Bachelorarbeit, 2016
52 Seiten, Note: 2,1
Didaktik für das Fach Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen
1. Einleitung
2 Begrifflichkeiten
2.1 Das Rollenmodell
2.2 Die Hexe
3. Die Vernichtung der weisen Frau
3.1 Historischer Wandel des Hexenbildes
3.2 Die Hexenbilder des 15. Jahrhunderts
3.2.1 Die Festigung von „Sex- Establishments“
3.2.2 Der „Hexenhammer“
3.2.3 Die „reale“ Hexe
4. Das Böse im Märchen: die Hexe
4.1 Die Grimmsche Märchensammlung
4.2 Darstellung der Hexe
4.2.1 Die böse Hexe
4.2.1 Die gute Hexe
4.3 Das Motiv der Sexualität
4.4 Das Motiv der Stiefmutter
5. Das Erbe Merlins: der Erzmagier
5.1 Historische Einordnung des Schwarzkünstlers
5.2 Doktor Faustus als Prototyp des Hexers
5.2.1 Der historische Faust
5.2.2 „Die Historia des D. Johann Fausten“: der „Urfaust“
5.2.3 „Die tragische Historie vom Doktor Faustus“ nach Marlowe
5.2.4 Die Genossin der Hexe: Gretchen und das Motiv der Kindstötung
6. Der moderne Grimm: Walt Disney und die Reinkarnation der Märchenhexe?
6.1 Die Dämonologie des Bösen im „Duell der Magier“
6.2 Auswertung der Farbsymbolik unter Berücksichtigung filmsprachlicher Kameratechniken
6.2.1 Das ambivalente Blau
6.2.2 Das dämonische Rot
7. But I thought all witches were wicked?
7.1 Der Wandel des Hexentypus
7.2 Die „neuen“ Hexen und Hexer?
7.3 Vergleich der Nationen
8. Fazit
9. Anhang
9.1 Die Rahmenhandlung vom Film „Duell der Magier“
9.2 Intertextualität im Film „Duell der Magier“
9.3 Filmausschnitte
9.3.1 Die Tiere
9.3.2 Amerikanische Duellszene
9.3.3 Kameraperspektive Normalsicht
9.3.4 Die blaue Magie Morganas
9.3.5 Der weißmagische Schutzschild
9.3.6 Die schattenhaften Züge Morganas
9.3.7 Froschperspektive
9.3.8 Der Schönheitsaspekt Morganas
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das historische und literarische Bildnis der Hexe unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Rollenmodelle und deren Wandel von der Hexenverfolgung bis hin zu modernen filmischen Inszenierungen.
3.2.2 Der „Hexenhammer“
Der Beginn jener Jagd lässt sich auf das Jahr 1487 datieren, als der „Hexenhammer“ von dem Inquisitor Heinrich Institoris (Krämer) und Jakob Sprengler publiziert wurde (erste Urteile sind aber schon ab 1360 belegt). Dieses Schriftgut, welches auch „Hexenbulle“ oder „Unholdenhammer“ genannt wurde, erhielt in Anlehnung an den „Judenhammer“ und „Ketzerhammer“ den Titel „Malleus maleficarum“. In seinen Ausführungen bezog er sich nur auf die Ausübung von Hexerei. Fauler Zauber, Gaukelei, Weissagungen und die Astrologie wurden vom Deliktkreis ausgeschlossen. Dagegen lag eine erkennbare Differenzierung der Geschlechterrollen vor: Hexer sollten im Falle der Reue begnadigt, Hexen hingegen umgehend vernichtet werden (Vgl. Heinesohn und Steiger 1985, S. 26- 29/ 130- 132). Als gebräuchliche Form der Hinrichtung galt das Verbrennen, was ein regelmäßiges Großereignis war (Mahnfunktion) (Vgl. Roper 2007, S. 31). „Der Scheiterhaufen blieb eine Spezialität des christianisierten Mitteleuropa“ (Honegger 1978, S. 10).
Der „Hexenhammer“ zielt in seiner Konzeption vor allem gegen Hebammen, welche in einem schonungslosen und kaltblütigen Verfahren verurteilt wurden (Vgl. Heinesohn und Steiger 1985, S. 30- 32). „Alle Geständnisse trugen [durch die Wasser-, Feuer-, Nadel-, Tränen- sowie Wiegeprobe] Spuren der Qualen und Erniedrigungen, die Folter bedeuteten“ (Roper 2007, S. 26). Die Verfolgung richtete sich trotz allem nicht nur gegen das Geschlecht an sich, sondern gegen das Wissen. Dennoch ist bei der Ausrottung prozentual betrachtet ein erkennbar höherer Frauenanteil (80%) vernehmbar. Die Anzahl der getöteten Frauen betrug zwischen 100.000 und eine Millionen. Die große Hexenjagd ist daher kein Mythos, wie es die Kirche einst darstellte. Darüber hinaus führte es zu der Gegebenheit, dass der Terminus Zauberin abgelegt und ab dieser Bußschrift das Wort Hexe (wieder) eingeführt sowie mit ausschließlich negativen Attributen behaftet wurde (Vgl. Heinesohn und Steiger 1985, S. 132- 146).
1. Einleitung: Einführung in das Thema und Definition des Hexen-Bildnisses als geistiges Konstrukt im Kontext geschlechtsspezifischer Rollenmodelle.
2 Begrifflichkeiten: Erläuterung der zugrunde liegenden sozialwissenschaftlichen Theorien zum Rollenmodell und eine etymologische Herleitung des Begriffs Hexe.
3. Die Vernichtung der weisen Frau: Untersuchung des historischen Wandels des Hexenbildes, beeinflusst durch kirchliche Dogmen, den „Hexenhammer“ und gesellschaftliche Veränderungen im 15. Jahrhundert.
4. Das Böse im Märchen: die Hexe: Analyse der Darstellung von Hexen in den Grimmschen Märchen und deren Funktion als Gegenpol zu traditionellen Frauenidealen.
5. Das Erbe Merlins: der Erzmagier: Abgrenzung des männlichen Zauberers (Faust-Typus) von der Hexe, unter Berücksichtigung von Statusvorteilen und christlicher Morallehre.
6. Der moderne Grimm: Walt Disney und die Reinkarnation der Märchenhexe?: Medientechnische und farbsymbolische Untersuchung des modernen Hexentypus anhand des Films „Duell der Magier“.
7. But I thought all witches were wicked?: Diskussion über den Wandel des Hexentypus in der zeitgenössischen Literatur und den Einfluss der pluralistischen Gesellschaftsordnung.
8. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse über die Persistenz patriarchal geprägter Hexenbilder und deren Transformation in modernen Medien.
Hexe, Hexenverfolgung, Rollenmodell, Geschlechtsspezifik, Gebrüder Grimm, Märchenhexe, Faust, Erzmagier, Duell der Magier, Farbsymbolik, Patriarchat, Historizität, Sozialisation, Literaturanalyse, Hexenhammer.
Die Arbeit analysiert die kulturelle und historische Konstruktion des Hexenbildnisses, ausgehend von mittelalterlichen Vorstellungen bis hin zur modernen Darstellung in Film und Literatur, unter besonderer Beachtung der Geschlechterrollen.
Die zentralen Felder sind die historische Hexenverfolgung, die Märchen der Gebrüder Grimm, das Motiv des männlichen Zauberers (Faust-Typus) sowie die medienwissenschaftliche Untersuchung moderner Hexen-Archetypen.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich das Bild der Hexe über Jahrhunderte entwickelt hat, inwieweit geschlechtsspezifische Rollenmodelle dabei eine Rolle spielen und ob moderne Medien den traditionellen Hexen-Archetypus beibehalten oder wandeln.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die historische Analyse, etymologische Grundlagen, literaturwissenschaftliche Textinterpretation (Grimmsche Märchen) sowie eine mediendidaktische Filmanalyse kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung des Hexenbildes, die Untersuchung der Hexe im Märchen, den Vergleich mit dem männlichen Zauberer und die moderne filmische Rezeption anhand von Farbsymbolik und Kameraeinstellungen.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Hexe, Hexenverfolgung, Rollenmodell, Geschlechtsspezifik, Gebrüder Grimm, Faust, Hexenhammer und Farbsymbolik.
Männer wurden historisch oft als weise oder gelehrte „Schwarzkünstler“ (Faust-Typus) angesehen und genossen einen Statusvorteil, während die Frau als Verkörperung des Bösen und als Gefahr für die patriarchale Ordnung diffamiert wurde.
Die Arbeit zeigt, dass Blau für Wissen und Ordnung steht (gut/männlich), während Rot primär zur Kennzeichnung von Morgana als böser Archetypus der Hexe verwendet wird, wobei der Film jedoch Ansätze eines Wandels in der Symbolik aufweist.
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