Masterarbeit, 2014
82 Seiten, Note: 17 über 20
Einleitung
1.Relevanz des Themas, Fragestellungen und Zielsetzung
2. Forschungslage
3. Methodisches Verfahren
Hauptteil
4. Terminologische Klärung und zum Begriff „zeitloses Drama“
4.1 Zum Begriff „Vorurteil“
4.2 Konzept des Stereotyps
4.3 Definition der Identität
4.4. Andorra als zeitloses Drama
5. Vorurteile im zeitlosen Drama Andorra aus der Sicht einer globalisierten Welt
5.1 Rezeptionsgeschichte des Stückes Andorra
5.2 Zusammenfassung des Werkes
5.3 Zustandekommen der Vorurteile in der globalen Mobilität anhand Andorra
5.4 Manifestationen der Vorurteile im zeitlosen Drama Andorra
5.4.1 Vorurteile in der Beziehung von Andri zu dem Soldaten
5.4.2 Vorurteile in der Beziehung von Andri zu dem Tischler
5.4.3 Vorurteile in der Beziehung von Andri zu dem Wirt
5.4.4 Vorurteile in der Beziehung von Andri zu dem Doktor
5.5 Andri Zwischen zwei Wahrheiten: Selbstentfremdung und Selbstannahme
5.6 Andris Identitätsentwicklung im Verhältnis zu den Andorranern
5.7 „Andorra“ Hort des Friedens oder Land der Intoleranz?
5.8 Bedeutung der Masken im zeitlosen Drama Andorra
6. Überwindung von Vorurteilen in der globalisierten Weltgesellschaft
Abschließende Bemerkungen
7. Vorurteile in der Globalisierung
8. Fazit
Diese Arbeit untersucht Max Frischs Drama Andorra im Kontext der Globalisierung und Postmoderne, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie Vorurteile und die Konstruktion eines "fremden" Bildes die interkulturelle Verständigung behindern und zur Identitätskrise des Protagonisten führen.
5.4 Manifestation der Vorurteile im zeitlosen Drama Andorra
Die Manifestation der Vorurteile äußert sich hier durch die Figurenkonstellation. In der Tat handelt es sich um die wichtigsten Momente im Werk, die das Sein des Individuums total umwandeln.
Der Ausgangspunkt aller Probleme von Andri ist die Lüge über seine Herkunft. Dieses Motiv lässt sich auf zweierlei Weise erklären: zunächst gibt der Lehrer aus Prestigegefühl Andri als Judenkind aus. Für ihn ist das leichter, als sich als Vater zum Sohn einer „Schwarzen“ des Nachbarlandes zu bekennen. Es könnte auch postuliert werden, dass Can die Lüge verbreitet, um die andorranische Gesellschaft zu entlarven: „Ich werde dieses Volk vor seinen Spiegel zwingen, sein Lachen wird ihm gefrieren.“ (Frisch 1961, 15). Er benutzt den eigenen Sohn als Prüfstein, um die dummen Vorurteile seiner Landsleute zu entlarven. Er ahnt aber nicht, dass diese Lüge zu einem tragischen Ende führen könnte. Am Anfang des Stückes sieht der Lehrer einen Pfahl, den kein Anderer sieht. Eigentlich ist dieser Pfahl die wichtigste Konsequenz seiner Lüge und somit eine Vorausdeutung, da diese Handlung d.h. der Tod Andris am Pfahl, erst am Ende des Stückes geschieht. Aus dieser Lüge entsteht Andris Anderssein und die Andorraner belegen ihn mit Vorurteilen. Hier beginnen Andris Tötungen durch die Andorraner.
Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Themas im Kontext von Globalisierung und Postmoderne ein und definiert die zentralen Fragestellungen zur Identitätskrise bei Andri.
1.Relevanz des Themas, Fragestellungen und Zielsetzung: Hier werden die ethnozentrischen Probleme und die Notwendigkeit eines Dialogs der Kulturen als Ausgangspunkt der Analyse begründet.
2. Forschungslage: Ein Überblick über die bisherige Sekundärliteratur zu Max Frisch zeigt, dass die Analyse von Andorra aus globaler Perspektive eine Forschungslücke darstellt.
3. Methodisches Verfahren: Es wird der methodische Rahmen der Arbeit dargelegt, der sich auf sozialwissenschaftliche Ansätze und die Rezeptionsästhetik stützt.
4. Terminologische Klärung und zum Begriff „zeitloses Drama“: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis durch Definitionen von Vorurteilen, Stereotypen und Identität.
5. Vorurteile im zeitlosen Drama Andorra aus der Sicht einer globalisierten Welt: Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorurteilswirkung anhand von Figurenkonstellationen, Identitätskrisen und Maskenhaftigkeit.
6. Überwindung von Vorurteilen in der globalisierten Weltgesellschaft: Hier werden Möglichkeiten für einen vorurteilsfreien Umgang und interkulturelle Sensibilität diskutiert.
7. Vorurteile in der Globalisierung: Ein transferorientierter Abschnitt, der die literarische Fiktion auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen überträgt.
8. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Vorurteile als zerstörerische Kraft fungieren und die Anerkennung des Anderen als essenziell für den globalen Humanismus erachtet werden muss.
Vorurteile, Globalisierung, Postmoderne, Fremdheitswahrnehmung, Identität, zeitloses Drama, Wertevorstellung, das Eigene und das Fremde, Toleranz, Intoleranz, Frieden, Gerechtigkeit, Modellcharakter, globale Mobilität, Dialog der Kulturen.
Die Arbeit untersucht Max Frischs Drama Andorra unter dem Gesichtspunkt, wie Vorurteile und Identitätskrisen innerhalb einer globalisierten Weltgesellschaft funktionieren und welche Gefahren von ihnen ausgehen.
Die zentralen Themen umfassen die Mechanismen der Fremdwahrnehmung, die Konstruktion von Identität durch gesellschaftliche Rollenzuschreibungen, die Rolle des Nationalismus und das Potenzial eines interkulturellen Dialogs.
Das primäre Ziel ist es, den "Modellcharakter" des Stückes Andorra für heutige, durch Globalisierung und Migration geprägte Gesellschaften aufzuzeigen und die Notwendigkeit eines vorurteilsfreien, humanen Umgangs mit dem "Anderen" zu untermauern.
Die Arbeit bedient sich sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse aus Soziologie, Sozialpsychologie und Sozialphilosophie sowie der rezeptionsästhetischen Methode, um das Stück als Modell für gesellschaftliche Prozesse zu lesen.
Im Hauptteil werden zentrale Begriffe wie Vorurteil, Stereotyp und Identität definiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Figurenbeziehungen, der Sündenbockproblematik sowie der Bedeutung von "Masken" als Ausdruck von Unaufrichtigkeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Vorurteile, Globalisierung, Postmoderne, Identität, Toleranz, interkultureller Dialog, Fremdheitswahrnehmung und Modellcharakter.
Vorurteile manifestieren sich durch die ständige Projektion negativer Zuschreibungen (wie Geldgier oder Feigheit) auf den Protagonisten Andri durch die anderen Figuren, ungeachtet seiner individuellen Persönlichkeit.
Die Masken werden als Symbol für die allgemeine Unaufrichtigkeit und Verstellung gedeutet; sie erlauben den Individuen, ihre wahre Unsicherheit zu verbergen und den Mitmenschen in Rollen zu drängen, die nicht ihrer eigentlichen Identität entsprechen.
Diese binäre Opposition ist der Motor für Abgrenzung und Ausgrenzung. Der Autor argumentiert, dass erst die Überwindung dieses dualistischen Denkens durch gegenseitige Annäherung und Toleranz ein friedliches Zusammenleben ermöglicht.
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