Diplomarbeit, 2016
97 Seiten, Note: 1,0
1 Anliegen und Methode dieser Arbeit
2 Der Zusammenhang von Gesundheit, Krankheit und Krankenstand
2.1 Statische und dynamische Konzepte von Gesundheit und Krankheit
2.2 Der Krankenstand und seine individuelle Dimension
3 Die Salutogenesetheorie von Aaron Antonovsky
3.1 Heterostase, Entropie, HEDE-Kontinuum
3.2 Stressoren und Generalisierte Widerstandsressourcen
3.3 Kohärenzgefühl
3.4 Zusammenfassung und Praxisbezug
4 Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Sozialisation
4.1 Sozialisation als Prozess der Persönlichkeitsentwicklung
4.1.1 Sozialisation als Prozess der Rollenübernahme
4.1.2 Sozialisation als produktive Verarbeitung der Realität
4.1.3 Selbstbild und Identität
4.1.4 Das Konzept der Entwicklungsaufgaben
4.1.5 Sozialisationsphasen und Sozialisationsinstanzen
4.2 Das Sozialisationsmodell von Klaus Hurrelmann
4.2.1 Hurrelmanns Definitionen von Gesundheit und Krankheit
4.2.2 Gesundheitliche Risikofaktoren und Ressourcen
4.2.3 Die Schlüsselrolle des individuellen Gesundheitsverhaltens
4.3 Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung in den verschiedenen Lebensphasen
4.3.1 Kindheit
4.3.2 Jugend
4.3.3 Erwachsenenalter
4.4 Zusammenfassung und Praxisbezug
5 Die berufstätigen Generationen im soziologisch-psychologisch-gesundheitlichen Profil
5.1 Baby Boomer
5.1.1 Sozialisatorische Bedingungen und psychosoziales Profil
5.1.2 Gesundheitliches Profil
5.1.3 Ausgewählte Risikokonstellationen und Ressourcen
5.2 Generation Golf
5.2.1 Sozialisatorische Bedingungen und psychosoziales Profil
5.2.2 Gesundheitliches Profil
5.2.3 Ausgewählte Risikokonstellationen und gesundheitsfördernde Ressourcen
5.3 Generation Y
5.3.1 Sozialisatorische Bedingungen und psychosoziales Profil
5.3.2 Gesundheitliches Profil
5.3.3 Ausgewählte Risikokonstellationen und Ressourcen
6 Eine komplexe Führungsintervention zur Team- und Personalentwicklung und ihre Auswirkungen auf den Krankenstand
6.1 Ausgangssituation
6.2 Alters- und generationenbezogene Analyse der Teamstruktur
6.3 Problemanalyse
6.4 Ableitung von Entwicklungszielen
6.5 Zielgerichtete Maßnahmenableitung
6.6 Neuzuordnung der Bereichsleitung
6.7 Konzeption und Durchführung der modularen Fortbildungsreihe
6.7.1 Pädagogische Umsetzung
6.7.2 Organisatorische Realisierung
6.7.3 Ergebnisdiskussion
6.8 Zusammenfassende Diskussion
7 Resümee
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine alters-, lebensphasen- und generationenbezogene Perspektive auf den betrieblichen Krankenstand zu entwickeln, um daraus gezielte Führungsinterventionen zur Beeinflussung dieses Krankenstandes abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei den Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsentwicklung, Sozialisation und dem Gesundheitszustand der Mitarbeiter.
4.1.2 Sozialisation als produktive Verarbeitung der Realität
Mit der historischen und gesellschaftlichen Entwicklung änderte sich auch das vorherrschende Gesellschaftsmodell. Die heutige, moderne Gesellschaft verlangt nicht nach Anpassung und Rollenübernahme, sondern nach selbständigen, aktiv gestaltungsfähigen Persönlichkeiten. Sozialisation als Prozess der Persönlichkeitsentwicklung wird damit in einen sozialen und kulturellen Kontext gestellt, der weniger auf das Erlernen und Verinnerlichen von Rollenmustern und gesellschaftlichen Normen fokussiert, sondern vielmehr auf die eigenständige und selbst gesteuerte Auseinandersetzung mit der kulturellen und sozialen Umwelt (vgl. Hurrelmann 2006a: 11–14).
Hurrelmann definiert Sozialisation als „... den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt. Sozialisation ist die lebenslange Aneignung von und Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Menschen die ‚innere Realität‘ bilden, und der sozialen und physikalischen Umwelt, die für den Menschen die ‚äußere Realität‘ bilden“ (Hurrelmann 2006a: 15-16).
In dieser lebenslangen Auseinandersetzung zwischen der inneren und der äußeren Realität nimmt der Mensch jedoch keine passive, rezipierende Rolle ein. Er entwickelt zielgerichtet Aspekte der eigenen Persönlichkeit und greift handelnd in die Entwicklung der sozialen und gegenständlichen Umwelt ein. „Menschen sind … lebenslang Produzenten ihrer eigenen Entwicklung“ (Hurrelmann 2006a: 35).
Sozialisation als „produktive Verarbeitung der Realität“ (Hurrelmann 2006a: 35) erfolgt lebenslang, aber in unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Fokussierung. „Die Persönlichkeitsentwicklung besteht lebenslang aus einer nach Lebensphasen spezifischen Bewältigung von Entwicklungsaufgaben“ (Hurrelmann 2006a: 35). In diesem Prozess entwickelt der Mensch grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihm in der Folge als Handlungskapazität zur Verfügung stehen (vgl. Hurrelmann 1988: 94).
1 Anliegen und Methode dieser Arbeit: Einführung in die Relevanz des betrieblichen Krankenstands angesichts des demografischen Wandels und Darstellung des theoretischen Rahmens.
2 Der Zusammenhang von Gesundheit, Krankheit und Krankenstand: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Gesundheit, Krankheit und Krankenstand mit Fokus auf deren subjektive und individuelle Dimensionen.
3 Die Salutogenesetheorie von Aaron Antonovsky: Vorstellung der salutogenetischen Perspektive, die Gesundheit und Krankheit als Kontinuum begreift und die Rolle von Widerstandsressourcen und Stressbewältigung betont.
4 Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Sozialisation: Erläuterung von Hurrelmanns Sozialisationsmodell und die Bedeutung lebensphasenspezifischer Entwicklungsaufgaben für die Persönlichkeitsentwicklung.
5 Die berufstätigen Generationen im soziologisch-psychologisch-gesundheitlichen Profil: Detaillierte Analyse der generationenspezifischen Merkmale und Gesundheitsdispositionen von Baby Boomern, Generation Golf und Generation Y.
6 Eine komplexe Führungsintervention zur Team- und Personalentwicklung und ihre Auswirkungen auf den Krankenstand: Praxisnahe Darstellung eines Interventionskonzepts zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit und Reduktion von Fehlzeiten im Bereich Serviceassistenz.
7 Resümee: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen Ansätze und praktische Handlungsempfehlungen für Führungskräfte im Umgang mit krankheitsbedingten Fehlzeiten.
Betrieblicher Krankenstand, Gesundheitsmanagement, Sozialisation, Salutogenese, Aaron Antonovsky, Klaus Hurrelmann, Generation Y, Personalentwicklung, Teamentwicklung, Gesundheitsförderung, Psychische Gesundheit, Identitätsentwicklung, Arbeitswelt, Führungsintervention, Stressbewältigung.
Die Arbeit analysiert betriebliche Krankenstände aus einer soziologisch-psychologischen Perspektive und verbindet theoretische Modelle mit konkreten Führungsstrategien in Krankenhäusern.
Die zentralen Felder umfassen die Salutogenesetheorie, das Sozialisationsmodell, die Persönlichkeitsentwicklung über verschiedene Lebensphasen sowie spezifische Generationenprofile im Arbeitsleben.
Ziel ist es, eine alters- und generationenbezogene Sicht auf den Krankenstand zu schaffen, um Führungskräften eine fundierte Basis für effektive Interventionen zur Gesundheitsförderung zu bieten.
Die Arbeit nutzt maßgeblich die Salutogenesetheorie von Aaron Antonovsky und das Sozialisationsmodell von Klaus Hurrelmann, um die Entstehung von Gesundheit und Krankheit zu erklären.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von Gesundheits- und Sozialisationsprozessen, der Erstellung spezifischer Profile für drei Arbeitsgenerationen und der Beschreibung eines realen Interventionsprojekts zur Teamentwicklung.
Wichtige Begriffe sind Betrieblicher Krankenstand, Sozialisation, Salutogenese, Generationenmanagement, Teamentwicklung und Gesundheitsförderung.
Während Baby Boomer stärker konsensorientiert und beständig sind, zeichnet sich die Generation Y durch eine höhere Individualität, einen starken Wunsch nach sofortigem Feedback und eine geringere Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber aus.
Führungskräfte tragen die Verantwortung, durch gezielte Maßnahmen eine vertrauensvolle Basis zu schaffen und die Mitarbeitenden in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, um so die Anpassungsleistungen an berufliche Anforderungen zu fördern.
Ein starkes Kohärenzgefühl hilft Mitarbeitern, berufliche Stressoren besser zu bewerten und handzuhaben, was direkt zu einer stabileren gesundheitlichen Verfassung und niedrigeren Fehlzeiten führen kann.
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