Bachelorarbeit, 2013
48 Seiten, Note: sehr gut
Fremdenfeindlichkeit und mögliche Auslöser
Fragestellungen und Hypothesen
Versuchsplanung und Methodik
Materialien
Untersuchungsablauf
Beschreibung der Stichprobe
Ergebnisse
Fremdenfeindlichkeitswerte
Nationalstolz
Selbstwert
soziale Desorientierung
soziale Deprivation
Zusammenfassende Diskussion
Diese Bachelorarbeit untersucht die Ursachen fremdenfeindlicher Einstellungen und analysiert Zusammenhänge zwischen individuellen Einstellungsmerkmalen und soziopsychologischen Einflussfaktoren. Ziel ist es, durch die statistische Korrelation verschiedener Konstrukte mit einem Fremdenfeindlichkeitsindex ein besseres Verständnis für die Auslöser von Ausgrenzung und Diskriminierung zu gewinnen.
Fremdenfeindlichkeit und mögliche Auslöser
Bezüglich Integrations- oder Toleranzbereitschaft sind in der Allgemeinbevölkerung unterschiedliche Trends zu beobachten. Einerseits wird in der Öffentlichkeit der Trend zur fairen und gleichen Behandlung von Minderheiten vertreten. Andererseits sind fremdenfeindlich motivierte Diskriminierungen und Vorurteile selbst bei Personen mit weltoffener und liberaler Weltanschauung vorhanden. Da fremdenfreundliches Auftreten Konformitätsverhalten entspricht, gibt es kaum Menschen, die sich oder anderen gegenüber eingestehen würden, fremdenfeindlich zu sein. Fremdenfeindlichkeit ist dennoch als latente Einstellung zu verstehen (Beck, 1992; Gomischak, 2002). Jeder Mensch besitzt fremdenfeindliche Einstellungen und Verhaltensmuster, Unterschiede liegen aber in deren Qualität und Quantität (Gomischak). Evolutionstheoretische Erklärungsansätze (Lévi-Strauss, Dahmer, Zimmer, Eibel-Eibesfeldt) verweisen darauf, dass Fremdenangst und –hass nicht nur in allen menschlichen Kulturen, sondern auch im Tierreich ein gängiges Phänomen und dass Abneigungen gegen Fremde auch in der Entwicklungspsychologie anzutreffen ist („Fremdeln“).
Der Begriff „Fremdenfeindlichkeit“ wird verwendet, da die Bezeichnung „Ausländerfeindlichkeit“ zu eng gefasst erscheint. Nicht alle Ausländer werden im selben Ausmaß angefeindet, diskriminiert oder sind von selben Vorurteilen betroffen. Vermehrt treten Einstellungsyndrome auf, intolerante Einstellungen gegenüber Ausländern gehen auch mit negativen Bewertungen anderer Minderheiten wie zum Beispiel Homosexuellen einher (Willems, 1993). Stigmatisierung ist nicht mehr am Merkmal der Ethnie, Staatsbürgerschaft oder des Heimatlandes generalisierbar.
Fremdenfeindlichkeit und mögliche Auslöser: Einführung in das Konstrukt der Fremdenfeindlichkeit, die begriffliche Abgrenzung und die theoretische Herleitung durch sozialpsychologische und evolutionäre Erklärungsansätze.
Fragestellungen und Hypothesen: Formulierung der wissenschaftlichen Hypothesen über den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen (wie Leistungsorientierung, Nationalstolz, Selbstwert) und der Tendenz zu fremdenfeindlichen Einstellungen.
Versuchsplanung und Methodik: Detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns, der verwendeten Fragebogenskalen zur Erhebung der unabhängigen Variablen sowie des Untersuchungsablaufs.
Beschreibung der Stichprobe: Informationen zur Zusammensetzung der N=70 umfassenden Stichprobe und der Sicherung der Anonymität während der Datenerhebung.
Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertung, einschließlich der Korrelationen zwischen den untersuchten Skalen und der Prüfung der aufgestellten Hypothesen.
Fremdenfeindlichkeitswerte: Deskriptive Darstellung der Mittelwerte für die verschiedenen Subskalen der Fremdenfeindlichkeit und deren Interkorrelationen.
Nationalstolz: Analyse der Korrelationen zwischen patriotischem sowie nationalistischem Nationalstolz und fremdenfeindlichen Einstellungen.
Selbstwert: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Selbstwertgefühl der Probanden und fremdenfeindlichen Tendenzen innerhalb der Stichprobe.
soziale Desorientierung: statistische Auswertung der Bedeutung sozialer Orientierungslosigkeit als Prädiktor für Fremdenfeindlichkeit.
soziale Deprivation: Analyse der Auswirkungen wahrgenommener Benachteiligung und wirtschaftlicher Deprivation auf die Einstellung gegenüber Fremden.
Zusammenfassende Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund bestehender Theorien, methodische Einschränkungen der Studie und Implikationen für künftige Forschung.
Fremdenfeindlichkeit, Leistungsorientierung, soziale Deprivation, soziale Desorientierung, nationalistischer Nationalstolz, patriotischer Nationalstolz, Selbstwert, Vorurteile, Ethnozentrismus, Assimilationsforderungen, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, soziale Identität, intergruppenpsychologie
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Auslöser fremdenfeindlicher Einstellungen innerhalb der Bevölkerung.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Einfluss von Leistungsorientierung, Nationalstolz, sozialer Deprivation und Desorientierung auf die Ausprägung von Fremdenfeindlichkeit.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen persönlichen psychologischen Faktoren und fremdenfeindlichem Denken zu identifizieren und empirisch zu prüfen.
Es wurde ein quantitativer Forschungsansatz mittels Online- und Papier-Fragebögen gewählt, wobei die Daten statistisch durch Korrelationsanalysen und t-Tests ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung der Methodik sowie die detaillierte Darstellung der statistischen Ergebnisse zu den verschiedenen Einflussfaktoren.
Wichtige Begriffe sind Fremdenfeindlichkeit, Nationalstolz, soziale Deprivation, Leistungsorientierung und Ethnozentrismus.
Die Studie differenziert zwischen einem als positiv betrachteten patriotischen Nationalstolz und einem nationalistischen Nationalstolz, der stärker mit Abwertung und Diskriminierung korreliert.
Aufgrund der Homogenität der Stichprobe, die ausschließlich Personen mit hohem Selbstwert umfasste, konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen niedrigem Selbstwert und Fremdenfeindlichkeit nachgewiesen werden.
Die Studie geht davon aus, dass in einem gesellschaftlichen Wettbewerbsklima Fremde häufig als Konkurrenten um Ressourcen wahrgenommen werden, was fremdenfeindliche Einstellungen verstärkt.
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