Bachelorarbeit, 2013
74 Seiten, Note: 1.3
Zusammenfassung
Autobiografisches Erinnern von Bildern der persönlichen Lebensumgebung
1 Zum Verhältnis autobiografischer Erinnerungen und dem Gedächtnis
1.1 Strukturelle Einteilungen und Prozesse des menschlichen Gedächtnisses
1.2 Autobiografisches Gedächtnis als Gegenstand psychologischer Forschung
1.2.1 Das System des autobiografischen Wissensbestandes
1.2.2 Erkenntnisse zur Verteilung autobiografischer Erinnerungen über die Lebensspanne
1.2.3 Erhebungsmethoden
1.3 Bilder in Bezug zum autobiografischen Erinnern
1.3.1 Bildbetrachtung
1.3.2 Bilder als medialer Hinweisreiz in autobiografischen Gedächtnisstudien
1.4 Grundlegende Fragestellungen und Hypothese
2 Interviewstudie zur Verteilung objektgebundener autobiografischer Erinnerungen über die Lebensspanne bei Erwachsenen
2.1 Methodisches Vorgehen
2.1.1 Stichprobe
2.1.2 Design und Versuchsmaterial
2.1.3 Ablauf
2.2 Ergebnisse
3 Diskussion
Diese Arbeit untersucht, ob das typische Verteilungsmuster autobiografischer Erinnerungen über die Lebensspanne (einschließlich Kindheitsamnesie und Erinnerungshäufung) auch dann auftritt, wenn die Erinnerungen spezifisch an Bilder der persönlichen Lebensumgebung gebunden sind.
Autobiografisches Erinnern von Bildern der persönlichen Lebensumgebung
Viele Menschen umgeben sich in ihrem Zuhause mit Bildern. Manche richten Fotoecken ein oder gestalten ganze Bilderwände. Andere hängen einzelne Bilder wie Poster, Drucke, Malereien hin oder stellen diese auf ihren Schreib- bzw. Nachttisch. Manche Bilder sind erworben, andere selbst hergestellt, wieder andere Geschenke. Im Zuhause der Kindheit sind die meisten Bilder durch die Familie gewählt, später werden sie immer bewusster ausgesucht und manche Bilder werden zu Erinnerungsstücken. Die so Menschen im Laufe des Lebens umgebenden Bilder bildeten in der Untersuchung der vorliegenden Arbeit die Quelle für den Abruf autobiografischer Erinnerungen. Für gewöhnlich kann jede Person zu Bildern der aktuell bewohnten Wohnung einen persönlichen Bezug herstellen. Es kann erinnert werden, woher sie kamen und wie sie ihren Platz bekommen haben. Dagegen steht das Phänomen, dass nicht alle, aber bestimmte Bilder der realen Lebensumwelt über lange Zeit, manche über die Spanne des gesamten Lebens, im Gedächtnis repräsentiert sind.
Fotografien können helfen, sich im Alltag an das eigene Leben zu erinnern. Auch in der psychologischen Forschung stellt das eine Methode dar, um an Gedächtnismaterial zu gelangen, welches zum autobiografischen Gedächtnis gehört (Pohl, 2007). Doch an welche Bilder der persönlichen Lebensumgebung erinnern sich Erwachsene, ohne sie direkt oder mit Hilfe einer Fotografie wieder gesehen zu haben? Und was erzählt die Erinnerung einer Szene mit dem Bild über seinen Betrachter? Wie erklärt er sich selbst, dass dieses Bild Eingang in sein Inneres gefunden hat, und das bleibend?
Zum Verhältnis autobiografischer Erinnerungen und dem Gedächtnis: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Gedächtnisses, des autobiografischen Wissensbestandes sowie die Bedeutung von Bildern im Erinnerungsprozess.
Interviewstudie zur Verteilung objektgebundener autobiografischer Erinnerungen über die Lebensspanne bei Erwachsenen: Hier wird die empirische Untersuchung beschrieben, einschließlich Design, Stichprobe und methodischem Ablauf zur Gewinnung der Erinnerungsdaten.
Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die statistische Auswertung der 70 erhobenen Erinnerungen, inklusive der Verteilungsmuster über die Lebensspanne.
Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Hypothesen bewertet und ein Bezug zum theoretischen Strukturmodell hergestellt.
Autobiografisches Gedächtnis, Erinnerungshäufung, Lebensspanne, Kindheitsamnesie, Bilderinnerungen, Bildbetrachtung, Selbstentwicklung, Gedächtnisprozesse, Selbstbezug, episodisches Gedächtnis, Erinnerungsforschung, psychologische Interviewstudie
Die Bachelorarbeit untersucht das autobiografische Erinnern von Erwachsenen an Bilder, die ihre persönliche Lebensumgebung geprägt haben.
Die Arbeit verknüpft kognitionspsychologische Gedächtnistheorien mit einer explorativen Interviewstudie über die Rolle von Bildern im persönlichen Lebensverlauf.
Das Ziel ist festzustellen, ob objektgebundene Erinnerungen an Bilder ein ähnliches Verteilungsmuster über die Lebensspanne zeigen wie allgemeine autobiografische Erinnerungen.
Es wurde eine teilstrukturierte Interviewstudie durchgeführt, die mit Fragebögen zur Beurteilung der Erinnerungsmerkmale kombiniert wurde.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung des Gedächtnisses und seiner Prozesse als auch die detaillierte Beschreibung und Auswertung der durchgeführten Interviewstudie.
Wichtige Begriffe sind unter anderem die Erinnerungshäufung, die Kindheitsamnesie, die Bildbetrachtung und das Modell des autobiografischen Wissensbestandes.
Die Autorin definierte sie als materielle Artefakte (z.B. Malerei, Fotos, Poster), die in einem räumlichen Kontext zur Wohnung oder Lebenswelt stehen.
Die Studie belegt eine deutliche Verdichtung der Erinnerungen im Altersbereich zwischen 6 und 20 Jahren, was die typische Erinnerungshäufung unterstreicht.
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