Bachelorarbeit, 2014
60 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Macht
2.1.1 Das Phänomen Macht
2.1.2 Machtmotivation
2.1.3 Zur Evolution von Macht
2.1.4 Verhaltensaktivierung, Informationsverarbeitung, Zielfokussierung und Legitimität
2.2 Ethik und Moral
2.2.1 Ethik und Moral in Psychologie und Philosophie
2.2.2 Deontologische und konsequentialistische Ethik in der Psychologie
2.2.3 Moralisches Urteilen
2.3 Eingrenzung für diesen Review
2.4 Fragestellungen
3. Methoden
3.1 Ein- und Ausschlusskriterien der verwendeten Literatur
3.2 Vorgehen
3.3 Verwendete Primärstudien
4. Ergebnisse
4.1 Personal Sense of Power
4.2 Macht und verschiedene Formen unethischen Verhaltens
4.3 Macht enthüllt den Charakter
4.4 Sozialisierte und personalisierte Macht
4.5 Empathie, interpersonelle Sensitivität und prosoziales Verhalten
4.6 Macht und Moral
5. Diskussion
5.1 Personal Sense of Power als ethisch neutrales Konstrukt
5.2 Sozio-ökonomischer Status und unethisches Verhalten
5.3 Macht und Persönlichkeit
5.4 Macht und Empathie
5.5 Macht verändert den Blick auf Moral
5.6 Implikationen für den Unternehmensbereich
Die Arbeit untersucht in Form eines systematischen Reviews den Einfluss von Macht(besitz) auf (un)ethisches Verhalten. Ziel ist es, die teilweise heterogenen Forschungsergebnisse zu synthetisieren und zu klären, ob Macht grundsätzlich korrumpierend wirkt oder ob dies von persönlichen Dispositionen und situativen Bedingungen abhängt.
4.1 Personal Sense of Power
Machtunterschiede existieren in vielen sozialen Beziehungen, gehen oft mit Kontrolle über begehrte Ressourcen einher und lassen sich u.a. mit Hilfe von Machtgrundlagen beschreiben. Wie Anderson, John und Keltner (2012) feststellen, muss diese Betrachtung von Macht um zwei Punkte ergänzt werden: Zum einen ist das persönliche Machtempfinden (personal sense of power, SOP) nicht gleichzusetzen mit den soziokulturellen Indikatoren für Macht. Zum anderen ist der tatsächliche Einfluss auf andere Personen davon abhängig, wie mächtig man sich fühlt. Um SOP genauer zu betrachten, haben Anderson und Kollegen (2012) mehrere Studien bezüglich der Konsistenz und Kohärenz des SOP über verschiedene Beziehungen hinweg durchgeführt und schließlich SOP zu anderen psychologischen Konstrukten (Macchiavellianismus, Narzissmus, der individuellen Bewertung von Macht und Verträglichkeit) in Beziehung gesetzt. Definiert ist SOP als „the perception of one’s ability to influence another person or other people” (Anderson et al., 2012). Betont wird das Potential zur Beeinflussung, d.h. man muss von seiner Macht nicht unbedingt auch Gebrauch machen, um sich mächtig zu fühlen. Obwohl Macht teilweise bereichsspezifisch ist (Anderson, Spatano & Flynn, 2008; nach Anderson et al., 2012), erlangen manche Personen kontextübergreifend mehr Macht als andere (Judge, Bono, Illies & Gerhardt, 2002; Lord, De Vader & Alliger, 1986; nach Anderson et al., 2012).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen Macht ein, thematisiert aktuelle Unternehmensskandale sowie Machtmissbrauch in der Wissenschaft und betont die Notwendigkeit einer systematischen Untersuchung der psychologischen Effekte von Macht.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Macht, Machtmotivation, Ethik und Moral sowie die dualen Ansätze moralischen Urteilens, um einen Rahmen für den Review zu schaffen.
3. Methoden: Hier wird das methodische Vorgehen für den systematischen Review beschrieben, inklusive der Suchstrategien in wissenschaftlichen Datenbanken sowie der Ein- und Ausschlusskriterien für die 20 Primärstudien.
4. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die Analyse der Primärstudien, unterteilt in die Betrachtung des persönlichen Machtempfindens, verschiedene Formen unethischen Verhaltens, individuelle Dispositionen, Empathie und moralisches Urteilen.
5. Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert kritisch die Heterogenität der Studienlage und leitet Implikationen für die Unternehmenspraxis sowie zukünftige Forschung ab.
Macht, Machtbesitz, unethisches Verhalten, Moral, Machtmotivation, Empathie, interpersonelle Sensitivität, moralisches Urteilen, Sense of Power, Sozioökonomischer Status, Deontologie, Konsequentialismus, Prosoziales Verhalten, Führungskraft, Systematischer Review.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der psychologischen Forschungsfrage auseinander, wie der Besitz oder das Erleben von Macht das (un)ethische Verhalten von Individuen beeinflusst.
Zentrale Felder sind die psychologische Definition von Macht, die Rolle von Empathie und interpersoneller Sensitivität, sowie der Einfluss von Macht auf moralische Urteilsprozesse.
Das Ziel ist die Erstellung eines systematischen Reviews, der 20 aktuelle Primärstudien zusammenfasst, um zu klären, ob Macht zwangsläufig korrumpierend wirkt oder durch andere Faktoren moderiert wird.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse (Systematic Review), bei der internationale psychologische Fachdatenbanken nach einschlägigen Studien ab 2004 durchsucht wurden.
Der Hauptteil analysiert, wie verschiedene Formen von Macht – von subjektivem Machtempfinden bis hin zu hierarchischen Positionen – mit unethischem Verhalten, Empathieverlust oder prosozialem Verhalten korrelieren.
Die wichtigsten Begriffe sind Macht, unethisches Verhalten, Moral, Empathie, Sense of Power und moralisches Urteilen.
Die Ergebnisse sind komplex: Während Macht oft als korrumpierend wahrgenommen wird, zeigt der Review, dass der Effekt stark von persönlichen Dispositionen und dem sozialen Kontext abhängt.
Die Arbeit stellt fest, dass wahrgenommene Legitimität als Moderator wirkt, da sie beeinflusst, wie Individuen ihre Machtposition rechtfertigen und ob sie sich eher regelgeleitet oder nutzenmaximierend verhalten.
Mächtige Personen neigen bei moralischen Dilemmata dazu, eher deontologisch zu argumentieren, es sei denn, sie sind selbst betroffen; dann wechseln sie häufiger zu utilitaristischen Argumenten, um sich Vorteile zu verschaffen.
Der Autor schlägt vor, Personalauswahlverfahren um Aspekte der moralischen Identität zu ergänzen und durch gezielte Coachings eine kritische Reflexion der eigenen Machtausübung zu fördern.
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