Bachelorarbeit, 2012
43 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Der Männermangel in Zahlen
2.1 Allgäuer Daten
2.2 Bundesweite Daten
2.3 Zusammenfassung
3. Historie der Altenpflege
3.1 Die Altenpflege als Teil der Armenfürsorge
3.2 Historische Erklärungsansätze für den Männermangel
3.2.1 Konstruktion der Pflege als Frauenberuf
3.2.2 Entwicklung der Altenpflege als eigenständiger (Frauen-)Beruf
3.3 Zusammenfassung
4. Geschlechterforschung: Entwicklung und Erklärungsansätze
4.1 Geschlechtsspezifika
4.2 Geschlechterdifferenzen sind natürlich
4.3 Geschlechterdifferenzen sind sozialisiert
4.4 Geschlechterdifferenzen sind konstruiert
4.5 Geschlechtsspezifische Erklärungsansätze für den Männermangel
4.5.1 Doing gender im Berufswahlprozess
4.5.2 Geschlechtskonformität des Berufes
4.5.3 Erfüllung der Geschlechterrolle
4.5.4 Prestige der professionellen Altenpflege
4.6 Zusammenfassung
5. Männliche Sozialisation
5.1 Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit
5.2 Soziologische Erklärungsansätze für den Männermangel
5.3 Zusammenfassung
6. Männer im Kontext der beruflichen Altenpflege
6.1 Wege in die professionelle Pflege
6.2 Bedeutung von Geschlecht in der direkten Pflege
6.2.1 Männliche Pflegekräfte im Pflegeteam
6.2.2 Männliche Pflegekräfte und BewohnerInnen des Pflegeheims
6.3 Zusammenfassung
6.4 Bedeutung von Geschlecht in der indirekten Pflege
6.4.1 Doppelte Stigmatisierung
6.4.2 Distanzierung durch Spezialisierung und Aufstieg
6.4.3 Männer in Führungspositionen der stationären Altenpflege
6.4.4 Begünstigung des männlichen Aufstiegs
6.5 Zusammenfassung
7. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die gesellschaftlichen, historischen und soziologischen Hintergründe des Männermangels in der professionellen Altenpflege zu untersuchen. Die Arbeit stellt die Forschungsfrage, warum so wenige Männer in der Altenpflege tätig sind und bewertet das Modellprojekt „Technischer Pflegefachhelfer“ im Hinblick auf seine Eignung, die Attraktivität des Berufsbildes für Männer zu steigern.
3.2.1 Konstruktion der Pflege als Frauenberuf
Der Spagat, das bis dahin „schmutzige Gewerbe“ des Pflegeberufs zu einer „achtbaren Frauenarbeit“ in bürgerlichen Kreisen zu machen, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen (vgl. Kellner 2011, S. 93), gelang durch zwei Veränderungen: Zum einen wurde die Pflege kranker und alter Menschen zum „Liebesdienst par excellence“ und zum „heiligen und würdigen“ Geschäft erklärt. Zum anderen wurde der Frau die professionelle Pflegetätigkeit nun auf Grund ihrer „wesensmäßigen“ Ähnlichkeit zur Hausfrauen- und Mutterrolle zugeordnet (vgl. Bischoff 1984 zit. nach Schneider 2007, S.29).
„Nächst dem Beruf der Gattin und Mutter, zu dem die Frau von der Vorsehung vor allem bestimmt ist, ist sicher der Pflegeberuf derjenige, der dem Mütterlichkeitsempfinden, das in jedem Frauenherzen ruht, am meisten Befriedigung gibt.“ (Lindauer J. 1928 zit. nach Kellner 2011, S.93).
Das Zitat steht in direktem Kontrast zum oben stehenden Ausspruch aus dem Jahre 1784 und verdeutlicht die zentrale Veränderung in der Wahrnehmung des Pflegeberufs. Dieser hatte sich vom sog. „schmutzigen Gewerbe“ zur „weibliche Berufung“ gewandelt (vgl. Kellner 2011, S. 92). Die Grundlage für eine „Verweiblichung der Pflege“ (Kellner 2011, S. 83) und gleichzeitige Verdrängung der Männer aus dem Beruf war gelegt (vgl. Kellner 2011, S. 93).
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und den daraus resultierenden Fachkräftemangel, welcher zur Imagekampagne und dem Modellprojekt „Technischer Pflegefachhelfer“ führte.
2. Der Männermangel in Zahlen: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand von Allgäuer und bundesweiten Daten die Geschlechterungleichheit in der professionellen Altenpflege.
3. Historie der Altenpflege: Hier wird aufgezeigt, dass die Altenpflege ursprünglich kein reiner Frauenberuf war, sondern erst durch gesellschaftliche Umbrüche im Zuge der Industrialisierung dazu konstruiert wurde.
4. Geschlechterforschung: Entwicklung und Erklärungsansätze: Das Kapitel führt in die Geschlechterforschung ein und nutzt Konzepte wie „Doing gender“, um die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes zu erklären.
5. Männliche Sozialisation: Es wird analysiert, wie traditionelle männliche Sozialisationsprozesse, etwa durch fehlende männliche Rollenvorbilder, zu einer Abgrenzung von pflegerischen Berufen führen.
6. Männer im Kontext der beruflichen Altenpflege: Dieses Kapitel untersucht die Motive männlicher Pfleger und die Bedeutung ihres Geschlechts für ihre Tätigkeit sowie ihre Karrierechancen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt kritische Fragen hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit von Projekten, die geschlechtertypische Strukturen nicht grundlegend verändern.
Altenpflege, Männermangel, Geschlechterforschung, Doing gender, Männliche Sozialisation, Berufsbiografien, Pflegewissenschaft, Arbeitsmarktsegregation, Technischer Pflegefachhelfer, Geschlechterrolle, Professionalisierung, Fachkräftemangel, Männlichkeitsideal, Karriere, Pflegeberuf
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen, historischen und soziologischen Hintergründe des Männermangels in der Altenpflege und beleuchtet dabei die Erfahrungen männlicher Pflegekräfte.
Zu den Schwerpunkten gehören die Geschlechterforschung, die Geschichte des Pflegeberufs, männliche Sozialisationsprozesse sowie die Analyse von Karrierewegen innerhalb der Altenpflege.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen der Unterrepräsentanz von Männern im Pflegeberuf zu schaffen und die Sinnhaftigkeit neuer Ansätze wie des „Technischen Pflegefachhelfers“ zu bewerten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung qualitativer Befragungen, die im Rahmen eines Forschungsprojekts gewonnen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der „Verweiblichung“ der Pflege, die theoretische Fundierung durch Geschlechtersoziologie und eine Praxisanalyse der Situation männlicher Beschäftigter in der Altenpflege.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie „Männermangel in der Altenpflege“, „Geschlechterrolle“, „Doing gender“ und „Berufsbiografien“ beschreiben.
„Doing gender“ beschreibt, dass Geschlechtsidentität nicht als naturgegeben, sondern als durch tägliche soziale Interaktionen und Berufswahlentscheidungen aktiv konstruiert und reproduziert verstanden wird.
Das Projekt wird kritisch hinterfragt, da es Gefahr läuft, bestehende geschlechtsspezifische Vorurteile – etwa die Annahme, Männer seien nur für technische Aufgaben in der Pflege geeignet – zu zementieren, anstatt die grundlegenden Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Dies bezieht sich auf den Vorteil, den Männer auch in frauendominierten Berufen oft genießen, indem sie sich angenehmere Tätigkeitsfelder aussuchen können oder durch eine schnellere Karriereentwicklung begünstigt werden.
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