Examensarbeit, 2003
72 Seiten, Note: 1,0
Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie
1. Einführender Teil
1.1 Themenstellung
1.2 Begründung der Themenstellung und Abgrenzungen
1.2.1 Forschungsgeschichte und Bestimmung der Begriffe El Niño, La Niña und ENSO
1.2.2 Konsequenzen für die weitere Forschung
1.2.3 Vergleichbarkeit der für den Pazifik erforschten Prozesse und Regelhaftigkeiten mit jenen im Atlantischen Ozean
1.2.4 Leitfragen und Abgrenzungen
2. Die El Niño / La Niña-Klimavariabilität im tropischen Pazifik als interannualer Zyklus
2.1. Southern Oscillation
2.1.1 Zur Struktur der Southern Oscillation: Zyklus oder Folge von Ereignissen?
2.1.2 Erklärungen für die Southern Oscillation
2.2 La Niña-Phase
2.2.1 Zur Situation des Bodendrucks während der La Niña-Phase im tropischen Pazifikraum
2.2.2 Auswirkungen des Bodendrucks auf Passate im tropischen Pazifikraum
2.2.3 Der Einfluss der Passate auf Meeresströmungen vor der Westküste Südamerikas
2.2.4 Der Einfluss der Passate und der Meerströmungen auf die SST-Verteilung im tropischen Pazifik
2.2.5 Position der Thermokline im tropischen Pazifik während der La Niña-Phase
2.2.6 Auswirkungen der SST auf den Niederschlag im tropischen Pazifikraum während der La Niña-Phase
2.2.7 Rückwirkungen der SST auf Luftdruck und Diskussion der Ursachen für den Phasenwechsel zu El Niño
2.2.7.1 Wechselwirkung zwischen Hadley- und Walker-Zirkulation als Auslöser für die Phasenwechsel der Southern Oscillation
2.2.7.2 Ozeanische Wellen als Auslöser für die Phasenwechsel der Southern Oscillation
2.2.7.3 Annuale Variabilitäten als Auslöser für die Phasenwechsel der Southern Oscillation
2.3 El Niño-Phase
2.3.1 Anstieg der SST im zentralen und östlichen Pazifik während der El Niño-Phase
2.3.2 Position der Thermokline im tropischen Pazifik während der El Niño-Phase
2.3.3 Auswirkungen der SST auf die Niederschläge im tropischen Pazifikraum während der El Niño-Phase
2.3.4 Folgen für die atmosphärische Zirkulation in den Regionen des tropischen Pazifiks und Atlantiks
3. El Niño-typische Phänomene im tropischen Atlantik
3.1 Forschungsstand
3.1.1 Existenz von kalten und warmen Phasen im Atlantik
3.1.2 Einfluss der Southern Oscillation auf Variabilitäten des Windes im Atlantik
3.1.3 Abgrenzung der El Niño/ La Niña-typischen äquatorial orientierten Variabilität von annualen Variabilitäten
3.2 Auswirkungen der SO-induzierten Variabilitäten des Windes auf die Variabilitäten im Atlantik und Vergleich mit der Situation im Pazifik
3.2.1 Variabilitäten des Luftdrucks und der Passate
3.2.2 Auswirkung der Ostwinde auf die interannualen Variabilitäten der SST im tropischen Atlantik
3.2.2.1 Kaltphase
3.2.2.2 Warmphase
3.2.3 Veränderung der Lage der Thermokline, der Strömungen und des Meeresspiegels
3.2.4 Folgen der Variabilitäten der Winde und der SST für die ITC, Walker-Zirkulation und die Niederschlagsverteilung
4. Zusammenfassung und Einordnung
4.1 Thesen zur Einordnung in ein ganzheitliches Bild der atmosphärischen Zirkulation in den Tropen
4.2 Vergleich der Prozesse
5. Zitierte Literatur
Die Arbeit untersucht die El Niño/La Niña-Klimavariabilität im tropischen Pazifik und vergleicht diese Prozesse mit den interannualen Klimavariabilitäten im tropischen Atlantik. Ziel ist es, die wechselseitigen Beeinflussungen von Ozean und Atmosphäre herauszuarbeiten und in das globale Zirkulationsmodell der Tropen einzuordnen.
2.1. Southern Oscillation
Die SO lässt sich als eine „Luftdruckschaukel“ (ARNTZ & FAHRBACH 1991: 27, LATIF 1986: 91; engl.: „see-saw“, PHILANDER 1999: 75) zwischen dem äquatorialen Mittel- bis Ostpazifik und der indonesischen Inselbrücke ansprechen.
Die SO wurde 1924 erstmalig von WALKER (1924) beschrieben: Mit Hilfe statistischer Methoden suchte er nach Zusammenhängen zwischen dem Wettergeschehen in verschiedenen Regionen der Welt und stellte dabei Antikorrelationen zwischen dem bodennahen Luftdruck (engl.: sea level pressure, SLP) über Indonesien und dem Ostpazifik fest. Auf Abbildung 1 sind die ausgeprägten Korrelationsextrema über dem asiatisch-australischen Raum und dem mehr als 8000 km entfernten Südostpazifik zu erkennen.
Steigt der bodennahe Luftdruck über Indonesien, sinkt er über dem Ostpazifik und umgekehrt.
Ein Maß für die SO stellt der in der Literatur häufig verwendete Southern Oscillation-Index (SOI) dar, „der als Differenz des Luftdrucks auf Tahiti (18S, 150W) und Darwin, Australien (12 S, 131 O), definiert ist.“ (STAEGER, 1999: II.I): Bei positivem SOI herrscht hoher SLP auf Tahiti und niedriger in Darwin.
1. Einführender Teil: Einleitung in das Thema, Forschungsgeschichte sowie Abgrenzung der untersuchten Phänomene und Regionen.
2. Die El Niño / La Niña-Klimavariabilität im tropischen Pazifik als interannualer Zyklus: Detaillierte Analyse der Southern Oscillation, ihrer Phasen und der zugrundeliegenden atmosphärischen und ozeanischen Mechanismen im Pazifik.
3. El Niño-typische Phänomene im tropischen Atlantik: Untersuchung der klimatischen Prozesse im Atlantik, Vergleich der Rahmenbedingungen mit dem Pazifik sowie Diskussion atlantik-interner Feedbacks.
4. Zusammenfassung und Einordnung: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Klimavariabilitäten in das ganzheitliche Bild der tropischen atmosphärischen Zirkulation.
El Niño, La Niña, Southern Oscillation, ENSO, tropischer Pazifik, tropischer Atlantik, Walker-Zirkulation, Meeresoberflächentemperatur, SST, Thermokline, Klimavariabilität, Hadley-Zirkulation, Passatwinde, Ozean-Atmosphäre-Kopplung.
Die wissenschaftliche Hausarbeit analysiert das Phänomen der El Niño/La Niña-Klimavariabilität und deren globale Auswirkungen auf die atmosphärische Zirkulation, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich zwischen dem Pazifik und dem Atlantik liegt.
Im Zentrum stehen die wechselseitigen Beeinflussungen von Ozean und Atmosphäre, der zonale Luftdruckgradient, die Dynamik der Thermokline, Meeresströmungen sowie die Bedeutung der Walker-Zirkulation.
Das Ziel ist es, aus der Fachliteratur zentrale Prozesse und Regelhaftigkeiten dieser Klimavariabilitäten zu extrahieren, zu prüfen, inwieweit diese auf den Atlantik übertragbar sind, und sie in ein ganzheitliches Zirkulationsmodell einzuordnen.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse sichtet, gegenüberstellt und theoretisch zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der interannualen Zyklen im Pazifik (Kapitel 2) und die Untersuchung vergleichbarer Phänomene sowie Besonderheiten im tropischen Atlantik (Kapitel 3).
Wichtige Begriffe sind Southern Oscillation, Walker-Zirkulation, Meeresoberflächentemperatur (SST), Thermokline und die interannuale Variabilität in den tropischen Ozeanbecken.
Der Autor argumentiert, dass das Akronym ENSO tautologisch und überflüssig ist, da es keine analoge Bezeichnung für die La Niña-Phase gibt und der Begriff El Niño/La Niña-Phasen als komplementäre Aspekte präziser ist.
Der Atlantik zeigt eine geringere Amplitude der interannualen Variabilität und ist stärker vom annualen Zyklus geprägt, was den atlantischen Modus weniger dominant erscheinen lässt als die El Niño-Phänomene im Pazifik.
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