Diplomarbeit, 2016
47 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Überblick
2.1 Reputation – Definition
2.2 Reputation – Bedeutung
2.3 Reputation als Erfolgsfaktor
2.4 Reputation als Risikofaktor
3 Reputation im Unternehmenskontext
3.1 Reputation in der Risikolandschaft
3.2 Messen der Unternehmensreputation
3.2.1 Fortune’s Most Admired Companies
3.2.2 Harris-Fombrun-Reputation-Quotient
3.2.3 Reputationsmodell von Schwaiger
3.3 Regulativer Ordnungsrahmen
3.3.1 Rechtsvorschriften nach Unternehmensform
3.3.2 Rechtsvorschriften nach Branchen
4 Aufbau und Erhalt von Reputation
4.1 Management der Unternehmensreputation
4.2 Besondere Rolle des Vorstandsvorsitzenden/CEO
4.3 Rolle der Nachhaltigkeit
5 Schutz von Reputation
5.1 Aufbauorganisation eines Reputationsrisikosystems
5.1.1 Reputationsrelevante Funktionen
5.1.2 Three-Lines-of-Defense-Modell
5.2 Ablauforganisation eines Reputationsrisikosystems
5.2.1 Strategisches Risikomanagement
5.2.2 Regelkreis des Risikomanagements
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung der Unternehmensreputation als immateriellen Vermögenswert und analysiert, wie Unternehmen Reputationsrisiken proaktiv managen können, um langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
2.4 Reputation als Risikofaktor
Die Reputation eines Unternehmens kann in vielfältiger Form bedroht werden. Angriffe aus dem Internet („Cyber attacks“), Angriffe auf Datenbestände oder die IT-Infrastruktur, Umweltprobleme, Probleme im Bereich Menschenrechte, Arbeitsbedingungen oder auch rechtliche Fragen, zu Tage tretende Probleme mit der Produktqualität, notwendige Rückrufaktionen, unangemessenes Auftreten von Führungskräften, Stellenabbau trotz Unternehmensgewinne, Bilanzskandale, Betrug, Korruption, vorsätzliche Schädigung durch aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter, öffentliche Empörung über als unangemessen empfundene Gehälter und Abfindungen, kulturelle Fehlleistungen und viele andere Aspekte können die gute Reputation eines Unternehmens erheblich gefährden.
Gefahrenquellen können Unternehmen auch dann bedrohen, wenn der Auslöser gar nicht oder nur indirekt in der Verantwortung des Unternehmens liegt. Sinkt ein Öltanker (z. B. Exxon Valdez) und schädigt die Umwelt, wird die gesamte Branche von den Stakeholdern verurteilt. In der Finanzkrise der letzten Jahre hat auch die Reputation von Finanzinstituten gelitten, wie z. B. Sparkassen und Raiffeisenbanken, die gar nicht oder nur unwesentlich involviert waren.
Eine der spektakulärsten Unternehmenspleiten war der Zusammenbruch des US-Energieriesen Enron im Herbst 2001.27 Dieses Unternehmen verstieß bewusst über einen längeren Zeitraum gegen wesentliche Kriterien einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Die wichtigsten Gründe für den in der Folge entstandenen Reputationsschaden waren das Versagen der Aufsichtsgremien, beabsichtigte Intransparenz der Geschäfte und Unternehmensstrukturen, unzureichende Risikokultur und politische Einflussnahme. Das Unternehmen hinterließ einen Schuldenberg in Höhe von 31 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig wurde mit Arthur Andersen eine der damals weltweit größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in den Abgrund gerissen, da sie ihren Pflichten als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nicht nachkam. Dieser Skandal blieb nicht nur auf diese Firmen beschränkt, sondern führte zu einem enormen Vertrauensverlust auf den Kapitalmärkten. Gesetzliche Regelungen wurden daraufhin in den USA verschärft.28
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Unternehmensreputation anhand des VW-Abgasskandals und definiert den Aufbau der Arbeit.
2 Überblick: Dieses Kapitel liefert Definitionen von Reputation, erörtert deren Bedeutung und analysiert sie als Erfolgs- sowie Risikofaktor.
3 Reputation im Unternehmenskontext: Hier wird Reputation in die Risikolandschaft eingeordnet, Messmethoden vorgestellt und der regulatorische Ordnungsrahmen betrachtet.
4 Aufbau und Erhalt von Reputation: Das Kapitel beschreibt das Management der Reputation, die Rolle der Unternehmensführung sowie die Bedeutung von Nachhaltigkeit.
5 Schutz von Reputation: Es werden strukturelle Anforderungen an ein Reputationsrisikosystem sowie der operative Risikomanagement-Regelkreis detailliert erläutert.
6 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und einem Ausblick auf die Dynamik im Social Web.
Reputation, Unternehmensreputation, Reputationsrisiko, Risikomanagement, Stakeholder, Nachhaltigkeit, Corporate Governance, Compliance, Risikokultur, Risikobewertung, Risikosteuerung, Three-Lines-of-Defense, Unternehmenswert, Krisenmanagement, Unternehmensführung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der zentralen Bedeutung der Unternehmensreputation als wertvolles, aber gefährdetes Gut und zeigt auf, wie Unternehmen diese aktiv managen können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Reputation, deren Messung, dem Aufbau durch nachhaltiges Handeln und dem systematischen Schutz vor Reputationsrisiken.
Das Ziel ist es, den Leser für die Bedeutung der Unternehmensreputation zu sensibilisieren und einen strukturierten Rahmen für deren effektives Management und Schutz zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Untersuchung von Konzepten zur Risikosteuerung und Reputationsmessung in Unternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung der Reputation in die Risikolandschaft, Methoden zu ihrer Messung, Strategien zum Aufbau sowie die konkrete Organisation eines Reputationsrisikosystems.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Reputation, Reputationsrisiko, Stakeholder, Nachhaltigkeit, Risikomanagement und Corporate Governance.
Während der Reputation Quotient vorrangig auf die Messung abzielt, fungiert das Modell von Schwaiger zusätzlich als Instrument zur Erklärung der Reputation und deren Bestimmungsgrößen.
Es dient der klaren organisatorischen Abgrenzung von Aufgaben (operatives Management, Risikocontrolling/Compliance und Interne Revision) beim Schutz vor Reputationsrisiken.
Da Reputationsrisiken oft schwer quantifizierbare Ereignisse sind, wird in der Praxis häufig mit Kategorien wie „existenzbedrohend“ oder „unbedeutend“ gearbeitet.
Dem CEO kommt eine besonders hervorgehobene Rolle zu, da seine persönliche Reputation und sein Handeln in hohem Maße mit der Reputation des Unternehmens korrelieren.
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