Bachelorarbeit, 2016
87 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Bedeutungskonstrukte
2.1 Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit?
2.2 Die Konstruktion des Rassebegriffs
3. Rassismus in Deutschland
3.1 Formen rassistischer Diskriminierung in Deutschland
3.2 Rechtlicher Schutz vor institutionellem und strukturellem Rassismus
4. Rassistische Zuschreibung in der Debatte um Asyl und Flucht
4.1 Medien und Sprache
4.2 Rassismus in Sozialen Netzwerken
4.3 Rechtlicher Schutz und Handlungsempfehlungen vor rassistischer Hetze in den sozialen Medien
4.4 Kriminalitätszuschreibungen gegenüber Geflüchteten und Migrant*innen
5. Extremismusexkurs und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland
5.1 Extremismustheorie
5.2 Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nach Heitmeyer
5.3 Die Verbreitung rassistischer, diskriminierender und menschenfeindlicher Einstellungen in Deutschland
5.3.1 Fremdenfeindlichkeit
5.3.2 Rassismus
5.3.3 Etabliertenvorrecht
5.3.4 Islamfeindlichkeit
5.3.5 Abwertung von Asylsuchenden
6. Die Mitte und die „Flüchtlingskrise“
6.1 Gesellschaft im Umbruch, erstarkender Rechtspopulismus
6.2 Marktförmiger Extremismus in der Mitte der Gesellschaft
6.3 Die Angst vor dem Fremden
7. Soziale Arbeit als Institution der Intervention
7.1 Soziale Arbeit und Rassismus
7.2 Rassismuskritische Soziale Arbeit – Herausforderungen für die Praxis
7.3 Projektbeispiel „OBJEKTIV“
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Rassismus und der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit innerhalb der Mitte der deutschen Gesellschaft, insbesondere vor dem Hintergrund der verstärkten Zuwanderung und der aktuellen Flüchtlingssituation. Ziel ist es, die Ausprägungen dieser Einstellungsmuster zu analysieren und Handlungsoptionen für die Soziale Arbeit zu identifizieren, um rassistischen Tendenzen wirksam entgegenzutreten.
3. Rassismus in Deutschland
Rassismus findet seinen historischen Ursprung in der Kolonialisierung Südamerikas, Indiens und Afrikas. Durch die Versklavung von zahllosen Menschen, die zum Abbau gewinnbringender Rohstoffe in den annektierten Gebieten genötigt und zur Unterwerfung gezwungen wurden, festigte sich in den europäischen Ländern das Gefühl von zivilisatorischer und moralischer Vorherrschaft der „weißen Rasse“. Die Vorstellung der genetisch bedingten Vormachtstellung erfuhr nicht zuletzt ihren Höhepunkt in Deutschland im Nationalsozialismus, geprägt durch seine Vernichtungspolitik (vgl. bpb 2012). Im August 1992 erfuhr Nachkriegsdeutschland durch das rassistische Pogrom in Rostock Lichtenhagen sowie durch die rassistischen Angriffe und Belagerungen 1991 im sächsischen Hoyerswerda und 1992 in Mannheim eine bis dato einzigartige Anerkennung rassistischen Handelns und einer rassistischen Grundhaltung, welche unverhohlen in der Öffentlichkeit zum Ausdruck kam.
Begleitet wurden die Vorfälle Anfang der 1990er deutschlandweit von mehreren Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte, Wohnhäuser und steigenden Übergriffen. Konträr zur beständigen Annahme, es handle sich um ein „ostdeutsches Phänomen“ wurden die häufigsten und gravierendsten Brandanschläge, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen, sowie Übergriffe auf Migrant*innen, Obdachlose oder politisch Linke in den alten Bundesländern verübt (vgl. AG wider den rassistischen Mob 2012).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Identitätskrise im Kontext der Zuwanderungsdebatte und definiert Rassismus als ein zentrales strukturelles Problem in der Mitte der Gesellschaft.
2. Bedeutungskonstrukte: Dieses Kapitel differenziert den Rassismusbegriff von Begriffen wie Fremden- oder Ausländerfeindlichkeit und analysiert kritisch die soziale Konstruktion des Rassebegriffs.
3. Rassismus in Deutschland: Es wird die historische Genese des Rassismus beleuchtet, die Gewaltbereitschaft gegen Migrant*innen dokumentiert und institutionelle Diskriminierungsformen kritisch hinterfragt.
4. Rassistische Zuschreibung in der Debatte um Asyl und Flucht: Der Fokus liegt hier auf dem Einfluss von Sprache und Medien auf gesellschaftliche Wahrnehmungsprozesse sowie auf Kriminalitätszuschreibungen gegenüber Geflüchteten.
5. Extremismusexkurs und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland: Die theoretischen Grundlagen des Extremismuskonzepts und das integrative Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) nach Heitmeyer werden vorgestellt und empirisch untermauert.
6. Die Mitte und die „Flüchtlingskrise“: Die Analyse konzentriert sich auf die Verschiebung der gesellschaftlichen Normalität durch Rechtspopulismus, marktförmigen Extremismus und die Angst vor dem Fremden.
7. Soziale Arbeit als Institution der Intervention: Dieses Kapitel widmet sich der notwendigen rassismuskritischen Professionalisierung der Sozialen Arbeit und präsentiert das Modellprojekt "OBJEKTIV" als Praxisbeispiel.
8. Fazit: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Erfassung rassistischer Facetten durch die Soziale Arbeit und fordert eine verstärkte zivilgesellschaftliche Beteiligung.
Rassismus, Menschenfeindlichkeit, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Flüchtlingskrise, Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit, Institutioneller Rassismus, Mediale Darstellung, Integration, Alltagsrassismus, Identitätskrise, Rechtsextremismus, Rassismuskritik
Die Arbeit analysiert Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als tief verwurzelte Probleme in der Mitte der deutschen Gesellschaft, die durch aktuelle politische Ereignisse und mediale Debatten verstärkt werden.
Zu den Schwerpunkten zählen die mediale Konstruktion von Feindbildern, die Rolle des institutionellen Rassismus, die Ausbreitung rechtspopulistischer Rhetorik sowie die Herausforderungen für die professionelle Soziale Arbeit.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Mechanismen von Rassismus zu schaffen und aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit durch rassismuskritische Bildung und Interventionen den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann.
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literatur- und Analysearbeit, die unter anderem Ergebnisse aktueller Studien wie der GMF-Studie und der Leipziger "Mitte-Studien" einbezieht.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse rassistischer Zuschreibungen im Kontext von Asyl und Flucht, der theoretischen Herleitung von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und der kritischen Betrachtung der Rolle der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Rassismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung, Rechtspopulismus und Rassismuskritische Soziale Arbeit charakterisiert.
Die Autorin argumentiert, dass dieser Begriff den Mechanismus der rassistischen Diskriminierung verschleiert und unpräzise ist, da er auch Menschen mit Migrationshintergrund treffen kann, die deutsche Staatsbürger sind.
Das Projekt dient als praktisches Beispiel für eine rassismuskritische Pädagogik, die sich gezielt an rechtsorientierte sowie gefährdete Jugendliche richtet, um Perspektivwechsel anzuregen und Radikalisierung vorzubeugen.
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