Masterarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Ausdifferenzierung der Fanszenerie
2.1 Der konsumorientierte Fan
2.2 Der erlebnisorientierte Fan
2.3 Der fußballzentrierte Fan
3 Das Kollektivgut Fußball - Theoretische Auseinandersetzung mit der Fragestellung
3.1 Die Theorie des kollektiven Handelns - Ausgangslage
3.2 Die Kollektivgutproblematik
3.3 Der Beitritt zu organisierten Gruppen
3.3.1 Positive und negative Anreize
3.4 Aktives Handeln innerhalb von Gruppierungen
3.4.1 Die direkte Überwachung der Mitglieder
3.4.2 Selektive Anreize
3.4.2.1 Status innerhalb einer Gruppe
3.4.2.2 Prestige innerhalb einer Gruppe
3.4.2.3 Soziale Anreize und rationales Verhalten
3.4.3 Werte, Normen und soziale Sanktionen
3.4.4 Intrinsische Motivation
4 Die Kommerzialisierung des Profifußballs
4.1 Definition und Wirkungsweise der Kommerzialisierung
4.2 Der Verkauf von Eintrittskarten und die Konzeption der Stadien
4.2.1 In der deutschen Bundesliga
4.2.2 In der englischen Premier League
4.2.3 In der spanischen La Liga
4.2.4 Vergleich
4.3 Sponsoring und Werbung
4.3.1 In der deutschen Bundesliga
4.3.2 In der englischen Premier League
4.3.3 In der spanischen La Liga
4.3.4 Vergleich
4.4 Mediale Übertragungsrechte
4.4.1 In der deutschen Bundesliga
4.4.2 In der englischen Premier League
4.4.3 In der spanischen La Liga
4.4.4 Vergleich
5 Reaktionen der Fans
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der zunehmenden Kommerzialisierung im Profifußball auf das Kollektivgut Fußball im Vergleich der drei europäischen Ligen Deutschland, England und Spanien. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den Auswirkungen auf kollektives Handeln von Fangruppierungen, die sich gegen diese Entwicklung positionieren.
3.1 Die Theorie des kollektiven Handelns - Ausgangslage
Wie bereits erläutert, fallen die fußballzentrierten Fans vor allem durch die optische und gesangliche Unterstützung einer Fußballmannschaft auf. Dies geschieht nicht nur im Stadion des Fußballvereins, zu dem sie sich bekennen, sondern auch in Auswärtsspielen des Vereins. Ebenfalls setzen sie sich durch Banner und Choreographien für ihre Anliegen ein. Somit bleibt zu konstatieren, dass es zwei primäre Ziele gibt: eine ansprechende Unterstützung des jeweiligen Vereins sowie die Realisierung ihrer Fan-Interessen. Eben diese Ziele lassen sich allerdings nicht alleine, sondern im Kollektiv verwirklichen. Daher erscheint es zunächst einmal logisch anzunehmen, dass Individuen, die an der Durchsetzung ihrer Ziele interessiert sind, sich für diese Realisierung aktiv engagieren und sich somit zu einem Kollektiv zusammenschließen.
Der theoretische Ansatz, auf den die vorliegende Arbeit zurückgreift, setzt genau an diesem Punkt an.
"Aus der Annahme, daß Mitglieder einer Gruppe ein gemeinsames Interesse oder Ziel haben und sie alle besser daran wären, wenn dieses Ziel erreicht würde, schien logisch zu folgen, daß die einzelnen Mitglieder einer solchen Gruppe, sofern sie sich rational im Eigeninteresse verhalten, so handeln werden, daß dieses Ziel erreicht wird." 11
Neben Olson dient ebenfalls die Sicht von Viktor Vanberg über kollektives Handeln in Gruppen der vorliegenden Arbeit als theoretische Grundlage, da er betont, dass auf Grund ihres gemeinsamen Interesses diese Personen automatisch eine Interessensgruppe bilden.12
Somit gruppiert Vanberg alle Personen mit einem gemeinsamen Interesse zu einer Gruppe. Diese sehr weite Definition einer Interessensgruppe erklärt zwar, wie Interessensgruppen entstehen, begründet allerdings noch nicht, ob Individuen, die in diesem Sinne zu einer Interessensgruppierung zählen, sich aktiv für die Verwirklichung dieser Ziele einsetzen.
Der Grund, warum Akteure innerhalb einer Interessensgruppe nur unter bestimmten Bedingungen gewillt sind, sich für das Erreichen des Ziels zu engagieren, liegt im Ziel selbst. Das Ziel ist immer die Verwirklichung des Verlangens. Jedoch kann der Gegenstand dieses gemeinsamen Interesses davon abweichen. Er kann die Bereitstellung bestimmter Produkte oder Leistungen sein sowie die Behebung oder sogar Beibehaltung eines gewissen Zustands. Jedoch wird in jedem Fall ein Kollektivgut beschrieben13.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Kommerzialisierung im Profifußball ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung für die aktive Fanszenerie sowie die Forschungsfrage.
2 Ausdifferenzierung der Fanszenerie: Dieses Kapitel kategorisiert Fußballfans in konsumorientierte, erlebnisorientierte und fußballzentrierte Fans, um die für die Arbeit relevante Zielgruppe zu bestimmen.
3 Das Kollektivgut Fußball - Theoretische Auseinandersetzung mit der Fragestellung: Das Kapitel legt die theoretische Basis des kollektiven Handelns nach Olson und Vanberg und untersucht, warum sich Individuen in Gruppen engagieren und welchen Mechanismen ihr Handeln unterliegt.
4 Die Kommerzialisierung des Profifußballs: Hier wird der Prozess der Kommerzialisierung definiert und anhand der Kriterien Eintrittskarten, Sponsoring und Medienrechte in drei europäischen Ligen beispielhaft analysiert.
5 Reaktionen der Fans: Dieses Kapitel stellt Protestaktionen der fußballzentrierten Fanszene vor, die als Reaktion auf die im vorherigen Kapitel beschriebenen kommerziellen Tendenzen entstanden sind.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Auswirkungen der Kommerzialisierung auf das Kollektivgut Fußball in Deutschland, England und Spanien.
Kommerzialisierung, Profifußball, Kollektivgut, Fanszenerie, kollektives Handeln, Interessensgruppe, Ticketpreise, Stadionkonzeption, Sponsoring, Mediale Übertragungsrechte, Fan-Protest, Fußball-Bundesliga, Premier League, La Liga, Soziale Anreize.
Die Arbeit untersucht, wie sich die fortschreitende Kommerzialisierung im Profifußball auf das Kollektivgut Fußball auswirkt und wie die aktive Fanszene, insbesondere fußballzentrierte Gruppen, darauf reagiert.
Die Analyse konzentriert sich auf die Kategorisierung der Fans, die theoretischen Grundlagen des kollektiven Handelns und die ökonomische Ausgestaltung der Kommerzialisierung durch Ticketverkäufe, Sponsoring und mediale Rechte.
Die Forschungsfrage lautet: Wie wirken sich ausgewählte Aspekte der Kommerzialisierung im europäischen Vergleich auf das Kollektivgut Fußball aus und welche Auswirkungen ergeben sich für das kollektive Handeln von Fangruppierungen?
Die Arbeit nutzt einen sozialwissenschaftlichen Ansatz, wobei sie auf strukturell-individualistische Modelle zur Erklärung kollektiven Handelns sowie auf eine vergleichende Analyse der Kommerzialisierung in den Ligen Deutschlands, Englands und Spaniens setzt.
Im Hauptteil werden die Kategorisierung der Fans nach Heitmeyer/Peter, die Theorie des kollektiven Handelns nach Olson/Vanberg sowie die konkrete Ausgestaltung der Kommerzialisierung in den drei untersuchten Ligen detailliert dargelegt.
Zu den zentralen Begriffen gehören Kommerzialisierung, Kollektivgut, fußballzentrierte Fans, kollektives Handeln und die vergleichende Analyse der europäischen Top-Ligen.
In der Bundesliga findet sich im Vergleich zu England und Spanien ein höherer Anteil an Stehplätzen und ein vergleichsweise günstigeres Preisniveau, was als bewusstes Gegensteuern zur vollständigen Kommerzialisierung interpretiert wird.
Diese Gruppe ist stark gruppenorientiert und lehnt die Kommerzialisierung ab, da sie diese als Gefährdung des Sports als öffentliches Gut empfindet; sie nutzt Protestaktionen, um ihre Interessen als Kollektiv wahrnehmbar zu machen.
Spanische Stadien weisen oft eine geringere Auslastung und deutlich höhere Ticketpreise auf, während in Deutschland die Stadionauslastung trotz oder wegen der beibehaltenen Stehplatzkultur sehr hoch ist.
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