Masterarbeit, 2016
99 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Soziale Medien im Kontext politischer Ökonomie der Medien
1.1 Einleitung
1.2 Massenkommunikation im Wandel
1.2.1 Soziales Leben im Zeitalter digitaler Kommunikation
1.2.2 Warenform der Medien
2 Marktstellung und ökonomische Struktur von Facebook
2.1 Markt für soziale Netzwerke
2.1.1 Abgrenzung von Medienmärkten
2.1.2 Soziale Netzwerke als Teil des Social Web
2.1.3 Entwicklung des Marktes für soziale Netzwerke
2.1.4 Gründung von Facebook
2.2 Geschäftsmodell Facebook
2.2.1 Entwicklung der NutzerInnen- und Umsatzzahlen
2.2.2 Werbemarkt
2.2.3 Marktkapitalisierung und Börsengang
2.3 Kapitalisierung der Medienindustrie
2.3.1 Ökonomisierung
2.3.2 McDonaldisierung des Web 2.0 in Zeiten des Postfordismus
2.3.3 Medienindustrie im Kapitalismus
2.3.4 Formen und Folgen
2.4 Marktstellung von Facebook
2.4.1 Funktionen des Wettbewerbs
2.4.2 Wettbewerbskonzepte
2.4.3 Mehrdimensionaler Wettbewerb
2.4.4 Die Abgrenzung des relevanten Marktes
2.4.5 Die Struktur des Marktes
2.4.6 Marktmacht von Facebook
2.5 Grenzen des Wettbewerbs
2.5.1 Markteintrittsbarrieren
2.5.2 Netzwerkgüter und Netzwerkeffekte
2.5.3 Positive Rückkopplung und Akzeptanz
2.5.4 Lock-In und Wechselkosten
2.6 Wechselverhältnis von Werbung und Medien
2.6.1 Funktionen von Werbung
2.6.2 Verhältnis von Werbewirtschaft und Medienunternehmen
3 Digitale Arbeit und persönliche Daten
3.1 User Generated Content und Prosumer
3.2 User Generated Data und Überwachung
3.3 Kapitalakkumulation auf Facebook
3.4 Digitale Arbeit
3.4.1 Content und Data als Arbeit der UserInnen
3.4.2 Kapitalistischer Imperativ und UserInnennutzen
4 Konklusion
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, das soziale Netzwerk Facebook einer fundierten politökonomischen Analyse zu unterziehen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Marktmacht des Unternehmens zu bewerten ist und welches zugrunde liegende Kapitalakkumulationsmodell die wirtschaftlichen Prozesse auf der Plattform steuert.
2.5.1 Markteintrittsbarrieren
Marktzutritt bedeutet, dass Eintreten eines Unternehmens in einen neuen Markt. Dies kann durch Neugründung oder Ausdehnung der geschäftlichen Tätigkeit geschehen. Ein möglicher Marktzutritt kann auf sehr verschiedene Weisen beschränkt sein. So sind im Allgemeinen folgende drei Marktzutrittsschranken zu beachten (vgl. Kiefer & Steininger, 2014, S. 95 f.):
"Institutionelle Schranken: Der Marktzutritt ist durch den Gesetzgeber oder politische Vorgaben beschränkt. [...]
Strukturelle Schranken: Es sind Vorteile, die bereits auf dem Markt etablierte Anbieter gegenüber Newcomern haben. [...]
Strategische Schranken: Darunter versteht man unternehmerische Aktivitäten des etablierten Anbieters, die darauf zielen, dem potenziellen Konkurrenten den Markteintritt zu erschweren."
Zu den verschiedenen Merkmalen struktureller Schranken zählen laut Bain, der diese zusammenhänge in den 1950er Jahren für die herstellende Industrie der USA untersuchte, Betriebsgrößenvorteile, also Economies of Scale. Ein weiterer Aspekt sind Produktdifferenzierungs- und Produktdervisifkationsvorteile. Diese gründen in den Präferenzen der RezipientInnen für bereits etablierte Anbieter und ihre Produkte, welche diese unbekannten Substituten vorziehen. Darüber hinaus kann hohe absolute Konzentration als Markteintrittsbarriere wirken. Dieser Mechanismus zeichnet sich durch mehr Know-How, bessere Marktkenntnisse sowie komplexere Informations- und Logistiksysteme aus. (vgl. Bain, 1956)
Märkte, die sich durch hohe Profite auszeichnen, locken potenziell neue Wettbewerber an, die versuchen sich ihren Anteil an diesen Profiten zu sichern. Markteintrittsbarrieren bestehen jedoch insbesondere durch hohe Netzwerkeffekte, welche die Marktposition von Facebook derzeit noch weiter festigen. Dazu kommt für diesen dualen Markt ein charakteristischer indirekter Netzwerkeffekt zum Tragen. So führen mehr RezipientInnen zu einer erhöhten Zahl von Werbenden und entsprechenden Einnahmen. Diese Vermutung deckt sich mit der bisherigen Beobachtung, dass das Wachstum registrierter NutzerInnen in der Folge zu erhöhten Werbeeinnahmen beigetragen hat. (vgl. Thepot, 2013, S. 20)
1 Soziale Medien im Kontext politischer Ökonomie der Medien: Einleitung in die Thematik und Einordnung des Internets bzw. sozialer Medien in den Rahmen einer politökonomischen Medienkritik.
2 Marktstellung und ökonomische Struktur von Facebook: Analyse der Marktentwicklung, der Wettbewerbskonzepte und der spezifischen ökonomischen Struktur von Facebook unter Berücksichtigung von Netzwerkeffekten.
3 Digitale Arbeit und persönliche Daten: Untersuchung der Rolle des Nutzers als Prosumer und der Mechanismen der Überwachung, die zur Kapitalakkumulation auf der Plattform genutzt werden.
4 Konklusion: Reflektion der zentralen Ergebnisse bezüglich der Marktmacht und des Akkumulationsmodells von Facebook sowie Ausblick auf mögliche Regulierungsansätze.
Facebook, Politische Ökonomie, Medienökonomie, Marktmacht, Kapitalakkumulation, Soziale Netzwerke, Netzwerkeffekte, Prosumer, Digitale Arbeit, Kommodifizierung, Werbemarkt, Überwachung, Targeted Advertising, Web 2.0, Online-Medien.
Die Arbeit analysiert das soziale Netzwerk Facebook aus einer politökonomischen Perspektive und untersucht dabei kritisch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Marktstellung des Unternehmens sowie die Ausbeutung der Nutzeraktivitäten.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Struktur von sozialen Netzwerken, die Rolle von Werbemechanismen, die Theorie des Prosumers, digitale Arbeit sowie die Auswirkungen der Kapitalisierung auf das Mediensystem.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Marktmacht von Facebook und die Aufdeckung des zugrunde liegenden Kapitalakkumulationsmodells, das auf der werbebasierten Ausbeutung der UserInnen beruht.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturarbeit, die theoretische Konzepte der politischen Ökonomie der Medien aufgreift und auf die spezifischen Bedingungen neuer, digitaler Medien anwendet.
Der Hauptteil befasst sich mit der Marktstellung von Facebook, wettbewerbstheoretischen Grundlagen, der Entstehung von Markteintrittsbarrieren sowie der detaillierten Analyse digitaler Arbeit und der Überwachung durch die Kommodifizierung von Nutzerdaten.
Zu den prägenden Begriffen zählen Kapitalakkumulation, Prosumer, Kommodifizierung, Netzwerkeffekte, Targeted Advertising und digitale Arbeit.
Der Autor nutzt den Begriff nach George Ritzer, um die hochgradige Standardisierung, Effizienzsteigerung und Kontrolle innerhalb der Plattform zu beschreiben, die einer postfordistischen Logik folgt.
Dies bezieht sich auf ein Gedankenexperiment von Robert Gehl, das verdeutlicht, dass die Plattform durch die Interaktionen der NutzerInnen erst mit Inhalt gefüllt wird, während die Kontrolle und Monetarisierung der resultierenden Daten ausschließlich bei Facebook liegt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

