Bachelorarbeit, 2014
58 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Der Humanismus
2.1 Eine Definition
2.2 Das Bildungskonzept
3. De studiis et litteris liber
3.1 Leonardo Bruni Aretino
3.2 Analyse des Briefs de studiis et litteris liber
4. Der Kernlehrplan Latein NRW
5. Vergleich der Texte
6. Fabula Phaedri
6.1 Leben und Werk des Phaedrus
6.2 Die Fabel
6.3 Übersetzung der Fabel cicada et noctua
6.4 Analyse der Fabel cicada et noctua
7. Die Bedeutung der lateinischen Sprache für die Gegenwart
8. Schlussbemerkung
10. Anhang
10.1 Graphik
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der lateinischen Sprache in der Gegenwart, indem sie das humanistische Bildungskonzept (exemplifiziert an Leonardo Brunis "De studiis et litteris liber") und den aktuellen Kernlehrplan Latein NRW vergleichend analysiert sowie die Fabel "Cicada et noctua" von Phaedrus als praktisches Exempel heranzieht.
3.2 Analyse des Briefs de studiis et litteris liber
An dieser Stelle wird der Brief, den Bruni vermutlich zwischen 1422 und 1429 an Donna Baptista di Malatesta, die Tochter von Federicos da Montefeltre und die Gattin von Galeazzo Malatesta, des Herrn von Pesaro, verfasst hat, analysiert. Zu dieser Zeit hatte sich Bruni durch seine Arbeit als anerkannter Schriftsteller und Politiker bereits in der Gesellschaft etabliert. Es handelt sich bei diesem Brief um eine Abhandlung über das wissenschaftliche Studium, wobei besonders auf eruditio als Synthese von scientia rerum und peritia litterarum eingegangen wird.
Zu Beginn des Briefes beschreibt Bruni seine Intention, nämlich dass er Baptista zu ihrem vortrefflichen ingenium beglückwünschen und sie dazu anregen möchte, dieses noch weiter zu entfalten. Gleichsam des Stils antiker Autoren wie z.B. Cicero, verwendet er mit seinem Lob eine captatio benevolentae, um die Sympathie der Adressatin zu erlangen und dadurch seine Ideen eingängiger propagieren zu können. Grundsätzlich war eine solche Widmung eines Textes an Personen aus dem Fürstentum, wie hier an Baptista, zur Zeit des Humanismus üblich, da diese als „Prorektoren der neuen Studien“ fungierten. Durch ihre Zustimmung war es den Autoren möglich, noch größere Anerkennung in der Gesellschaft zu gewinnen. Die Besonderheit dieser Widmung liegt darin, dass sie an eine Frau gerichtet wurde. Anhand dieses Briefes möchte Bruni Vätern aufzeigen, dass es wichtig ist, dass auch ihre Töchter Bildung erfahren.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die aktuelle Debatte um das Latinum und stellt die grundlegende Frage nach dem Wert der lateinischen Sprache für die heutige Zeit.
2. Der Humanismus: Das Kapitel definiert den Humanismus als Bildungsbewegung und beschreibt dessen zentrales, auf die Antike ausgerichtetes Bildungskonzept.
3. De studiis et litteris liber: Hier werden das Leben von Leonardo Bruni und sein bedeutender Brief als Leitfaden für ein humanistisch geprägtes wissenschaftliches Studium analysiert.
4. Der Kernlehrplan Latein NRW: Das Kapitel untersucht die Zielsetzungen und Strukturvorgaben des aktuellen Lehrplans für den Lateinunterricht in NRW.
5. Vergleich der Texte: Die Arbeit vergleicht die historische Abhandlung Brunis mit den modernen Lehrplänen und stellt Parallelen sowie Unterschiede im Bildungsverständnis fest.
6. Fabula Phaedri: Dieser Abschnitt widmet sich Phaedrus als Fabeldichter und analysiert exemplarisch die Fabel "Cicada et noctua" hinsichtlich Struktur, Inhalt und moralischer Aussage.
7. Die Bedeutung der lateinischen Sprache für die Gegenwart: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt, um die Relevanz von Latein im Kontext einer ökonomisch orientierten Gesellschaft zu diskutieren.
8. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Latein als Sprache der kulturellen Basis unverzichtbar bleibt und kritisiert eine rein ökonomisch getriebene Bildungspolitik.
10. Anhang: Enthält eine graphische Darstellung der Kompetenzbereiche des Kernlehrplans.
Humanismus, Latein, Bildung, Kernlehrplan, Phaedrus, Cicada et noctua, Antike, Didaktik, Eruditio, Literatur, Philologie, Gesellschaftskritik, Kompetenz, Sprachbildung, Meritokratie.
Die Arbeit diskutiert die Bedeutung der lateinischen Sprache und Kultur für die moderne Gesellschaft und den heutigen Schulunterricht.
Zentrale Felder sind das humanistische Bildungskonzept, die moderne Fachdidaktik Latein und die Analyse antiker Texte als moralische Wegweiser.
Das Ziel ist es, auf Basis historischer und aktueller Texte zu begründen, warum das Erlernen von Latein über das reine Vokabellernen hinaus für die persönliche und gesellschaftliche Bildung essenziell ist.
Es wird eine vergleichende Analyse zwischen einer humanistischen Programmschrift und dem modernen Kernlehrplan Latein NRW durchgeführt, ergänzt durch eine textanalytische Untersuchung einer Fabel des Phaedrus.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Humanismus, die Analyse von Leonardo Brunis Werk, die Untersuchung des Kernlehrplans und die Interpretation der Fabel "Cicada et noctua".
Wichtige Begriffe sind Humanismus, Sprachbildung, Didaktik, antike Literatur, Bildungskonzept und gesellschaftliche Relevanz.
Während der Humanismus die ganzheitliche Bildung ("eruditio") und die sittliche Reife betont, fokussiert das moderne Bildungssystem primär auf messbare Ergebnisse und ökonomische Verwertbarkeit.
Die Fabel dient als konkretes Exempel, um zu zeigen, dass antike Inhalte durch ihre indirekte Kritik und Moral auch heute noch auf aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse übertragbar sind.
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