Bachelorarbeit, 2016
25 Seiten, Note: 2
1. Behinderung – Definitionen und Darstellung in Medien
1.1. Zur Begrifflichkeit von Behinderung
1.1.1. Schwierigkeiten bei der Definition von Behinderung
1.1.2. Definitionen des Begriffs Behinderung
1.2. Formen und Ursachen von Behinderung
2.1.1. Körperliche Behinderung
1.2.2. Geistige Behinderung
1.3. Repräsentationsweisen von Behinderung in Medien
1.3.1. Darstellung von Behinderung in Medien nach Lothar Sandfort
1.3.2. Darstellung von Behinderung in Medien nach Rosemarie Garland Thomson
2. Zur methodischen Vorgehensweise
2.1. Allgemeines zur qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
2.2. Methodische Vorgehensweise und Begründung der Auswahl
2.3. Zu den Kategorien und Ankerbeispielen
2.3.1. Kategorie „Elend der Behinderten“
2.3.2. Kategorie „Elitebehinderte“
2.3.3. Kategorie „Bedauerlich, aber nicht hoffnungslos“
2.3.4. Kategorie „Alltag von Behinderten“
2.3.5. Kategorie „Behinderung gekoppelt an einen Skandal“
2.3.6. Kategorie „Behinderte als ‚Exoten‘“
3. Darstellung der Ergebnisse der Analyse
3.1. Das Elend der Behinderten
3.2. Elitebehinderte
3.3. Situation der Behinderten ist bedauerlich, aber nicht hoffnungslos
3.4. Alltag von Behinderten
3.5. Behinderung gekoppelt an einen Skandal
3.6. Behinderte als „Exoten“
4. Zusammenfassung der Analyseergebnisse
5. Interpretation und Anbindung an die Theorie
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit Behinderung in der Zeitschrift „Eltern“ im Zeitraum von 2010 bis Mai 2016 repräsentiert werden, um Einblicke in die medialen Darstellungsmuster und deren mögliche Auswirkungen auf die Leserschaft zu gewinnen.
1.3.1. Darstellung von Behinderung in Medien nach Lothar Sandfort
Eines dieser drei Muster stammt von Lothar Sandfort, der vier Darstellungsformen von Behinderung beschreibt.
Das Elend der Behinderten: Hier bekommt der/die LeserIn, der/die die Situation der Behinderten „natürlich“ nicht ändern kann, den Eindruck, dass er/sie, im Vergleich mit „diesem Elend“, ein zufriedenes Leben führt. Es wird die Botschaft übermittelt, dass die eigene Lage der LeserInnen erträglich ist, weil es Menschen gibt, denen es wesentlich schlechter geht. Die Behinderung wird in Artikeln benutzt, um frustrierte KonsumentInnen seelisch aufzubauen. (Sandfort 1982, 209)
Die Situation behinderter Menschen ist zwar bedauerlich aber nicht hoffnungslos: Hier ist die Mitteilung enthalten, dass für Menschen mit Behinderung alles, was möglich ist, getan wird. Die „frohe Botschaft“ erleichtert das Gewissen der LeserInnen, SeherInnen oder HöhrerInnen. Menschen haben oft ein „schlechtes Gewissen, das meistens aus einem „diffusen Gefühl“ heraus entsteht, dass am eigenen Verhalten behinderten Menschen gegenüber irgendetwas nicht stimmt. (Sandfort 1982, 209)
Dynamische Elitebeinderte: Hier geht es um behinderte Personen, die nach dieser Darstellung ihr „schweres Schicksal“ gemeistert haben. In dieser Darstellung ist die Mitteilung enthalten, dass behinderte Menschen leisten können, sofern sie nur wollen, fleißig sind und tranieren. Die Verantwortung wird hier allein auf die behinderten Menschen zurückgeworfen und entlasten den/die AdressatIn. (Sandfort 1982, 209)
Kopplung an einen Skandal: Hier werden skandalöse Behandlungen einer behinderten Person oder eine Aufdeckung eines Skandals beschrieben. Die Verantwortlichen bekommen manchmal eine schlechte Presse, Gegenaktionen eine gute. Verkäuflich sind diese Berichtserstattungen, weil die Mitschuld der RezipientInnen, ihre eigenen Vorurteile und Ausgrenzungstendenzen nicht angerührt werden. (Sandfort 1982, 209)
1. Behinderung – Definitionen und Darstellung in Medien: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen, Begrifflichkeiten und verschiedene mediale Repräsentationsmodelle von Behinderung.
2. Zur methodischen Vorgehensweise: Hier wird die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring beschrieben sowie die Kriterien zur Artikelauswahl und Kategorienbildung dargelegt.
3. Darstellung der Ergebnisse der Analyse: In diesem Teil werden die aus den Zeitschriftenartikeln extrahierten Textpassagen anhand der zuvor definierten Kategorien detailliert aufgeführt.
4. Zusammenfassung der Analyseergebnisse: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die gewonnenen Erkenntnisse und ordnet die Ergebnisse den jeweiligen Kategorien zu.
5. Interpretation und Anbindung an die Theorie: Die Ergebnisse werden hier interpretiert und mit den theoretischen Ansätzen des ersten Kapitels kritisch in Verbindung gebracht.
Behinderung, Menschen mit Behinderung, Zeitschriftenanalyse, Eltern, qualitative Inhaltsanalyse, Medienrepräsentation, Sandfort, Garland Thomson, Inklusion, Integrationspädagogik, Stigmatisierung, Lebenswelt, Unterstützungsmaßnahmen, Diskursanalyse, gesellschaftliche Normen.
Die Arbeit untersucht, wie die Zeitschrift „Eltern“ im Zeitraum 2010 bis Mai 2016 über das Thema Behinderung berichtet.
Im Zentrum stehen die mediale Repräsentation von Behinderung, das Bild von Menschen mit Behinderung in der Elternschaft sowie der Vergleich mit theoretischen Darstellungsmustern.
Ziel ist es, herauszufinden, welche spezifischen Repräsentationsweisen (z.B. Elend, Alltag, Elite) in den Artikeln überwiegen und wie diese dargestellt werden.
Es wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring angewandt, um Textmaterial systematisch zu strukturieren und auszuwerten.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Analyse ausgewählter Zeitschriftenartikel, die in festgelegte Kategorien wie „Elend der Behinderten“ oder „Alltag von Behinderten“ unterteilt wurden.
Wichtige Begriffe sind mediale Repräsentation, Behinderungsformen, Inklusion, soziale Normen und die qualitative Inhaltsanalyse.
Die Wahl fiel auf dieses Medium, da es Behinderung regelmäßig thematisiert und eine zielgruppenspezifische Perspektive auf die Lebenswelt von Eltern bietet.
Elitebehinderte werden als Menschen beschrieben, die durch außergewöhnliche Leistungen oder die Bewältigung ihres Schicksals bei Nichtbehinderten Bewunderung auslösen, im Gegensatz zur Kategorie „Alltag“, die das normale Leben betont.
Diese Kategorie untersucht, ob und wie skandalöse Behandlungen oder behindertenfeindliche Aussagen in den Medienberichten aufgegriffen werden.
Die Arbeit stellt fest, dass Behinderung selten als reines „Elend“ dargestellt wird, sondern meist eine positive Tendenz zeigt, die Leser zu ermutigen, Kinder mit Behinderung anzunehmen.
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