Diplomarbeit, 2004
136 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Die prüferische Durchsicht in der Prüfungstheorie
2.1 Die Bedeutung der Prüfungstheorie für die Praxis
2.2 Prüferische Durchsicht und Prüfungstheorie
2.3 Die Agency-Theorie
2.3.1 Charakterisierung der Agency-Theorie
2.3.2 Prüferische Durchsicht und Agency-Theorie
2.3.2.1 Problemstellung
2.3.2.2 Lösungsansätze
2.3.2.3 Zwischenergebnis
2.4 Die Spieltheorie
2.4.1 Charakterisierung der Spieltheorie
2.4.2 Spieltheorie und prüferische Durchsicht
3 Die prüferische Durchsicht aus internationaler Sicht
3.1 Überblick
3.2 Internationale Standardsetter als Einflussgrößen
3.2.1 Überblick
3.2.2 Harmonisierung der Rechnungslegungsstandards
3.2.3 Harmonisierung der Prüfungsstandards
3.2.3.1 Die IFAC
3.2.3.2 AICPA und SEC
3.3 Die prüferische Durchsicht in den USA und Großbritannien
3.3.1 US GAAS
3.3.2 UK GAAS
3.4 Die prüferische Durchsicht in den ISA
3.5 IDW PS 900 als Ergebnis internationalen Einflusses
4 Die prüferische Durchsicht in Deutschland
4.1 Einordnung und Entwicklung
4.2 Gegenstand einer prüferischen Durchsicht
4.2.1 Prüfungspflichtige Abschlüsse
4.2.2 Nicht prüfungspflichtige Unternehmensmitteilungen
4.2.2.1 Nicht prüfungspflichtige Jahresabschlüsse
4.2.2.2 Zwischenabschlüsse
4.2.2.3 Pro-Forma Angaben
4.2.2.4 Weitere Unternehmensverlautbarungen
4.3 Die Adressaten einer prüferischen Durchsicht
4.4 Der zeitliche Rahmen
4.5 Beauftragung zur prüferischen Durchsicht
4.6 Der Prüfer
4.7 Prüfungstiefe
4.7.1 Prüfungsergebnis
4.7.2 Der Grad an Sicherheit des gewonnenen Prüfungsurteils
4.8 Prüfungsplanung
4.9 Prüfungsmaßnahmen
4.10 Berichterstattung
4.10.1 Das Berichtsmedium
4.10.2 Einschränkung und Versagung der Bescheinigung
4.11 Interne Qualitätssicherung und Peer Review
4.12 Abweichungen zwischen IDW PS 900 und ISA 910
5 Problemfelder der prüferischen Durchsicht
5.1 Berichtsmedium und Erwartungslücke
5.1.1 Definition des Begriffs der Erwartungslücke
5.1.2 Die Erwartungslücke als Problem der prüferischen Durchsicht
5.1.3 Lösungsansätze
5.1.3.1 Überblick
5.1.3.2 Verschärfung des Peer Review
5.1.3.3 Einführung einer Enforcement-Institution
5.1.3.4 Modifikation des Prüfungsurteils
5.1.3.5 Initiativen der Gesetzgeber
5.1.3.5.1 Sarbanes-Oxley Act
5.1.3.5.2 Corporate Governance Kodex und weitere Maßnahmen
5.1.3.6 Zwischenergebnis
5.2 Fehlende gesetzliche Regelung
5.2.1 Das Prüfungsrecht in Deutschland
5.2.2 Anforderungen an eine gesetzliche Regelung zur prüferischen Durchsicht
5.2.3 Zwischenergebnis
5.3 Pflicht zur prüferischen Durchsicht jeder Unternehmensmitteilung?
5.3.1 Nutzenzuwachs vs. Kosten
5.3.2 Prüfung von Ad-hoc Mitteilungen
5.3.3 Prüfung von Zwischenberichten
5.4 Haftung des Prüfers
6 Die Durchführung einer prüferischen Durchsicht in der Praxis
6.1 Grundlagen
6.2 Analytische Prüfungshandlungen
6.3 Durchführung von Befragungen
6.4 Beispielhandlungen
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert das Instrument der prüferischen Durchsicht (Review) aus einer nationalen und internationalen Perspektive, mit dem Ziel, dessen theoretische Einbettung und praktische Anwendung in Deutschland zu untersuchen und offene regulatorische Fragen zu klären.
2.3.2 Prüferische Durchsicht und Agency-Theorie
Um eine korrekte Übertragung einer Prüfungssituation in die Modellwelt der Principal-Agent-Theorie vornehmen zu können, ist zunächst festzustellen, welche Parteien im Rahmen eines Prüfungsprozesses miteinander interagieren. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass die Rollen nicht von vornherein starr festgelegt sind, sondern je nach Situation wechseln können. Insbesondere bei der Anwendung der Agency-Theorie auf die Wirtschaftsprüfung ist dies zu beachten. Darüber hinaus betrachtet die Principal-Agent-Theorie grundsätzlich nur zwei Parteien, während im Rahmen einer Prüfungssituation vornehmlich drei interagierende Gruppierungen auszumachen sind:
Das Management eines Unternehmens, das operativ und strategisch mit der Führung des Unternehmens betraut ist, stellt die erste Gruppe dar. Das Management hat durch seinen Wissensvorsprung insbesondere im Rahmen von Abschlusserstellungen und -prüfungen die Möglichkeit, Information selektiv freizugeben, und kann so einen wesentlichen Einfluss darauf ausüben, inwiefern die veröffentlichten Informationen mit der Realität übereinstimmen. In Extremfällen kann es hier zu absichtlichen Verfälschungen kommen, so dass unter Umständen ein Einhalten von gesetzlichen oder vertraglichen Vorschriften nicht gewährleistet ist. „Bilanzmanipulationen sind gezielt darauf gerichtet, die Adressaten unter Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen zu einer für den Vorstand günstigen Einschätzung der künftigen Entwicklung des Unternehmens bzw. des in der betrachteten Periode erzielten Erfolges zu veranlassen.“
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der prüferischen Durchsicht vor dem Hintergrund steigender Informationsanforderungen des Kapitalmarktes und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Die prüferische Durchsicht in der Prüfungstheorie: Dieses Kapitel verankert die prüferische Durchsicht theoretisch durch die Anwendung der Agency-Theorie sowie der Spieltheorie auf die Interaktion zwischen Management, Prüfer und Adressaten.
3 Die prüferische Durchsicht aus internationaler Sicht: Hier wird der Einfluss internationaler Standards (ISA, US GAAS) auf die Entwicklung der prüferischen Durchsicht dargestellt, wobei insbesondere die Harmonisierungstendenzen erläutert werden.
4 Die prüferische Durchsicht in Deutschland: Dieses Kapitel detailliert die deutsche Normenlage, den Anwendungsbereich, die Prüfungstiefe sowie die methodischen Grundlagen der prüferischen Durchsicht nach IDW PS 900.
5 Problemfelder der prüferischen Durchsicht: Das Kapitel analysiert Herausforderungen wie die Erwartungslücke und die fehlende gesetzliche Pflicht, inklusive möglicher Lösungsansätze und Enforcement-Strukturen.
6 Die Durchführung einer prüferischen Durchsicht in der Praxis: Die praktische Vorgehensweise wird hier konkretisiert, insbesondere durch die Darstellung von analytischen Prüfungshandlungen und Befragungen.
7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtbeurteilung des Instruments der prüferischen Durchsicht und fasst die wesentlichen Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Unternehmensüberwachung zusammen.
prüferische Durchsicht, Review, Wirtschaftsprüfung, IDW PS 900, Agency-Theorie, Spieltheorie, Erwartungslücke, Abschlussprüfung, Zwischenbericht, Finanzberichterstattung, internationale Standards, Prüfungssicherheit, Qualitätssicherung, Unternehmensüberwachung, Kapitalmarkt
Die Arbeit untersucht das Instrument der prüferischen Durchsicht, ein vergleichsweise neues Verfahren in der deutschen Wirtschaftsprüfung, und analysiert dessen theoretische Basis sowie praktische Anwendung.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung mittels Principal-Agent-Modellen, die internationale Harmonisierung, die deutsche Regulierungslücke und die spezifischen Problemfelder wie die Erwartungslücke.
Das Ziel ist es, das Konzept des "Review" in den deutschen Prüfungskontext zu übertragen, Unterschiede zur klassischen Abschlussprüfung zu klären und Lösungsansätze für regulatorische Unsicherheiten zu erarbeiten.
Die Arbeit nutzt einen analytischen Ansatz, primär gestützt auf ökonomische Theorien (Agency-Theorie, Spieltheorie), sowie die Auswertung von Normen und Fachliteratur zur Finanzberichterstattung.
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Herleitung die internationale Entwicklung, die deutsche Normierung durch das IDW, der Umgang mit Erwartungslücken und die praktische Durchführung (Prüfungsmethoden) detailliert erörtert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere prüferische Durchsicht (Review), Erwartungslücke, Abschlussprüfung, Agency-Theorie, IDW PS 900 und internationale Standards.
Da die prüferische Durchsicht eine geringere Prüfungstiefe und Sicherheit bietet, ist eine klare Kommunikation an die Adressaten essenziell, um Fehlinterpretationen zu vermeiden, die als Erwartungslücke bezeichnet werden.
Sie sollen die Transparenz und Qualität der Finanzberichterstattung erhöhen, indem eine von der Abschlussprüfung unabhängige, externe Instanz die Korrektheit der Abschlüsse kontrolliert.
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