Masterarbeit, 2016
166 Seiten, Note: 1,56
1 Einleitung
2 Inhaltliche Einbettung und Stand der Forschung
2.1 Gesundheit als Konstruktion
2.2 Eigenverantwortliches Gesundheitsverhalten
2.3 Förderung gesundheitlicher Eigenverantwortung
2.4 Kritik an gesundheitlicher Eigenverantwortung
2.5 Empirischer Stand der Forschung
3 Theoretischer Hintergrund – Diskurstheorie
3.1 Der Diskursbegriff und die Produktion von Wahrheit
3.2 Die Diskursanalyse
4 Methodologie
4.1 Methodisches Vorgehen der inhaltlichen Einführung
4.2 Diskursanalyse und Datenkorpus
4.2.1 Anmerkungen zu Methode und Themenwahl
4.2.2 Die Auswahl der Daten
4.2.3 Die Generierung des Datenkorpus
4.3 Methodisches Vorgehen der Diskursanalyse
4.3.1 Die Grobanalyse
4.3.2 Die Feinanalyse
5 Ergebnisse
5.1 Grobanalyse der Brigitte
5.1.1 Allgemeine Phänomene und gesundheitliche Eigenverantwortung in der Brigitte
5.1.2 Die Konstruktion von Gesundheit der Brigitte
5.2 Feinanalyse Brigitte
5.3. Grobanalyse Men’s Health
5.3.1 Allgemeine Phänomene und gesundheitliche Eigenverantwortung in der Men’s Health
5.3.2 Die Konstruktion von Gesundheit der Men’s Health
5.4 Feinanalyse Men’s Health
5.5 Zusammenführung der Zwischenergebnisse
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Methode
6.2 Diskussion der Ergebnisse
7 Conclusio
Die Arbeit untersucht den Diskurs gesundheitlicher Eigenverantwortung in den deutschsprachigen Printmedien "Brigitte" und "Men’s Health", mit dem Ziel, das darin konstruierte Gesundheitsverständnis und die an die Individuen gerichteten Anforderungen mittels diskurstheoretischer Analyse nach Michel Foucault kritisch zu hinterfragen.
2.1 Gesundheit als Konstruktion
In der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Stand Mai 2014 heißt es: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Die Gesundheitsdefinition des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie fokussiert auf ähnliche Aspekte: „Gesundheit wird als mehrdimensionales Phänomen (seltsames, ungewöhnliches Ereignis) verstanden und reicht über den ‚Zustand der Abwesenheit von Krankheit’ hinaus“ (BMBF, 1997). Beide Begriffsdefinitionen verweisen auf die subjektiven Dimensionen von Gesundheit, die im Hinblick auf zeitliche und kulturelle Bedingungen zudem einem kontinuierlichen Wandel unterliegen (Bloch, 1995).
Hurrelmann (2006: 7) schließt sich dem an und definiert Gesundheit als einen „Zustand des Wohlbefindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich körperlich, psychisch und sozial im Einklang mit den jeweils gegebenen inneren und äußeren Lebensbedingungen befindet“. Der objektive und subjektiv empfundene Gesundheitszustand eines Individuums hänge demnach von der Fähigkeit ab, körperliche, seelische und soziale Bereiche in Balance zu bringen. Weiterhin bedinge er sich dadurch, die individuellen Lebensbedingungen mit den gegebenen persönlichen Ressourcen und Zielen in Einklang zu bringen, sodass die Erfüllung von Pflichten und der Genuss von Vergnügen gewährleistet seien (ebd.). Diese Konnotation fasst Freud wie folgt zusammen: „Gesundheit ist die Fähigkeit lieben und arbeiten zu können“ (Freud, o.J. in Waller 2006: 9).
Der Medizinsoziologe Talcott Parsons hingegen betont den verpflichtenden Charakter im Sinne einer Erfüllung von Rollen und Aufgaben. Er hält Gesundheit für einen „Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben, für die es sozialisiert (…) worden ist“ (Parsons 1951: 431). Laut Parsons (1958: 10) stelle Gesundheit somit eine der funktionalen Vorbedingungen des sozialen Lebens dar. Denn beinahe in allen Definitionen zähle sie zu den funktionalen Bedürfnissen der Gesellschaftsmitglieder, was dazu führe, dass ein zu niedriges Gesundheitsniveau und ein zu häufiges Krankheitsauftreten dysfunktional im Hinblick auf das Funktionieren eines sozialen Systems seien, da Krankheit die Erfüllung sozialer Rollen unmöglich mache.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Eigenverantwortung im Gesundheitswesen vor und führt in die diskurstheoretische Fragestellung der Arbeit ein.
2 Inhaltliche Einbettung und Stand der Forschung: Dieses Kapitel erläutert den Gesundheitsbegriff als soziale Konstruktion und diskutiert den aktuellen Forschungsstand zur gesundheitlichen Eigenverantwortung.
3 Theoretischer Hintergrund – Diskurstheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Diskurstheorie nach Foucault sowie deren Anwendung in der Diskursanalyse dargelegt.
4 Methodologie: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, von der Datengenerierung bis hin zur Durchführung der Grob- und Feinanalyse des Datenkorpus.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der diskursanalytischen Untersuchung der Zeitschriften "Brigitte" und "Men’s Health" werden hier im Detail präsentiert und zusammengeführt.
6 Diskussion: Die gewonnenen Erkenntnisse werden reflektiert, methodisch eingeordnet und in den breiteren wissenschaftlichen Kontext sowie zur Beantwortung der Forschungsfragen genutzt.
7 Conclusio: Die Conclusio fasst die Kernergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt Impulse für zukünftige Forschungsansätze.
Eigenverantwortung, Gesundheit, Diskursanalyse, Michel Foucault, Gesundheitsförderung, Prävention, unternehmerisches Selbst, Leistungsfähigkeit, Printmedien, Brigitte, Men’s Health, Empowerment, Medizinisierung, Selbstoptimierung, Gesundheitsverständnis.
Die Arbeit analysiert, wie das Konzept gesundheitlicher Eigenverantwortung in den populären Zeitschriften "Brigitte" und "Men’s Health" kommuniziert wird und welche Gesundheitsbilder dadurch konstruiert werden.
Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Gesundheit, das Konzept der Eigenverantwortung, die ökonomische Steuerung von Gesundheitsverhalten und die Analyse medialer Machtstrukturen.
Ziel ist es, die Gültigkeit des Diskurses gesundheitlicher Eigenverantwortung zu hinterfragen und zu untersuchen, welche impliziten Anforderungen an die Subjekte gestellt werden, gesund zu bleiben.
Die Untersuchung nutzt die wissenssoziologische Diskursanalyse nach Reiner Keller, basierend auf der Diskurstheorie von Michel Foucault.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Einbettung, die methodische Herleitung, die detaillierte Grob- und Feinanalyse des Datenkorpus sowie die Diskussion der Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Eigenverantwortung, Gesundheit, Diskursanalyse, unternehmerisches Selbst, Empowerment und Selbstoptimierung.
Während beide Medien auf Eigenverantwortung setzen, nutzt Brigitte häufiger Anspielungen und geschlechtsspezifische Themen, während Men’s Health direktere, offensivere Ratschläge und stark maskuline, leistungsorientierte Aspekte verwendet.
Der Arzt fungiert weiterhin als letzte rettende Instanz mit hoher Deutungshoheit, an die sich das Subjekt bei ernsthaften Erkrankungen wenden kann, wenn die Eigenverantwortung an ihre Grenzen stößt.
Die Arbeit legt nahe, dass die Kommunikation eher zu einer Ökonomisierung des Selbst und einem Zwang zur ständigen Selbstoptimierung führt, statt zwangsläufig das Wohlbefinden zu steigern.
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