Bachelorarbeit, 2010
30 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 Partizipative Pricing-Ansätze
2.1.2 Behavioral Pricing
2.2 Theoretische Grundlagen
2.2.1 Theorien zur Preisfairness
2.2.2 Theorien zum Referenzpreis
3 Literaturüberblick
3.1 Übersicht über die wichtigsten Forschungsaspekte
3.2 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
3.2.1 Forschungsarbeiten zu PWYW
3.2.2 Forschungsarbeiten zum Konzept des Referenzpreises
3.2.3 Forschungsarbeiten zum Konzept der Preisfairness
4 Diskussion der Ergebnisse
5 Praxisrelevanz von PWYW aus Sicht des Verkäufers
5.1 Vorteile
5.2 Nachteile/ Risiken
5.3 Voraussetzungen für die praktische Anwendbarkeit
6 Forschungsausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die wissenschaftliche Literatur zum Preismechanismus "Pay-What-You-Want" (PWYW) systematisch auszuwerten und die zugrunde liegenden verhaltenswissenschaftlichen Hintergründe zu beleuchten, um deren Praxisrelevanz für Unternehmen zu bewerten.
1 Einleitung
Die Preispolitik hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Dank Internet kann schneller und bequemer auf Preisinformationen zugegriffen werden, was zu einer zunehmen den Preistransparenz beiträgt. Auch durch die Globalisierung und die damit verbundene Zu nahme von Anbietern aus „Billiglohnländern“ wird ein steigender Preisdruck auf die Unter nehmen ausgeübt. Um diesem zu entkommen, kann auch die Wahl eines vom Kunden favori sierten Preismechanismus eine Abgrenzung zu den Wettbewerbern ermöglichen und einen komparativen Vorteil bieten.
Ein Beispiel für einen solchen Preismechanismus ist Pay-What-You-Want (PWYW). Dabei liegt die Preissetzung allein in den Händen des Kunden und der Verkäufer muss jeden Preis, einschließlich eines Preises von Null, akzeptieren. Dieses Preismodell ist keine neue Erfin dung, sondern existiert in manchen Ländern schon sehr lange. Zum Beispiel wird in vielen in dischen Dörfern der Stadtpriester für einen Großteil seiner Rituale wie Taufe oder Hochzeit zu PWYW-Bedingungen bezahlt. Analog gilt dies dort für Ärzte, für die der Patient ebenfalls so viel zahlt, wie er sich leisten kann (vgl. Fernandez/Nahata 2009 S. 2).
In letzter Zeit hat PWYW gerade durch die Rockband Radiohead, die ihr neues Album „In Rainbow“ im Oktober 2007 im Internet zu PWYW-Preisen zum Download anbot, Aufmerk samkeit erregt. Während Radiohead Pay-What-You-Want nur kurzfristig für Werbezwecke einsetzte, gibt es auch Unternehmen, die diesen Preismechanismus dauerhaft anwenden. Ne ben der Musikindustrie findet PWYW auch in der Gastronomie/Hotellerie Verwendung. „Der Wiener Deewan“, ein pakistanisches Restaurant in Wien bietet seit 2005 Speisen zu PWYW Bedingungen an; auch im Frankfurter „Kish“ oder im „Lentil as Anything“ in Melbourne gibt es ähnliche Konzepte (für weitere Praxisbeispiele für die Anwendung von PWYW siehe Abb. 1).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die zunehmende Bedeutung der Preispolitik ein und stellt den Preismechanismus „Pay-What-You-Want“ anhand theoretischer sowie praktischer Beispiele vor.
2 Grundlagen: Hier werden partizipative Pricing-Ansätze definiert, Behavioral Pricing eingeordnet sowie die zentralen Theorien zu Preisfairness und Referenzpreisen erörtert.
3 Literaturüberblick: Dieser Abschnitt bietet eine Zusammenfassung der wichtigsten empirischen Studien zu PWYW, Referenzpreisen und Preisfairness und beleuchtet deren Einflussfaktoren.
4 Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Resultate der untersuchten Studien kritisch hinterfragt, Unterschiede in den Forschungsergebnissen erklärt und auf das PWYW-Modell übertragen.
5 Praxisrelevanz von PWYW aus Sicht des Verkäufers: In diesem Kapitel werden die Vor- und Nachteile von PWYW analysiert sowie konkrete Voraussetzungen für dessen erfolgreichen Einsatz in der Praxis abgeleitet.
6 Forschungsausblick: Das Schlusskapitel identifiziert offene Fragestellungen und skizziert den weiteren Forschungsbedarf für zukünftige Arbeiten.
Pay-What-You-Want, PWYW, Behavioral Pricing, Preisfairness, Referenzpreis, Preispolitik, partizipative Preismechanismen, Zahlungsbereitschaft, Konsumentenverhalten, Preisgestaltung, Feldexperimente, Preisdifferenzierung, Kaufentscheidung, Umsatz, Preisschwellen
Die Arbeit befasst sich mit dem experimentellen Preismechanismus „Pay-What-You-Want“ und untersucht dessen verhaltenswissenschaftliche Fundamente sowie die Anwendbarkeit in der Unternehmenspraxis.
Zu den Kernbereichen gehören das Behavioral Pricing, die Konzepte der Preisfairness und des Referenzpreises sowie die empirische Auswertung von Feldstudien zum PWYW-Modell.
Das Ziel ist die Auswertung der vorhandenen Literatur zu PWYW, um die mentalen und verhaltenswissenschaftlichen Faktoren zu verstehen, die den Kunden zur Preisbestimmung motivieren, und daraus Implikationen für Verkäufer abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte sowie die Ergebnisse spezifischer empirischer Feldstudien (z. B. von Kim, Natter und Spann) systematisch zusammenführt und diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Preisfairness, Referenzpreise), eine Bestandsaufnahme aktueller Forschungsergebnisse und eine anschließende kritische Diskussion dieser Ergebnisse hinsichtlich ihrer Praxisrelevanz.
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Pay-What-You-Want, Behavioral Pricing, Preisfairness, Referenzpreis, Konsumentenverhalten und Preisdifferenzierung beschreiben.
Der Referenzpreis dient Kunden oft als psychologischer Ankerpunkt, um bei einem PWYW-Modell den „fairen“ Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung überhaupt erst einschätzen zu können.
Bei persönlichen Face-to-Face-Interaktionen wirken soziale Normen wie Reziprozität oder die Vermeidung gesellschaftlicher Missbilligung, was dazu führt, dass Kunden eher einen positiven Preis zahlen als bei anonymen Online-Transaktionen.
Die Studie deutet darauf hin, dass PWYW insbesondere in Unternehmen funktioniert, bei denen Kunden altruistische Motive oder eine soziale Bindung verspüren, während es im reinen „High-Price-Sektor“ aufgrund von Gewinnmaximierungsaspekten problematisch sein kann.
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