Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1.3
1. Motivation, Ziel und Gang der Untersuchung
2. Konzept und Charakterisierung
2.1. Definition
2.2. Belege in der Empirie
2.3. Moderatoren des Attraktionseffekts
2.3.1. Wahrnehmung der Entscheidungssituation
2.3.2. Eigenschaften der Alternativen
2.3.3. Eigenschaften des Untersuchungsdesigns
3. Marketingbedeutung des Attraktionseffekts
3.1. Produktpolitik
3.2. Distributionspolitik
3.3. Kommunikationspolitik
3.4. Preispolitik
3.5. Optimale Positionierung von Ködern
3.6. Hinweise des Attraktionseffekts in der Marketingpraxis
4. Robustheit und Grenzen des Attraktionseffekts
5. Fazit und Forschungsausblick
Diese Arbeit untersucht den Attraktionseffekt als psychologisches Phänomen der kontextabhängigen Präferenzbildung und analysiert dessen Anwendbarkeit als Marketinginstrument sowie seine theoretischen und praktischen Grenzen. Es wird der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen der Einsatz einer "Köder"-Alternative das Konsumentenverhalten gezielt beeinflussen kann und wo die Grenzen einer Übertragbarkeit von Laborexperimenten auf reale Marktsituationen liegen.
2.1. Definition
Der Attraktionseffekt (auch „Decoy-Effekt“ oder „Asymmetrischer Dominanz Effekt) ist einer dieser oben definierten Kontexteffekte. Er tritt auf, wenn sich die Präferenz für eine Zielalternative, relativ zur Präferenz für eine Konkurrenzalternative, erhöht, sobald ein allein von der Zielalternative dominierter Köder der Menge aller wählbaren Alternativen (Choice Set) hinzugefügt wird (vgl. Malaviya/Sivakumar, 2002, S.20). Ausgangspunkt bildet also ein Choice Set mit zwei Wahlalternativen, der Ziel- sowie der Konkurrenzalternative. Beide Alternativen (z.B. Produkte) werden durch zwei Eigenschaften beschrieben (z.B. Qualität und Preis). Während die Zielalternative in Produkteigenschaft 1 der Konkurrenzalternative überlegen ist, ist die Konkurrenzalternative in Produkteigenschaft 2 stärker (vgl. Herne, 1999, S.32). Die möglichen Wahlalternativen liegen also miteinander im Wettstreit.
Wird dem Choice Set nun eine weitere Alternative hinzugefügt, die hinsichtlich ihrer Merkmalsausprägungen von der Zielalternative dominiert wird, jedoch nicht von der Konkurrenzalternative, so kann diese zusätzliche Alternative den Wettstreit lösen, ohne selbst ernsthaft in Erwägung gezogen zu werden (vgl. Felser, 2015, S.187f.). Eine solche Alternative wird Köder (engl. Decoy) genannt. Verändert die neuhinzugenommene Köderalternative nun die Präferenzstruktur des ursprünglichen Entscheidungsproblems (Zielalternative vs. Konkurrenzalternative), indem sie die Wahlwahrscheinlichkeit für die Zielalternative erhöht, wird von einem Attraktionseffekt gesprochen. Damit verbunden könnte beispielsweise der Marktanteil eines Produktes gesteigert werden.
1. Motivation, Ziel und Gang der Untersuchung: Einführung in die Thematik der kontextabhängigen Entscheidungsfindung und Darlegung der Zielsetzung, den Attraktionseffekt als Marketinginstrument zu evaluieren.
2. Konzept und Charakterisierung: Definition des Attraktionseffekts sowie eine breite Übersicht der empirischen Belege und der moderierenden Einflussfaktoren.
3. Marketingbedeutung des Attraktionseffekts: Diskussion von Strategien zur Anwendung des Effekts in den Bereichen Produkt-, Distributions-, Kommunikations- und Preispolitik sowie Überlegungen zur optimalen Köderplatzierung.
4. Robustheit und Grenzen des Attraktionseffekts: Kritische Analyse der Validität laborexperimenteller Ergebnisse bei der Übertragung auf komplexe, reale Marktumgebungen.
5. Fazit und Forschungsausblick: Zusammenfassende Bewertung der praktischen Nutzbarkeit des Attraktionseffekts und Identifikation von weiterem Forschungsbedarf.
Attraktionseffekt, Decoy-Effekt, Kontexteffekte, Kaufentscheidung, Marketing, Präferenzbildung, Asymmetrische Dominanz, Köder, Konsumentenverhalten, Moderatoren, Produktpolitik, Preispolitik, Marktanteil, Entscheidungsheuristik, Kaufwahrscheinlichkeit.
Die Arbeit untersucht den Attraktionseffekt, ein psychologisches Phänomen, bei dem die Hinzufügung einer eigentlich irrelevanten, unterlegenen Alternative (des "Köders") die Präferenz für ein anderes Produkt (die "Zielalternative") signifikant steigern kann.
Neben der theoretischen Einordnung des Phänomens bildet die Analyse der Moderatoren – also jener Faktoren, die die Stärke des Effekts beeinflussen – sowie die praktische Anwendung im Marketingmix und die kritische Diskussion der Marktrelevanz den Kern.
Das Ziel ist es, Anwendungsmöglichkeiten des Attraktionseffekts als Instrument für das Marketing zu diskutieren und gleichzeitig die Grenzen des Effekts, insbesondere seine Übertragbarkeit auf reale Marktsituationen, festzulegen.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und Auswertung zahlreicher empirischer Studien, die den Attraktionseffekt in Laborsituationen untersucht haben, ergänzt durch eine kritische Gegenüberstellung mit Erkenntnissen aus der Marketingpraxis.
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte und empirischen Belege erarbeitet. Danach folgen konkrete Implikationen für die vier Säulen des Marketings (Produkt, Distribution, Kommunikation, Preis) und die Diskussion der Robustheit, warum der Effekt in der Realität schwerer nachweisbar ist als im Labor.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Attraktionseffekt, Decoy-Effekt, asymmetrische Dominanz, Präferenzbildung, Konsumentenverhalten und Marketinginstrumente charakterisiert.
Eine Phantomalternative wirkt zwar real, ist jedoch zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung nicht verfügbar, was ebenfalls zu einer Präferenzsteigerung der Zielalternative führen kann, ohne dass das Phantom jemals tatsächlich gewählt werden kann.
Kritiker führen an, dass in vielen Laborexperimenten "steriles" Stimulusmaterial genutzt wird, das die Komplexität realer Marktsituationen (wie Markentreue, Zeitdruck oder reale Kaufrisiken) vernachlässigt, weshalb der Effekt außerhalb des Labors oft nicht oder nur sehr schwach auftritt.
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