Bachelorarbeit, 2015
45 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Methodik
3. Teil I – Grundlagen der Luhmann'schen Systemtheorie
3.1 Einblick in die allgemeine Systemtheorie Luhmanns
3.2 Soziale Systeme
3.3 Kommunikation
3.3.1 Das Universallmedium Sinn
3.3.2 Schrift und Sprache als Kommunikationsmedien
3.3.3 Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
3.4 Typen sozialer Systeme
3.4.1 Interaktionssysteme
3.4.2 Organisationen
3.4.3 Gesellschaft
3.4.4 Funktionssysteme
4. Teil II – Das Militär als autopoietisches System
4.1 Die systemische Einordnung des Militärs
4.2 Existiert das Militär in einer Staatenwelt?
4.3 Funktion des Militärsystems und dessen Kommunikation
4.4 Code und Programmierung des Militärs
4.5 Die strukturellen Kopplungen des Militärs
4.6 Das Militär als soziales System
5. Teil III – Der Krieg als Konfliktsystem
5.1 Kriegerischer Konflikt?
5.2 Exkurs: Terrorismus als Sonderform des Krieges?
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Militär und das Phänomen des Krieges auf Basis der systemtheoretischen Theorie von Niklas Luhmann. Ziel ist es zu analysieren, ob das Militär die Merkmale eines sozialen Systems erfüllt, wie es sich systemtheoretisch einordnen lässt und wie Krieg im Kontext der systemtheoretischen Konflikttheorie zu verstehen ist.
4.2 Existiert das Militär in einer Staatenwelt?
Das Militär wird vordergründig als etwas Staatliches angesehen, weshalb es auch notwendig ist, eine Übereinstimmung dieser Annahme mit Luhmanns Theorie zu untersuchen. Seine Theorie sozialer Systeme geht in ihrer Grundannahme von der Existenz einer Weltgesellschaft aus, einer Gesellschaft, die am Endpunkt einer langen Entwicklung die Begrenztheit von segmentären und stratifikatorischen Gesellschaften überwunden hat und deren Differenzierung nicht mehr territorial oder symbolisch begrenzt scheint.
Allein funktionale Grenzen sind ein vorherrschendes Merkmal, zumindest für die erste Differenzierungsebene. Während sich die Weltgesellschaft, wie aufgezeigt, bezüglich Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und anderer Teilsysteme funktional differenziert, ist die Zweitdifferenzierung nicht zwangsläufig funktional bestimmt. So kann das politische System, das für die Herstellung kollektiv bindender Entscheidungen verantwortlich ist, den Staat als „Formel für die Selbstbeschreibung“ seiner selbst begreifen und drückt sich zudem als „semantische Überhöhung des politischen Mediums Macht“ aus. Er ist „Autor und Adresse politischer Kommunikation“ und in dieser Rolle als Organisation auszumachen, was Luhmann durch folgendes unterstreicht:
„Weder die Gesellschaft, in deren Umwelt es gar keine Adressen gibt, noch gesellschaftliche Funktionssysteme, noch bloße Interaktion verfügen über Kommunikationsfähigkeit. Schon diese Überlegung zeigt, daß der Staat, wenn er überhaupt befähigt sein soll, kollektiv bindende Entscheidungen zu treffen, eine Organisation sein muß, was immer man ihm sonst noch an Merkmalen zuschreibt.“
1. Einführung: Vorstellung des Forschungsvorhabens, Niklas Luhmanns systemtheoretische Relevanz für die Analyse des Militärs und die Darlegung zentraler Thesen der Arbeit.
2. Methodik: Erläuterung der heuristischen Vorgehensweise und der herangezogenen systemtheoretischen Literatur zur Untersuchung von Militär und Krieg.
3. Teil I – Grundlagen der Luhmann'schen Systemtheorie: Detaillierte Einführung in Begriffe wie Autopoiesis, Kommunikation, Sinn und die Differenzierung von Systemen, welche als Basis für die weitere Analyse dienen.
4. Teil II – Das Militär als autopoietisches System: Untersuchung der Einordnung des Militärs als soziales System, seiner Funktionen, seines Codes, seiner Kopplungen und seiner Organisationsstruktur innerhalb der Gesellschaft.
5. Teil III – Der Krieg als Konfliktsystem: Analyse von Krieg und Konflikt aus systemtheoretischer Sicht sowie die Diskussion neuer Kriegstypen und der Sonderform Terrorismus.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Resümee über die Verortung des Militärs als Organisation und die Erklärbarkeit von Kriegen durch die Konflikttheorie.
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Militär, Krieg, Organisation, Funktionssystem, Kommunikation, Macht, Konflikt, Autopoiesis, Weltgesellschaft, Staat, Gewaltmonopol, soziale Systeme, strukturelle Kopplung
Die Arbeit analysiert das Militär und den Krieg auf Basis der systemtheoretischen Ansätze von Niklas Luhmann, um diese als soziale Phänomene wissenschaftlich greifbar zu machen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Systemtheorie nach Luhmann, der Organisation des Militärs, der systemischen Einordnung von Kriegen und der Bedeutung von staatlichen Strukturen.
Es soll geklärt werden, ob das Militär als soziales System betrachtet werden kann und wie es innerhalb der Typologie sozialer Systeme nach Luhmann verortet werden sollte.
Die Arbeit nutzt die systemtheoretische Deduktion und greift auf die Literatur der Luhmann-Schule zurück, um eine forschende Abhandlung in heuristischer Grundform zu erstellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die systemtheoretischen Grundlagen, die Einordnung des Militärs als autopoietisches System sowie die Analyse des Krieges als Konfliktsystem.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemtheorie, Autopoiesis, Militär, Krieg, Organisation, Macht und strukturelle Kopplung.
Die Analyse ergibt, dass das Militär zwar komplex und autopoietisch ist, aber nicht die Merkmale erfüllt, die ein eigenständiges gesellschaftliches Funktionssystem ausmachen, weshalb die Verortung als Organisation überzeugender ist.
Die Arbeit betrachtet Krieg nicht nur als zwischenstaatliche Auseinandersetzung, sondern als Konfliktsystem, das auch asymmetrische Bedrohungen und Terrorismus in einer entgrenzten Weltgesellschaft umfasst.
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