Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Resilienz
2.1 Begriffsbestimmung Resilienz
2.2 Die Ursprünge der Resilienzforschung
2.3 Kauai-Längsschnittstudie
2.4 Das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept
2.4.1 Risikofaktorenkonzept
2.4.2 Schutzfaktorenkonzept
3. Justizvollzugsanstalt
3.1 Straf- und Vollzugsziele
3.2 Soziologische Analyse der Haftsituation
3.2.1 Soziokulturelle Umwelt
3.2.2 Soziale Umwelt
3.2.3 Gefängnisorganisation
3.2.4 Physische Umwelt
4. Resilienz und Gefängnissozialarbeit
4.1 Pädagogische Möglichkeiten im Gefängnis
4.1.1 Sichere Bindung
4.1.2 Bildung
4.1.3 Freundschaften
4.1.4 Fähigkeiten und Neigungen
4.1.5 Positive Werte
4.1.6 Soziale Kompetenzen
4.2 Einfluss von Resilienz auf die Resozialisierung
5. Der religionspädagogische Einfluss auf die Gefängnissozialarbeit
6. Vorschlag einer praktischen Umsetzung auf der Grundlage des Konzepts „Mentoring für Straffällige: Auch ein Beitrag zum Opferschutz” von Dr. Lutz Klein
6.1 Arbeitsmarktintegration für jugendliche Strafentlassene (ArJuS)
6.2 Mentoring und Resilienz
7. Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern Erkenntnisse aus der Resilienzforschung für die Soziale Arbeit mit Straftätern nutzbar gemacht werden können, um den Resozialisierungsprozess in der Justizvollzugsanstalt zu optimieren.
2.4.1 Risikofaktorenkonzept
„Risikofaktoren werden als krankheitsbegünstigende, risikoerhöhende und entwicklungshemmende Merkmale definiert, von denen potenziell eine Gefährdung der gesunden Entwicklung des Kindes ausgeht.“ 34 Risikofaktoren sind Variablen, die die Wahrscheinlichkeit negativ auftretender Verhaltensweisen erhöhen. Darüber hinaus meint „potenziell“ hier, dass vorhandene Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit negativer Konsequenzen für die Entwicklung erhöhen, diese aber nicht zwangsläufig eintreffen müssen. 35 Es handelt sich also um ein Wahrscheinlichkeits- und nicht um ein Kausalitätskonzept. Insgesamt muss man heute aus entwicklungspsychopathologischer Sicht Entwicklungsgefährdungen in zwei Hauptgruppen differenzieren: „zum einen Bedingungen, die sich auf biologische oder psychologische Merkmale beziehen -sie werden als Vulnerabilitätsfaktoren bezeichnet- und zum anderen Bedingungen, die psychosoziale Merkmale der Umwelt des Menschens betreffen -sie werden Risikofaktoren bzw. Stressoren genannt.“36 Unter Vulnerabilität (lateinisch vulnus - Wunde) versteht die Psychologie die Verwundbarkeit der Person aufgrund von belastenden bzw. risikoreichen Umweltbedingungen. Sie stellt das Gegenstück zur Resilienz dar. 37 Je höher die Vulnerabilität der Person, desto höher ist das Risiko, dass belastende Lebenssituationen einen negativen Einfluss auf die betroffene Person nehmen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass je geringer die Vulnerabilität ist, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, unter schwierigen Lebensbedingungen zu zerbrechen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Resilienzkonzepts für Inhaftierte und formuliert das Ziel, resilienzfördernde Ansätze für die Soziale Arbeit im Vollzug nutzbar zu machen.
2. Resilienz: Dieses Kapitel definiert Resilienz als erlernbare Widerstandsfähigkeit und erläutert die theoretischen Grundlagen sowie das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept.
3. Justizvollzugsanstalt: Hier wird die Haftsituation soziologisch analysiert, wobei die problematischen Rahmenbedingungen des Gefängnisses als Ort der Stigmatisierung und Anomie hervorgehoben werden.
4. Resilienz und Gefängnissozialarbeit: Das Kapitel überträgt Resilienzbereiche auf die Gefängnispädagogik und diskutiert Möglichkeiten und Grenzen resilienzorientierten Handelns im Vollzug.
5. Der religionspädagogische Einfluss auf die Gefängnissozialarbeit: Es wird untersucht, wie Spiritualität und religiöse Gemeinschaft den Insassen Orientierung geben und zur Resilienzstärkung beitragen können.
6. Vorschlag einer praktischen Umsetzung auf der Grundlage des Konzepts „Mentoring für Straffällige: Auch ein Beitrag zum Opferschutz” von Dr. Lutz Klein: Dieser Abschnitt plädiert für die Implementierung eines Mentoring-Programms, um durch stabile Bindungen und individuelle Begleitung die Resozialisierungschancen zu erhöhen.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Resilienz einen hilfreichen Ansatz für die Persönlichkeitsentwicklung bietet, jedoch strukturelle Veränderungen des Vollzugs nicht ersetzen kann.
Resilienz, Soziale Arbeit, Justizvollzug, Resozialisierung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Mentoring, Pädagogik, Strafvollzug, Spiritualität, Kohärenzgefühl, Haftalltag, Straftäter, Reintegration, Beratung.
Die Arbeit untersucht, wie das psychologische Konzept der Resilienz – also die Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden Lebensumständen – in der Sozialen Arbeit mit Gefängnisinsassen angewendet werden kann, um deren Resozialisierung zu fördern.
Die Themenfelder umfassen die Resilienztheorie, die soziologische Analyse des Gefängnisalltags, pädagogische Ansätze im Strafvollzug, die Rolle der Religionspädagogik sowie die praktische Umsetzung mittels Mentoring-Programmen.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter im Vollzug den Resilienzgedanken in ihre tägliche Arbeit integrieren können, um den Inhaftierten zu helfen, eine positive Zukunftsperspektive zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer textanalytisch-interpretativen Methode im Sinne der klassischen Hermeneutik, wobei vorhandene deutschsprachige Fachliteratur ausgewertet und synthetisiert wird.
Im Hauptteil werden zunächst das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept erläutert, gefolgt von einer Analyse der Lebenswelt im Gefängnis und der konkreten Anwendung von Resilienzbereichen wie Bindung, Bildung und sozialer Kompetenz.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Resilienz, soziale Reintegration, Schutzfaktoren, Mentoring, pädagogische Intervention, Straftäterbehandlung und Kohärenzgefühl charakterisieren.
Die Autorin sieht Mentoren als wertvolles Werkzeug, das die professionelle Soziale Arbeit ergänzen kann, da Ehrenamtliche eine individuellere, informelle Beziehungsebene ermöglichen, die bei der hohen Fallzahl der hauptamtlichen Sozialarbeiter oft zu kurz kommt.
Eine zentrale Grenze ist, dass Resilienz bei Inhaftierten dazu führen kann, dass sie sich lediglich mit ihrer Situation abfinden oder resignieren, statt eine aktive Veränderung und Resozialisierung anzustreben. Zudem kann das Gefängnis selbst als permanenter Risikofaktor durch einen einzelnen Ansatz nicht aufgehoben werden.
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