Bachelorarbeit, 2011
78 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Autismus
2.1.1 Autismus als Spektrum-Störung
2.1.2 Formen von Autismus
2.1.3 Diagnosekriterien und Problembereiche
2.1.4 Erklärungsmodelle
2.1.5 Soziodemographie
2.2 Das Asperger-Syndrom und HFA
2.2.1 Stärken und Schwächen
2.2.2 Musterfirma: Asperger Informatik AG
2.2.3 Weitere zu berücksichtigende Aspekte
3 Der eigene Untersuchungsansatz
3.1 Entwicklung der Fragestellung
3.2 Studiendesign
3.2.1 Der Fragebogen und dessen Besonderheiten
3.2.2 Versuchsablauf
3.2.3 Datenaufbereitung und Auswertungsverfahren
3.3 Stichprobenbeschreibung
3.3.1 Gesamte Stichprobe
3.3.2 Differenzierte Betrachtung
4 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
4.1 Organisationales
4.1.1 Tätigkeiten
4.1.2 Arbeitsumfeld
4.1.3 Zeitliches Pensum
4.1.4 Vorgabendetailliertheit
4.2 Sensorisches
4.2.1 Lichtreize
4.2.2 Akustische Reize
4.3 Soziales
4.3.1 Firmenveranstaltungen
4.3.2 Verhaltensregeln
4.3.3 Bildung von Fahrgemeinschaften
4.4 Freitexte
5 Tipps für Arbeitgeber
5.1 Organisationales
5.2 Sensorisches
5.3 Soziales
6 Kritische Betrachtung und Diskussion
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Herausforderungen von Erwachsenen mit Asperger-Syndrom in der modernen Arbeitswelt. Ziel ist es, durch eine empirische qualitative und quantitative Analyse die spezifischen Stärken und Schwächen der Betroffenen zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber abzuleiten, um ein förderliches Arbeitsumfeld zu schaffen.
2.2.2 Musterfirma: Asperger Informatik AG
Die Schweizer Informatik Firma Asperger Informatik AG (AG, Firmenportrait, 2010; AG, Pressespiegel, 2010), hat sich darauf spezialisiert, Aspies ein effektives Arbeitsumfeld zu bieten. Gegründet wurde die Firma im Oktober 2008 von der Eidg. Dipl. Wirtschaftsinformatikerin Susan Conza (Abbildung 4, Mitte unten). Frau Conza ist selber Aspie und seit über 12 Jahren sehr erfolgreich im IT-Bereich tätig. Die Firma hat ihre Mitarbeiteranzahl sowie das Portfolio in den letzten Jahren stetig ausbauen können. Mittlerweilen bieten sieben Mitarbeiter diverse Informatik-Dienstleistungen, PC-Support, Netzwerk Support und Webdesigns an. Die Spezialgebiete liegen jedoch bei der Qualitätskontrolle von Software und Webseiten sowie Benutzerfreundlichkeits-Analysen und Analysen der Barrierefreiheit von Webseiten, da Aspies aufgrund ihrer speziellen Wahrnehmung (vgl. Kap. 2) Fehler z. B. in Programmcodes besser finden und sich auch wesentlich länger darauf fokussieren können, als NTs. Damit die Stärken maximiert und die Schwächen minimiert werden, ist die Arbeitsumgebung an die Besonderheiten der Aspies angepasst.
Im Bereich der Sensorischen-Stressoren gilt als oberste Devise, dass Störfaktoren akustischer und optischer Art weitgehend vermieden werden (Baumgartner et al., 2009, S. 56ff). Im Zuge dessen sind die Räumlichkeiten in einer ruhigen Gegend Zürichs gelegen, um die akustischen Reize von außerhalb, zu minimieren, sodass es zu keinem Overload kommt (Preißmann, 2009, S. 40). Die Wände sind weiß gestrichen und ohne Bilder, welche ablenken könnten. Sie sorgen durch überwiegend indirekte Beleuchtung für gute Sichtverhältnisse, ohne jedoch zu blenden, was bei Aspies zu einer sensorischer Überforderung führen kann (Preißmann, 2009, S. 122). Als Bodenbelag wurden dicke Teppiche gewählt, welche Geräusche dämpfen.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch die Darstellung der alltäglichen Schwierigkeiten von Menschen mit Asperger-Syndrom und den Mangel an fundierter Literatur für das Berufsleben.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert Autismus als Spektrum, erläutert das Asperger-Syndrom sowie relevante Erklärungsmodelle (Theory of Mind, zentrale Kohärenz, exekutive Funktionen) und stellt die Asperger Informatik AG als positives Praxisbeispiel vor.
3 Der eigene Untersuchungsansatz: Hier wird die Methodik der Online-Erhebung, das Studiendesign sowie die Stichprobenbeschreibung detailliert beschrieben und begründet.
4 Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde zu organisationalen, sensorischen und sozialen Aspekten im Arbeitsleben der Probanden.
5 Tipps für Arbeitgeber: Basierend auf der Theorie und den Untersuchungsergebnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung des Arbeitsplatzes und die Führung von Mitarbeitern mit Asperger-Syndrom gegeben.
6 Kritische Betrachtung und Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die methodischen Grenzen der Arbeit, ordnet die Ergebnisse ein und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsarbeiten.
Asperger-Syndrom, Autismus, Arbeitswelt, Arbeitgeber, Arbeitszufriedenheit, Sensorische Stressoren, Sozialverhalten, Inklusion, berufliche Teilhabe, Autismus-Spektrum-Quotient, AQ, Arbeitsplatzgestaltung, Barrierefreiheit, Kommunikation, Unternehmenskultur.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Herausforderungen für Menschen mit Asperger-Syndrom in der Arbeitswelt und gibt Arbeitgebern Hilfestellungen für eine erfolgreiche Integration.
Die Studie konzentriert sich auf die Bereiche Organisationales (Arbeitsgestaltung), Sensorik (akustische und optische Einflüsse) sowie Soziales (Interaktion mit Kollegen und Vorgesetzten).
Ziel ist es, die in der Literatur beschriebenen Problemfelder statistisch zu untermauern und daraus praxisnahe Tipps für Unternehmen abzuleiten, die Mitarbeiter mit Asperger-Syndrom beschäftigen oder dies planen.
Es wurde eine quantitative Online-Erhebung durchgeführt, deren Ergebnisse mit deskriptiven und korrelativen statistischen Verfahren (Spearman-Rangkorrelation) analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil, das Studiendesign samt Stichprobenbeschreibung sowie die ausführliche Darstellung und Diskussion der erzielten Untersuchungsergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Asperger-Syndrom, berufliche Integration, Arbeitsplatzanpassung, Sensorische Überempfindlichkeit und Autismus-Spektrum-Quotient (AQ).
Die Unterscheidung erfolgt über den Autismus-Spektrum-Quotienten (AQ), wobei ein Schwellenwert genutzt wird, um die Zielgruppe (Menschen mit Asperger-Syndrom) von der Kontrollgruppe (neurotypische Personen) abzugrenzen.
Sie dient als "Musterfirma" und Best-Practice-Beispiel für eine gelungene, an die besonderen Bedürfnisse von Aspies angepasste Arbeitsumgebung.
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