Bachelorarbeit, 2016
37 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Autokratie und Demokratie
3. Critical Junctures
4. Das ägyptische Militär
5. Ein demokratischer Putsch?
6. Systemwechsel in Ägypten?
7. Anwendung der Systemtransformationstheorie
7.1 Ende des autokratischen Systems
7.2 Institutionalisierung der Demokratie
8. Untersuchung der Phasen der Umbrüche auf Critical Junctures
8.1 Erste Phase: Der Zusammenbruch eines autokratischen Regimes
8.1.1 Legitimation in der ersten Phase
8.1.2 Repression in der ersten Phase
8.1.3 Kooptation in der ersten Phase
8.1.4 Fazit der ersten Phase von Umbrüchen
8.2 Zweite Phase: Der Versuch eines demokratischen Transitionsprozesses
8.2.1 Legitimation in der zweiten Phase
8.2.2 Repression in der zweiten Phase
8.2.3 Kooptation in der zweiten Phase
8.2.4 Fazit der zweiten Phase der Umbrüche
8.3 Dritte Phase: Stabilisierung unter der Führung Sisis
8.3.1 Legitimation in der dritten Phase
8.3.2 Repression in der dritten Phase
8.3.3 Kooptation in der dritten Phase
8.3.4 Fazit der dritten Phase: Die Restauration eines Militärregimes durch autokratische Führung
9. Regimewandel oder Regimewechsel?
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Ereignisse in Ägypten nach dem Arabischen Frühling einen tatsächlichen Regimewandel hin zu einer Demokratie darstellten oder ob es sich lediglich um einen Regimewechsel handelte, bei dem eine autokratische Militärherrschaft restauriert wurde.
8.1.4 Fazit der ersten Phase von Umbrüchen
Aus den Ergebnissen leite ich ab, dass in der ersten Phase der politischen Umbrüche in Ägypten ein Critical Juncture vorliegt. Die erste Säule „Legitimation“ eines autokratischen Systems ist definitiv geschwächt, was sich am Ende der Präsidentschaft von Mubarak durch die Proteste gegen ihn und seine Regierung offensichtlich zeigt. Die zweite Säule „Repression“ ist ebenfalls geschwächt, da während der zivilen Proteste gegen das Mubarak-Regime repressive Maßnahmen keine langanhaltende Wirkung mehr zeigten und die Menschen nicht davon abhielten, auf die Straße zu gehen und zu protestieren. Die dritte Säule „Kooptation“ kann man sogar als defekt und nicht mehr tragfähig ansehen. Das hat vor allem seinen Ursprung in den mangelnden Kooptationsbemühungen des Mubarak-Regimes gegenüber dem ägyptischen Militär. Das Militär ist wie bereits erwähnt ein zentraler und wichtiger Akteur sowohl in der Wirtschaft, als auch als staatliches Sicherheitsorgan: „Das Militär war in der sehr ausdifferenzierten ägyptischen Herrschaftselite einer der zentralen Eckpfeiler von Macht und Legitimität, in dem es sich als Hüter der republikanischen Prinzipien der Revolution von 1952 sah" (Demmelhuber 2014, S. 50). In Zusammenarbeit mit dem Regime verlor das Militär jedoch immer mehr an Bedeutung und Machteinfluss. Gleichzeitig wuchsen die Beziehungen zwischen dem Mubarak-Regime und neuen Wirtschaftseliten, die damit eine direkte Konkurrenz zum Wirtschaftsakteur Militär darstellten. Das ägyptische Militär baute daher seine Stellung als „Wächter der Nation“ aus und versuchte sich während der sozialen Proteste nach außen hin als neutraler Akteur zu präsentieren, dessen Ziel ausschließlich auf die Wahrung der Verfassung und Nation gerichtet war. Durch die herrschaftsinternen Bruchlinien wurde es für die Militärführung leichter, sich weiter von dem Regime zu distanzieren, sodass es nicht selbst zum Adressat der Proteste der Bevölkerung wurde (vgl. Demmelhuber 2013, S. 53). Insgesamt war die Kompensationsleistung der drei Säulen derart geschwächt, dass es letztendlich mit dem Rücktritt von Mubarak zum Zusammenbruch der bestehenden autokratischen Führung kam.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Fragestellung, ob der Arabische Frühling in Ägypten zu einer Demokratisierung führte oder eine Wiedereinführung der Militärherrschaft bewirkte.
2. Autokratie und Demokratie: Definition der Grundbegriffe und Kategorisierung politischer Systeme anhand der Typologien von Wolfgang Merkel.
3. Critical Junctures: Vorstellung des „Drei-Säulen-Modells“ der autokratischen Stabilität (Legitimation, Repression, Kooptation) und Definition von Critical Junctures.
4. Das ägyptische Militär: Analyse der Rolle und Sonderstellung des ägyptischen Militärs als wirtschaftlicher und politischer Akteur sowie als „Hüter der Nation“.
5. Ein demokratischer Putsch?: Überprüfung der ägyptischen Militärputsche anhand der Kriterien eines „demokratischen Putsches“ nach Ozan O. Varol.
6. Systemwechsel in Ägypten?: Einordnung der Ereignisse in das Konzept des Systemwechsels zwischen altem und neuem politischen System nach Wolfgang Merkel.
7. Anwendung der Systemtransformationstheorie: Analyse des Übergangs in Ägypten unter Anwendung idealtypischer Transformationsformen.
8. Untersuchung der Phasen der Umbrüche auf Critical Junctures: Detaillierte Untersuchung der drei Phasen des Umbruchs (Mubarak-Sturz, Mursi-Regierung, Sisi-Stabilisierung) unter Anwendung des Drei-Säulen-Modells.
9. Regimewandel oder Regimewechsel?: Fazit der Arbeit mit dem Ergebnis, dass kein echter Regimewandel, sondern lediglich ein Regimewechsel und die Restauration eines autoritären Systems stattfand.
Ägypten, Arabischer Frühling, Militärregime, Systemtransformation, Demokratisierung, Autokratie, Drei-Säulen-Modell, Critical Juncture, Mubarak, Mursi, Sisi, Kooptation, Repression, Legitimation, Regimewechsel
Die Arbeit analysiert die politischen Entwicklungen in Ägypten seit Beginn des Arabischen Frühlings, um zu klären, ob das Land eine echte demokratische Transformation durchlief oder ob eine autokratische Militärherrschaft wiederhergestellt wurde.
Zentrale Themen sind die Stabilität von autokratischen Systemen, die Rolle des ägyptischen Militärs als mächtiger Akteur sowie die theoretische Einordnung der politischen Umbrüche in Ägypten zwischen 2011 und 2014.
Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob in Ägypten ein tatsächlicher Regimewandel hin zur Demokratie stattgefunden hat oder ob es sich lediglich um einen Regimewechsel handelte, bei dem Eliten ausgetauscht wurden, ohne das autokratische Fundament zu beseitigen.
Die Arbeit nutzt die Systemtransformationstheorie von Wolfgang Merkel sowie das „Drei-Säulen-Modell“ (Legitimation, Repression, Kooptation) von Gerschewski et al., um die Stabilität und die Umbruchphasen in Ägypten systematisch zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert die Ereignisse in drei Phasen (Sturz Mubaraks, Mursi-Ära, Machtübernahme Sisis) und prüft unter Anwendung des Drei-Säulen-Modells, ob durch das Wegfallen von Stabilitätssäulen „Critical Junctures“ entstanden sind.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Ägypten, Arabischer Frühling, Militärregime, Systemtransformation, Demokratisierung, Autokratie, Drei-Säulen-Modell und Regimewechsel.
Der Putsch wird nicht als demokratisch gewertet, da Mursi durch freie und faire Wahlen legitimiert war und der Putsch den Ausschluss eines demokratisch gewählten Präsidenten bedeutete, ohne dass im Anschluss die demokratischen Kriterien nach Varol erfüllt wurden.
Das Militär wird als zentraler politischer und wirtschaftlicher Akteur definiert, der sich selbst als „Hüter der Nation“ versteht und durch seine tiefgreifenden Machtstrukturen in der Lage ist, den politischen Prozess maßgeblich zu beeinflussen und autokratische Strukturen zu sichern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

