Bachelorarbeit, 2016
40 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Spannungsfelder der Mode in der kulturellen Praxis der Kleidung
Zwischen Avantgarde und Mainstream - Aneignung und Ablösung in der zeitlichen Dimension
Individuum und Gesellschaft - Nachahmung und Abgrenzung im sozialen Gefüge
Von innen nach außen - Übereinstimmung und Identität
Die Beziehung von Subjekt und Objekt - Kapitalismus und Dominanz
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Mode als komplexes semiotisches System und kulturelle Alltagspraxis, wobei der Fokus auf dem Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach individueller Identitätsstiftung und den gesellschaftlichen sowie ökonomischen Zwängen zur Konformität liegt. Die Forschungsfrage hinterfragt, inwiefern eine tatsächliche Individualisierung durch Kleidung in einem vom Kapitalismus und schnellen Trends geprägten Modesystem überhaupt möglich ist.
Die Beziehung von Subjekt und Objekt - Kapitalismus und Dominanz
Durch die Wirtschaftsordnung des Kapitalismus kommen im System der Mode weitere Probleme auf. Einerseits vermutet man eine so große Auswahl an bereits vorhandener Kleidung, wie es sie nie zuvor gegeben hat, die endlose Möglichkeiten von Kombinationen verschiedener Kleidungsstücke mit sich bringt. Andererseits ist in erster Linie nur eine Auswahl und eine Kombination aus bereits Vorhandenem möglich: „Die Kreativität der Konsumierenden besteht [lediglich] in der Auswahl und im Kauf.“
Der Kapitalismus ist als ein Faktor zu bewerten, der deutlichen Einfluss auf die Mode nimmt, und ihre Strömungen verändert: „[…] der Markt diktiert die Moden, nicht mehr die DesignerInnen, wie das möglicherweise in der >>mode de cents ans<<, also bis Dior gewesen sein mag.“
Auch die Globalisierung wirkt sich in umfassendem Maße auf die Modewelt aus: „Die moderne Mode unterstreicht einen Verlust von Lokalität und kultureller Spezifität […]“. Trends verbreiten sich schneller als jemals zuvor und sie müssen definitiv global betrachtet und analysiert werden. Sowohl die Technologisierung als auch die sogenannten neuen Medien und das Internet tragen einen großen Teil zu der schnellen Verbreitung von neuen Trends und aufkommenden Strömungen bei. Mit der Globalisierung einher geht der Strukturwandel der Innenstädte.
Einleitung: Diese Einführung definiert Kleidung als komplexes semiotisches System und stellt die These auf, dass Vollkommenheit in der Mode ein unerreichbarer Zustand ist.
Spannungsfelder der Mode in der kulturellen Praxis der Kleidung: Das Kapitel beleuchtet den kulturellen Wert der Kleidung, der weit über ihre funktionale Schutzfunktion hinausgeht und eng mit Zeitlichkeit und Vergänglichkeit verknüpft ist.
Zwischen Avantgarde und Mainstream - Aneignung und Ablösung in der zeitlichen Dimension: Es wird die zyklische Bewegung zwischen der Innovationskraft der Avantgarde und der Massenadaption im Mainstream analysiert, die den stetigen Wandel des Modesystems vorantreibt.
Individuum und Gesellschaft - Nachahmung und Abgrenzung im sozialen Gefüge: Hier werden die antagonistischen Kräfte des Bedürfnisses nach Zugehörigkeit (Nachahmung) und der individuellen Distinktion (Abgrenzung) im sozialen Raum untersucht.
Von innen nach außen - Übereinstimmung und Identität: Dieses Kapitel diskutiert die schwierige Aufgabe des Individuums, sein prozesshaftes, inneres Selbstbild durch Kleidung als "Modekörper" in der Außenwelt konsistent zu inszenieren.
Die Beziehung von Subjekt und Objekt - Kapitalismus und Dominanz: Die ökonomischen Einflüsse werden thematisiert, wobei die Verdinglichung des Subjekts durch den marktgesteuerten Konsum und die damit verbundene Uniformierung kritisch hinterfragt werden.
Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Mode ein notwendiger, aber permanent unvollkommener Prozess zur Artikulation der Identität ist, der in der Postmoderne als Kompensation für die Fragmentierung des Selbst dient.
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Die Arbeit analysiert Kleidung nicht nur als funktionales Objekt, sondern als ein komplexes, semiotisches System und kulturelle Praxis, die eng mit der Identitätskonstruktion und gesellschaftlichen Strukturen verbunden ist.
Die zentralen Themen umfassen die zeitliche Dynamik von Trends (Avantgarde vs. Mainstream), soziale Prozesse der Nachahmung und Distinktion, sowie den ökonomischen Einfluss des Kapitalismus auf den individuellen Kleidungsstil.
Das primäre Ziel ist es, die These zu untermauern, dass das Streben nach Vollkommenheit in der Mode ein unmöglicher Zustand ist und Kleidung stattdessen als ständiger, unvollkommener Prozess der Identitätssuche verstanden werden muss.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse kultur- und medienwissenschaftlicher Theorien, insbesondere unter Einbezug der Systemtheorie und soziologischer Ansätze zur Mode (u.a. Georg Simmel, Elena Esposito).
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Spannungsfelder, die vom zeitlichen Kreislauf der Trends über die soziale Verortung des Individuums bis hin zur kritischen Reflexion über Konsum und Verdinglichung im Kapitalismus reichen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Identitätsstiftung, soziale Nachahmung, kulturelle Kompetenz, Konsumkritik, Postmoderne und das Paradoxon der Individualität definiert.
Der Kapitalismus fördert durch marktorientierte Strukturen eine Uniformierung, in der Individualität oft zu einer Illusion degradiert wird, da Konsumenten meist nur aus bereits vorgegebenen Stilen wählen können.
Da Identität ein prozesshafter Zustand ist, der sich ständig wandelt, kann ein statisches Objekt wie ein Kleidungsstück die tiefen, oft unbewussten Identitätsbedürfnisse des Subjekts nur temporär befriedigen.
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