Bachelorarbeit, 2004
34 Seiten, Note: 1,1
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1 Die Grundlagenkrise der Mathematik
2 Die klassischen Lösungsversuche
2.1 Der Logizismus
2.2 Der Formalismus
2.3 Der Intuitionismus
3 Neo-Logizismus
3.1 Prädikation
3.2 Beschreibung von O
3.3 Klassische Reduktion
3.4 Die metaphysische Reduktion
3.5 Unterschiede zwischen der klassischen und der metaphysischen Reduktion
4 Ist der Neo-Logizismus ein Logizismus?
5 Probleme
5.1 Der Existenzquantor
5.2 Zur Rolle der Logik
5.3 Was ist ein abstraktes Objekt?
5.4 Finite Mathematik
5.5 Was sind mathematische Theorien?
5.6 Eine Lösung der Grundlagenkrise?
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Edward Zaltas Neo-Logizismus eine tragfähige Lösung für die historisch gewachsene Grundlagenkrise der Mathematik bieten kann. Dabei wird analysiert, inwieweit der Ansatz die mathematische Ontologie erfolgreich auf metaphysische Grundlagen reduziert und ob er als legitime moderne Form des Logizismus bestehen kann.
3.1 Prädikation
Eine wichtige Voraussetzung für beide Arten der Reduktion ist eine besondere Form der Prädikation. Zalta unterscheidet dabei zwei Formen, in denen eine Eigenschaft von einem Objekt ausgesagt werden kann.
1. x exemplifiziert F : Fx (externe Prädikation)
Dabei wird die Eigenschaft extern von dem Objekt ausgesagt. Normale Objekte, wie Tische oder Wolken, haben nur externe Eigenschaften. Diese Form der Prädikation entspricht der klassischen Prädikation.
2. x determiniert F : xF (interne Prädikation)
Hierunter werden Objekte verstanden, die interne Eigenschaften haben. Diese Idee geht zurück auf Ernst Mally. Für ihn waren abstrakte Objekte Objekte, die von Eigenschaften bestimmt wurden, ohne sie jedoch befriedigen zu können. So ist ein rundes Quadrat sowohl vom rund-sein, als auch vom Quadrat-sein bestimmt, kann aber weder das Eine, noch das Andere befriedigen. In der hier vorliegenden Prädikation würde das runde Quadrat die Eigenschaften „rund“ und „quadratisch“ determinieren, könnte sie aber nicht exemplifizieren. Es wird ihm in diesem Fall also als interne Eigenschaft zugeschrieben, was es als externe unmöglich besitzen kann. Auch fiktionalen Objekten, wie Sherlock Holmes, können auf diese Weise sinnvoll Eigenschaften zugeordnet werden, denn eine klassische Prädikation ist im Hinblick auf die nur erdachte Existenz eines Romanhelden problematisch.
1 Die Grundlagenkrise der Mathematik: Einführung in die historische Problematik der mathematischen Fundierung und die unterschiedlichen Ansätze seit dem 19. Jahrhundert.
2 Die klassischen Lösungsversuche: Darstellung und kritische Analyse der Ansätze von Logizismus, Formalismus und Intuitionismus.
3 Neo-Logizismus: Erläuterung von Zaltas System, insbesondere der Hintergrundontologie O sowie der Methoden der klassischen und metaphysischen Reduktion.
4 Ist der Neo-Logizismus ein Logizismus?: Prüfung der logischen Konsistenz und des Status der Axiome im Rahmen von Zaltas Modell.
5 Probleme: Diskussion zentraler Schwachstellen wie dem Existenzquantor, der Rolle der Logik und dem ontologischen Status abstrakter Objekte.
6 Fazit: Abschließende Bewertung, die den Neo-Logizismus als präzise Formalisierung würdigt, ihn jedoch nicht als definitive Lösung der Grundlagenkrise sieht.
Mathematik, Grundlagenkrise, Logizismus, Neo-Logizismus, Edward Zalta, Ontologie, Metaphysik, Prädikation, Abstraktes Objekt, Formalismus, Intuitionismus, Gottlob Frege, Beweistheorie, Konsistenz
Die Arbeit analysiert Zaltas Neo-Logizismus als potenziellen Lösungsansatz für die Grundlagenkrise der Mathematik.
Die Schwerpunkte liegen auf mathematischer Ontologie, der formalen Logik sowie der kritischen Auseinandersetzung mit klassischen Positionen der Wissenschaftstheorie.
Ziel ist die Bewertung, ob Zaltas Neo-Logizismus mathematische Systeme ontologisch erfolgreich auf Metaphysik reduzieren kann.
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, um Axiomensysteme und logische Ableitungen zu untersuchen und deren Tragfähigkeit zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung klassischer Versuche, die spezifische Analyse der Zalta-Ontologie O und die kritische Prüfung der logischen Fundierung.
Die zentralen Begriffe sind Neo-Logizismus, Prädikation, ontologische Reduktion und der Status mathematischer Objekte.
Zalta unterscheidet zwischen der externen Exemplifizierung (klassische Prädikation) und der internen Determination, bei der abstrakte Objekte durch ihre Eigenschaften bestimmt werden, ohne diese physisch zu exemplifizieren.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Neo-Logizismus zwar eine elegante formale Struktur bietet, aber keine letztgültige Lösung für die grundlegenden metaphysischen Fragen liefert.
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