozialamt: Das Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse einer schriftlichen Befragung von Mitarbeitern des Sozialamtes bezüglich ihrer Arbeitspraxis.
5 Schlussbetrachtungen: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine bessere Qualifizierung der Mitarbeiter sowie eine menschenwürdigere Anwendung des Sozialhilferechts.
Soziale Arbeit, Drogenkonsum, Sucht, BSHG, Sozialhilfe, Jugendhilfe, Straßensozialarbeit, Leipzig, Mitwirkungspflicht, Beratungspflicht, Verelendung, soziale Ausgrenzung, Leistungsempfänger, Prävention, Lebenslage.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Situation drogenkonsumierender junger Menschen als Empfänger von Sozialhilfeleistungen nach dem BSHG in Leipzig und analysiert dabei die Haltung der Sozialbehörden.
Zu den Schwerpunkten zählen die Lebenslagen junger Drogenkonsumenten, die rechtlichen und praktischen Aspekte der Sozialhilfe, die Arbeit der Straßensozialarbeit sowie die Qualität der Beratung und Akzeptanz in den Sozialämtern.
Das Ziel ist es, Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Mitwirkungspflicht aufzuzeigen und zu untersuchen, ob die Mitarbeiter des Sozialamtes den Anforderungen einer fachgerechten Beratung und Akzeptanz gegenüber Drogenkonsumenten gerecht werden.
Der Autor führt eine empirische, voll-standardisierte schriftliche Befragung bei Mitarbeitern verschiedener Außenstellen des Leipziger Sozialamtes durch.
Der Hauptteil analysiert die Lebensbedingungen in der Drogenszene, die gesetzlichen Grundlagen des BSHG, die Problematik der Mitwirkungspflicht und der Beratungspflicht sowie die Auswertung der durchgeführten Mitarbeiterbefragung.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Drogenkonsum, Sucht, Sozialhilfe (BSHG), Straßensozialarbeit, Beratungspflicht und soziale Ausgrenzung.
Wie die Befragung zeigt, liegt dies oft an der Sorge vor einer zweckentfremdeten Verwendung des Geldes für Drogen, teilweise begründet durch Vorgesetztenanweisungen.
Die Mehrheit der befragten Mitarbeiter gibt an, dass die Suchtproblematik der Klienten keinen direkten Einfluss auf das Beratungsgespräch hat, was auf ein Defizit im Umgang mit dieser speziellen Klientel hindeutet.
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