Examensarbeit, 2003
165 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Abgrenzung von Begriffen, Einflussfaktoren und Genese
2.1. Begriffsbestimmungen
2.1.1. Die Begriffe „Jugend“ - „Jugendkultur“
2.1.2. Der Begriff „Jugendsprache“
2.1.3. Zusammenfassung
2.2. Funktionen des jugendspezifischen Sprachgebrauchs
2.2.1. Zusammenfassung
2.3. Geschichte des jugendspezifischen Sprachgebrauchs
2.3.1. Die Studentensprache
2.3.2. Die Pennälersprache
2.3.3. Die Wandervogelbewegung
2.3.4. Zusammenfassung
2.4. Einflüsse des jugendspezifischen Sprachgebrauchs
2.4.1. Medien
2.4.2. Fach- und Sondersprachen
2.4.3. Dialekte
2.4.4. Fremdsprachen
2.4.5. Vulgärer Wortschatz
2.4.6. Zusammenfassung
2.5. Forschungsübersicht
2.5.1. Sprachsystematische Untersuchungen
2.5.1.1. Hennes Modell des jugendspezifischen Sprachgebrauchs
2.5.1.2. Ehmanns Untersuchungen zu jugendspezifischem Sprachgebrauch und Dialekt
2.5.2. Sprachpragmatische Untersuchungen
2.5.2.1. Schlobinskis Paradigmenwechsel der Jugendsprachforschung
2.5.2.2. Androutsopoulos Untersuchungen
3. Linguistische Untersuchung/ Exemplarische Analyse
3.1. Ausgangsproblematik
3.1.1. Erhebungsziel
3.2. Korpus
3.2.1. Eigene methodische Vorgehensweise
3.2.1.1. Auswahl des Befragungsortes
3.2.1.2. Auswahl der Probanden
3.2.1.3. Auswahl und Problematik der methodischen Vorgehensweise
3.2.1.4. Konzipierung des Fragebogens
3.2.1.5. Vorbereitung der Fragebogenaktion
3.2.1.6. Durchführung der Fragebogenaktion
3.2.1.7. Auswertung der Fragebögen
3.2.1.8. Problematik der Fragebogenaktion
3.2.1.9. Vorgehensweise bei der Darstellung und Analyse des gewonnenen Sprachmaterials
3.3. Beschreibung des Sprachraums der Befragungsorte Alzey und Landau
3.3.1. Die Sprachräume Rheinhessen und Pfalz
3.3.2. Der Sprachraum Pfalz
3.3.2.2. Der pfälzische Dialekt
3.3.2.3. Die Stadt Landau
3.3.2.4. Die KARS
3.3.3. Der Sprachraum Rheinhessen
3.3.3.2. Der rheinhessische Dialekt
3.3.3.3. Die Stadt Alzey
3.3.3.4. Die Realschule des Gustav- Heinemann- Schulzentrums
3.4. Analyse und Darstellung der Ergebnisse
3.4.1. „Ortsvokabular“
3.4.1.1. Bezeichnungen für ‚Diskothek’
3.4.1.2. Bezeichnungen für ‚Kino’
3.4.1.3. Bezeichnungen für ‚Schule’
3.4.1.4. Zusammenfassung
3.4.2. „Partnervokabular“
3.4.2.1. Bezeichnungen für einen attraktiven Geschlechtspartner
3.4.2.1.1. Jungenliste
3.4.2.1.2. Mädchenliste
3.4.2.2. Bezeichnungen für einen unsympathische Altersgenossen
3.4.2.2.1. Mädchenliste
3.4.2.2.2. Jungenliste
3.4.2.2.3. Bezeichnungen für ‚FreundInnen’
3.4.2.2.4. Zusammenfassung
3.4.3. „Autoritätenvokabular“
3.4.3.1. Bezeichnungen für ‚LehrerInnen’
3.4.3.2. Bezeichnungen für ‚Eltern’
3.4.4. „Bewertungsvokabular“
3.4.4.1. Positives Bewertungsvokabular
3.4.4.2. Negatives Bewertungsvokabular
3.4.4.3. Zusammenfassung
3.4.5. „Beziehungsvokabular“
3.4.5.1. Bezeichnungen für ‚verliebt sein’
3.4.5.2. Zusammenfassung
3.4.6. „Randgruppenvokabular“
3.4.6.1. Bezeichnungen für ‚Obdachlose/ Bettler’
3.4.6.2. Bezeichnungen für ‚Homosexuelle/ Lesben’
3.4.6.3. Bezeichnungen für ‚Straffällige’
3.4.6.4. Bezeichnungen für ‚Behinderte’
3.4.6.5. Zusammenfassung
3.4.7. „Tabuvokabular“
3.4.7.1. Bezeichnungen für ‚sterben’
3.4.7.2. Zusammenfassung
3.4.8. „Begrüßungsvokabular“
3.4.8.1. Begrüßung von Freunden
3.4.8.2. Begrüßung von Erwachsenen/ LehrerInnen
3.4.8.3. Zusammenfassung
4. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Jugendsprache“ und dessen regionale Besonderheiten in Alzey und Landau. Ziel ist es, dem „Mythos von der Jugendsprache“ auf den Grund zu gehen und festzustellen, ob sich Jugendliche sprachlich anders ausdrücken als andere Altersgruppen, wobei die Arbeit insbesondere kontrastive Analysen des Vokabulars in den beiden genannten Sprachräumen vornimmt.
Die Begriffe „Jugend“ – „Jugendkultur“
Der Begriff „Jugend“ kann nach verschiedenen Kriterien definiert werden. Biologisch gesehen ist damit der Lebensabschnitt vom Beginn der Geschlechtsreife bis zu ihrem Abschluss gemeint. Der Zeitpunkt der einsetzenden Geschlechtsreife findet nach Ergebnissen der Shell- Studie von 2002 ( Deutsche Shell 2002: 31) immer früher statt. Er beginnt bei Mädchen durchschnittlich mit 11, 5 Jahren, bei Jungen mit 12, 5 Jahren. Diese Phase im Leben eines Menschen muss nicht nur in biologischer, sondern auch in soziologischer Hinsicht erörtert werden. Das Jugendalter ist im Rahmen des Lebenszyklus eine Phase, die durch starke Veränderungen in biologischer, intellektueller und sozialer Hinsicht geprägt ist (vgl. Oerter/ Montada 1998: 258).
Eine umfassende Definition des Begriffes „Jugend“ liegt nach Hollingshead (1949) vor: „Soziologisch gesehen ist die Jugend [...] die Periode im Leben eines Menschen, in welcher die Gesellschaft, in der er lebt, ihn [...] nicht mehr als Kind ansieht, ihm aber den vollen Status, die Rollen und Funktionen des Erwachsenen noch nicht zuerkennt. [...] Sie ist nicht durch einen besonderen Zeitpunkt bestimmt, etwa durch die körperliche Pubertät, sondern nach Form, Inhalt, Dauer und Abschnitt im Lebenslauf von verschiedenen Kulturen und Gesellschaften eingegrenzt“ (Reinke 1994: 295). Ziel dieser Entwicklungsperiode ist die Überwindung von „Verhaltensformen und Privilegien der Kindheit“ (ebd.). Darüber hinaus findet ein Erwerb von „Merkmalen und Kompetenzen“ (ebd.) statt, welche die „Aufgaben, Rollen und“ (ebd.) den „Status des Erwachsenen [...] begründen“ (ebd.). Dabei besteht die zentrale Aufgabe des Jugendlichen darin, eine eigene Persönlichkeit, auch Ich- Identität genannt, zu entwickeln.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Jugendsprache, Darstellung der Forschungsrelevanz und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Abgrenzung von Begriffen, Einflussfaktoren und Genese: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Jugend und Jugendsprache, ihren Funktionen, der historischen Entwicklung sowie externen Einflussfaktoren.
3. Linguistische Untersuchung/ Exemplarische Analyse: Beschreibung der empirischen Methodik sowie detaillierte kontrastive Analyse des jugendspezifischen Vokabulars der Probanden in Alzey und Landau.
4. Resümee: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse, Interpretation der regionalen Unterschiede und Einordnung der Bedeutung des jugendspezifischen Sprachgebrauchs.
Jugendsprache, jugendspezifischer Sprachgebrauch, Sprachsoziologie, Dialekt, Regionale Besonderheiten, Soziolekt, Identitätsbildung, Sprachwandel, Peer-Group, Jugendkultur, Empirische Untersuchung, Sprachvarietät, Kommunikationsraum, Standardsprache, Sprachverfall.
Die Examensarbeit befasst sich mit dem Phänomen der Jugendsprache und untersucht dabei schwerpunktmäßig die regionalen Besonderheiten des jugendspezifischen Sprachgebrauchs im deutschsprachigen Raum.
Die zentralen Themen umfassen die soziologische Abgrenzung des Begriffs Jugend, die Funktionen und Geschichte der Jugendsprache sowie die Einflüsse von Medien, Fachsprachen, Dialekten und dem Vulgärvokabular auf die Ausdrucksweise von Jugendlichen.
Das Hauptziel ist es, den „Mythos von der Jugendsprache“ zu untersuchen, regionale Sprachunterschiede zwischen den Befragungsorten Alzey und Landau aufzudecken und zu analysieren, wie Jugendliche ihre Sprache zur Identitätsbildung und Abgrenzung einsetzen.
Die Autorin kombiniert theoretische Grundlagenanalysen mit einer empirischen Feldarbeit in Form von Fragebogenaktionen an zwei Realschulen, um authentisches Sprachmaterial zu gewinnen und kontrastiv auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung und eine detaillierte linguistische Analyse, die verschiedene Vokabularbereiche wie Orts-, Partner-, Autoritäten- und Begrüßungsvokabular kontrastiv gegenüberstellt.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Soziolekt, regionale Varietäten, Identitätsbildung, Peer-Group-Kommunikation und der Einfluss des dialektalen Sprachraums.
Der Dialekt wird als identitätsstiftendes und kommunikatives Mittel betrachtet; die Untersuchung vergleicht dabei, wie der pfälzische Dialekt in Landau und der rheinhessische Dialekt in Alzey jeweils spezifische Funktionen im jugendsprachlichen Kontext erfüllen.
Die Autorin lehnt diesen Vorwurf ab und argumentiert stattdessen, dass Jugendsprache eine eigene, situationsgebundene Ausdrucksform darstellt, die den Kommunikationsbedürfnissen der Jugendlichen entspricht und eine zentrale Funktion bei der Identitätsfindung erfüllt.
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