Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
15 Seiten
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
Die Arbeit analysiert Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ als komplexes Psychodrama und beleuchtet die soziokulturellen Hintergründe sowie die Wirkungsgeschichte des Stücks. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Miller gesellschaftliche Bedingungen des US-amerikanischen Traums und psychologische Konflikte in einem realistischen, aber technisch innovativen Bühnenwerk verdichtet.
Die Handlung des zwölf Personendramas
Die Handlung des zwölf Personendramas - Doppelbesetzungen wären auch möglich, so daß auch kleinere Ensembles das Stück spielen könnten - ist um den Kern, die vierköpfige Kleinfamilie und ihren überdimensionalen und defekten, freilich noch nicht völlig abbezahlten Kühlschrank in der Wohnküche gruppiert. Im Mittelpunkt einerseits Willy Loman, Anfang 60, sein Leben lang Vertreter (Handlungsreisender), erfolglos, ausgelaugt, auch nervlich am Ende. Nun ist Willy altes Eisen, ausgemustert ohne Gehalt (Fixum), nur noch auf seine Abschlüsse in einem weiten Bezirk und in Konkurrenz zu jüngeren commis voyageurs angewiesen, vom Firmenchef grad noch als fünftes Rad am Geschäftswagen geduldet. Willy fährt unkonzentriert seinen alten Chevy, sollte wissen, dass er am Ende ist, hängt sich jedoch um so stärker an seine Illusion, dass er nach wie vor gebraucht würde und beliebt war. Dies ist eine durchaus psychotisch in Form von Selbsttäuschung, Depressions-schüben und Suicidevorbereitungen bemerkenswerte Auffälligkeit.
Linda Loman, (Haus-) Frau und Mutter der Söhne Biff und Happy, weiß von den Problemen ihres Mannes und auch, daß ihr Mann, den sie nach vielen Ehejahren sicherlich nicht mehr heiß liebt aber doch als Person wie sie ist anerkennt, in seinem Lebenslüge-Syndrom aktuell suicidgefährdet ist ... kann gleichwohl nur zu ihm halten, ihm Mut geben und Willy Außenweltkonflikte mit einem ihn finanziell unterstützenden Nachbarn oder seinem Vorgesetzten zu vermitteln versuchen. Zusätzliche Spannungen kommen in das Beziehungsgeflecht als Willys ältester Sohn Biff - 34jährig - in die elterliche kleine Lebenswelt zurückkommt, aber vom Vater als »Versager« nicht akzeptiert wird.
I.: Einführung in die Wirkungsgeschichte des Stücks und die Reaktionen von Publikum und Kritik bei der Uraufführung.
II.: Einordnung des Werks in das Gesamtwerk Millers und Charakterisierung des familiären Milieus.
III.: Detaillierte Analyse der zentralen Handlung und des Vater-Sohn-Konflikts um Willy Loman.
IV.: Untersuchung der ästhetischen Mittel des Dramas und seiner Ambivalenz als Kunstwerk.
V.: Systematisierung der formalen Besonderheiten und verschiedene Interpretationsansätze des Psychodramas.
VI.: Kritische Betrachtung deutschsprachiger Textausgaben und die Bedeutung des Stücks als Theater für die Bühne.
Arthur Miller, Tod eines Handlungsreisenden, Willy Loman, US-amerikanischer Traum, Psychodrama, Gesellschaftskritik, Entfremdung, Amerikanische Literatur, Drama, Familie, Illusion, Soziale Noxe, Rezeptionsgeschichte, Übersetzungskritik, Theaterwissenschaft.
Die Arbeit untersucht das literarische Psychodrama „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller und analysiert die soziologischen und dramaturgischen Aspekte dieses einflussreichen Werks.
Im Fokus stehen der US-amerikanische Traum, das Scheitern des Individuums, innerfamiliäre Konflikte sowie die ästhetische Gestaltung des Stücks als "Psychodrama".
Ziel ist es, das Stück als mehrdeutiges Kunstwerk zu würdigen, das menschliche Verletzlichkeit und gesellschaftliche Destruktivität offen thematisiert.
Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche und sozialgeschichtliche Analyse, ergänzt durch einen Vergleich verschiedener Übersetzungen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption.
Der Hauptteil widmet sich der inhaltlichen Handlung, den formalen Besonderheiten (wie Symbolik und Zeitstruktur) sowie der psychologischen Tiefe der Figur Willy Loman.
Zentrale Begriffe sind Gesellschaftskritik, psychologische Entfremdung, der „kleine Mann“, der American Dream und die dramaturgische Meisterschaft Millers.
Der Autor sieht in der Kleinfamilie die „Zentraldimension“, in der soziale Ursachen und Wirkungen des Scheiterns in einem verclinchten Beziehungsgeflecht sichtbar werden.
Der Autor bemängelt eine als „schlampig“ und „intellektuell dünn“ empfundene Sprachgestaltung, die den artifiziellen Charakter des Originals durch banale Floskeln („Prachtkerl“) entwertet.
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