Diplomarbeit, 2011
102 Seiten
EINLEITUNG
FRAGE ZUM THEMA
I. THEORIE ZUR ANGST
1. Was ist Angst?
1.1. Das Phänomen der Angst
1.2. Formen von Angststörung
1.3. Erklärungsmodelle für Angststörungen:
2 Therapie der Angststörung
2.1. Psychodynamischer Ansatz
3. Angststörungen bei Kindern aus der Sicht des Psychodramas
3.1. Genetische Dispositionen und daraus resultierende Rollen
4. Psychodramatherapie
4.1. Ziele der Psychodramatherapie
4.2 Instrumente des Psychodramas
4.3. Psychodramatische Kindertherapie
4.4. Die Behandlung von Angststörungen aus psychodramatischer Sicht
II. PRAXISTEIL
1. Vorstellung des Falles:
1.1. Erster Eindruck
1.2. Darstellung der Symptomatik und deren Beginn/Ursprung – Urszene
1.3. Sozialer Kontext
1.4. Familiärer Kontext
2. Hinweise aus dem Erstgespräch
2.1.Perfektes Annäherungsziel
2.2. Autonomie von Julia – Überregulierung
2.3. Hinweis auf Ängstlichkeit der Mutter
2.4. Hinweis zu unsicher vermeidender Bindung der Mutter
3. Theoretische Überlegungen zum Fall - Ursachen aus psychodramatischen Sicht
3.1. Genetische Disposition von Julia
3.2. Ängstlichkeit als imitiertes Verhalten von Julia
3.3. Ängstlichkeit als Folge unsicher ambivalenter Bindung von Julia
3.4. Ängstlichkeit als Ausdruck einer gestörten Autonomieentwicklung von Julia
3.5. Perfekte Ziele und Ängstlichkeit von Julia
3.6. Zusammenfassung der Störungsentwicklung von Julia
4. Hypothese zur genetischen Disposition von Julia:
5. Strategische Vorüberlegungen für die Therapie von Julia
5.1 Autonomieentwicklung
5.2 Begegnungsbühne – Schaffung der therapeutischen Beziehung
5.3 Erkennen des Problems durch Rekonstruktion der Lage (Symptomatik) und deren „Ur-Szene“
5.4. Stärkung auf der psychosomatischen Ebene
5.5. Nachreifung auf der soziodramatischen Ebene – Niveau 1:
5.6. Realisierung des handlungsleitenden (perfekten) Ziels auf der Spielbühne
5.7. Soziometrische Aufstellung der inneren Anteile in unterschiedlichen Szenen
5.8 Besetzung aller Rollen im „perfekten Spiel“ und Feedback der einzelnen Rollen
5.9. Festigung des Erreichten
5.10. So lassen sich im Nachhinein im Verlauf der Therapie von Julia folgende Stationen erkennen:
6. Schlussfolgerung
6.1. Antwort auf Fragestellung
Die Masterthesis untersucht die Psychodrama-Theorie in der Anwendung bei einer kindlichen Angststörung, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Entwicklungsstufen und sogenannten „perfekten Zielen“ auf die Angstentwicklung liegt. Ziel ist es, durch die Verschränkung von Theorie und Praxis Wege aufzuzeigen, wie mittels psychodramatischer Interventionen die kindliche Autonomie gestärkt und Angstsymptomatiken aufgearbeitet werden können.
3.1.2.1. Die psychosomatische Rollenebene
Die psychosomatische Rollenebene wird von der Geburt bis ca 1 ½ Jahren angenommen. Der Säugling lebt im sogenannten 1. Universum. Er steht, wie Moreno postuliert, von Anfang an in aktiver Auseinandersetzung mit seiner Umwelt. Er ist Actor und auch Interactor, d.h. sozial Handelnder. Dabei verfügt er über erstaunliche Möglichkeiten, sich aktiv an Interaktionen zu beteiligen, bleibt jedoch auf regulierende Hilfs-Ich-Kompetenzen der Bezugspersonen angewiesen.
Rollenerwartungen werden zwischen Säugling und Eltern mittels Gestik und Mimik ausgehandelt. Über Zuwendung oder Abwendung zeigt der Säugling als „role giver“ Impulse zur Kontaktaufnahme oder zum Rückzug aus der Interaktion. Später ist es möglich, durch Gestik und Mimik erste einfache Signale zu senden. Der ausgestreckte Finger signalisiert, verbunden mit dem Blick auf einen Keks, „Das möchte ich“. Es gibt für den Säugling noch keinerlei Möglichkeit, zu sich selbst „als Objekt“ in Beziehung zu treten. Das Selbst existiert lediglich „als Subjekt“. Im Verlauf der ersten Lebensmonate entwickelt sich in the act ein implizites Selbstempfinden. Diesem Selbstempfinden liegt das Bindungsmuster zugrunde. Die unsichere Bindung auf der nichtsprachlichen Ebene manifestiert sich körperlich und ist ein negatives Selbstempfinden. Die Bindung sehe ich bildlich gesprochen als Nest, die eine positive oder negative Einfärbung vermittelt Das Selbstempfinden ist stets dabei, egal ob positiv oder negativ. Dieses Empfinden ist für Erwachsene im Allgemeinen genauso selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Erst wenn es fehlt werden wir darauf aufmerksam, dass etwas nicht weiter Benennbares fehlt. So, wie wir erst in dem Moment bemerken, dass wir Luft zum Atmen benötigen, wenn uns jemand Mund und Nase zu hält.
I. THEORIE ZUR ANGST: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die psychologischen und neurobiologischen Aspekte der Angst, einschließlich verschiedener Erklärungsmodelle, Bindungstheorien und psychodramatischer Störungskonzepte.
II. PRAXISTEIL: Hier wird anhand einer konkreten Fallstudie einer 9-jährigen Patientin aufgezeigt, wie psychodramatische Methoden wie das 3-Bühnen-Modell und soziometrische Aufstellungen zur Behandlung einer Angststörung eingesetzt werden können.
Angst, Psychodrama, Kindertherapie, Strukturbezogenes Vorgehen, Bindungstheorie, Autonomieentwicklung, Rollenentwicklung, Symptomatik, Soziodramatik, Psychosomatik, Angststörung, Intervention, Rollenfixierung, Therapeutische Beziehung, Selbstregulierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Psychodrama-Theorie zur Behandlung von Angststörungen bei Kindern, wobei sie theoretische Grundlagen mit einem konkreten Praxisbericht verknüpft.
Die zentralen Felder sind die Angstentstehung, das psychodramatische Entwicklungsmodell nach Michael Schacht, die Bindungstheorie sowie die therapeutische Arbeit mit Kindern unter Einbeziehung von Rollenerweiterung und Autonomieförderung.
Das primäre Ziel besteht darin, durch die psychodramatische „Nachnährung“ vernachlässigter Entwicklungsstufen bei einer 9-jährigen Patientin die Angstsymptomatik zu reduzieren und eine altersadäquate Autonomie zu fördern.
Es wird eine theorieverschränkte Einzelfallstudie durchgeführt, die psychodramatische Instrumente wie die Begegnungs- und Spielbühne sowie soziometrische Methoden nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Angststörungen und einen detaillierten Praxisteil, der den therapeutischen Verlauf, die diagnostische Einordnung und die angewandten Interventionen bei der Patientin Julia beschreibt.
Besonders prägend sind Begriffe wie Psychodrama, Autonomie, Überregulierung, Bindungsmuster, „perfekte Ziele“ und die kindliche Rollenentwicklung.
Die Autorin argumentiert, dass „perfekte Ziele“ als unbewusste Rollenvorgaben der Eltern fungieren, die vom Kind internalisiert werden; dies führt zu Leistungsdruck und Angst, da die Kinder glauben, nur bei absoluter Fehlerfreiheit geliebt zu werden.
Das 3-Bühnen-Modell (Soziale Bühne, Begegnungsbühne, Spielbühne) ermöglicht eine strukturierte therapeutische Begleitung, die sowohl den Austausch mit Bezugspersonen als auch den geschützten, spielerischen Raum zur Bearbeitung individueller Themen des Kindes sicherstellt.
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