Masterarbeit, 2016
126 Seiten, Note: 1,3
1 Überblick über die Arbeit
2 Definitorische Grundlagen
2.1 Migration – eine Begriffsbestimmung
2.2 Der Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe im Bundesland Niedersachsen
3 Aktuelle Verteilungssituation von allochthonen und autochthonen Lernenden auf die verschiedenen Sekundarschulformen
4 Fragestellung der Ausarbeitung
5 Theoretische Auseinandersetzungen der Ungleichheitsforschung
5.1 Bourdieus Kapitalformen als Einflussfaktor auf die Schullaufbahn
5.2 Bourdons primäre und sekundäre Herkunftseffekte
6 Die Bedeutung von außerschulischen Faktoren für einen erfolgreichen Übergang in die Sekundarstufe
6.1 Das Alter bei der Migration
6.2 Die Rolle der vorschulischen Bildung
6.3 Die deutsche Sprache als Voraussetzung für Bildungserfolg
6.4 Das häusliche Umfeld als Unterstützungskomponente
6.5 Bildungsaspirationen der Eltern
7 Innerschulische Faktoren und ihre Auswirkungen auf die Bildungskarriere
7.1 Sprachförderung im monolinguistischen Bildungssystem
7.2 Die Rolle der Deutschnote als Indikator für den frühen Übergang
7.3 Die Klassenzusammensetzung als Einflussgröße für Schulleistungen
7.4 Institutionelle Diskriminierung in der Primarstufe
8 Fazit
Die Arbeit untersucht die Gelingensbedingungen für einen erfolgreichen Übergang von Kindern mit Migrationshintergrund von der Primar- in die Sekundarstufe. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis der inner- und außerschulischen Variablen zu gewinnen, die den Bildungserfolg beeinflussen, um daraus fundierte Ansätze für eine Chancengerechtigkeit im deutschen Schulsystem abzuleiten.
5.1.1 Ökonomisches Kapital
Zum ökonomischen Kapital gehören Besitztümer in materieller Form. Exemplarisch können hier Gegenstände wie Bücher, Autos, Häuser, Schmuck oder die häusliche Ausstattung genannt werden. Es umfasst schlichtweg alle materiellen Güter unseres Alltags. Eine besondere Eigenschaft dieser Kapitalform ist, dass die Möglichkeit besteht, die Güter gegen Geld zu tauschen. Hat eine Person also die finanziellen Mittel sich Gegenstände zu erwerben, bezahlt er den jeweiligen Gegenstand und ist somit rechtmäßiger Eigentümer dieses Objekts (vgl. Rohlf 2011, 75). In der Fachliteratur wird daher oftmals davon gesprochen, dass das ökonomische Gut, die für die Gesellschaft bedeutendste Kapitalform ist. Diese Sorte von Gütern beeinflusst alle anderen Kapitalformen, auch wenn man die Kohärenz zwischen den Kapitalarten nicht unmittelbar vernehmen mag (vgl. Schwingel 2005, 86ff.).
Die zentrale Bedeutung dieser Kapitalart wird auch im Bildungskontext deutlich. „Man muss über ökonomisches Kapital verfügen, um den Bildungsprozess möglichst früh einsetzen zu lassen und bis zu einem optimalen Abschluss ausdehnen zu können.“ (Jurt 2012, 26). Jurt macht deutlich, dass eine gelingende Schulkarriere schon vor Schulbeginn gefördert werden muss, dazu sind unter anderem materielle Gegenstände (Bücher, Lernspielzeuge …), aber auch eine gesicherte finanzielle Situation notwendig. Weiterführend fallen in der Schule, besonders in höheren Sekundarschulzweigen wie dem Gymnasium höhere Kosten für die Bildung (z.B. Taschenrechner, Klassenfahrt…) an, als beispielsweise an der Hauptschule. Insofern findet an dieser Stelle eine direkte Beeinflussung der Bildungskarriere statt, die durch finanzielle Güter begrenzt sein kann. Auch die PISA-Studie bestätigt diesen Zusammenhang, indem sie Schulleistung in Korrelation zu dem sozioökonomischen Familienstatus auswerten.
1 Überblick über die Arbeit: Einführung in die Thematik der Bildungsbenachteiligung von Migranten und Erläuterung der persönlichen Motivation für diese Forschungsarbeit.
2 Definitorische Grundlagen: Klärung der Kernbegriffe Migration und Migrationshintergrund sowie Skizzierung des niedersächsischen Primar- und Sekundarschulsystems.
3 Aktuelle Verteilungssituation von allochthonen und autochthonen Lernenden auf die verschiedenen Sekundarschulformen: Analyse der ungleichen Verteilung von Schülern mit Migrationshintergrund auf die verschiedenen Schultypen.
4 Fragestellung der Ausarbeitung: Ableitung der zentralen Forschungsfrage zur Identifikation der Gelingensbedingungen für einen erfolgreichen Übergang.
5 Theoretische Auseinandersetzungen der Ungleichheitsforschung: Anwendung von Bourdieus Kapitaltheorie und Bourdons Herkunftseffekten auf das Bildungsgeschehen.
6 Die Bedeutung von außerschulischen Faktoren für einen erfolgreichen Übergang in die Sekundarstufe: Untersuchung externer Einflussgrößen wie Migrationsalter, vorschulische Bildung, Sprache, Elternhaus und Aspirationen.
7 Innerschulische Faktoren und ihre Auswirkungen auf die Bildungskarriere: Analyse schulinterner Prozesse wie Sprachförderung, Notengebung, Klassenzusammensetzung und institutioneller Diskriminierung.
8 Fazit: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Formulierung von Schlussfolgerungen zur Förderung der Chancengerechtigkeit.
Migration, Bildungsbenachteiligung, Schulübergang, Sekundarstufe, Kapitaltheorie, Bourdieu, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Sprachförderung, Bildungschancen, Bildungsaspiration, Institutionelle Diskriminierung, Schulerfolg, Chancengerechtigkeit, Niedersachsen
Die Arbeit befasst sich mit den Faktoren, die den erfolgreichen Übergang von Kindern mit Migrationshintergrund von der Grundschule an weiterführende Schulen beeinflussen.
Zentrale Themen sind soziologische Kapitaltheorien, der Einfluss der sozialen Herkunft, vorschulische und schulische Sprachförderung sowie Mechanismen der institutionellen Diskriminierung.
Ziel ist es, die notwendigen Bedingungen (Gelingensbedingungen) zu identifizieren, die Schülern mit Migrationshintergrund den Zugang zu höheren Bildungswegen erleichtern.
Die Autorin wählt einen empirischen Ansatz auf Basis einer fundierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit aktueller Fachliteratur und quantitativen Forschungsstudien.
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Faktoren wie Migrationsalter, Elternhaus, Sprachkompetenz und schulische Bewertungsprozesse zusammenwirken und Bildungsungleichheiten erzeugen.
Schlüsselbegriffe sind Migration, Bildungsaspiration, Kapitaltheorie nach Bourdieu, Schulerfolg und institutionelle Diskriminierung.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Note im Fach Deutsch im aktuellen monolinguistisch geprägten Schulsystem eine zentrale, teils überbewertete Rolle bei der Empfehlung für weiterführende Schulen spielt.
Das häusliche Umfeld wirkt durch Sprachförderung, Lernunterstützung und realistische Bildungsaspirationen als wesentliche Schutz- und Unterstützungsinstanz.
Ja, die Arbeit schlägt u.a. mehrsprachige Angebote, einen sensibleren Umgang der Lehrkräfte mit Mehrsprachigkeit, den Ausbau integrativer Schulformen und eine längere gemeinsame Primarstufenzeit vor.
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