Doktorarbeit / Dissertation, 2016
265 Seiten, Note: cum laude
I Einleitung
Kriegsphilosophische Ausgangslage
Bellum iustum
Grotius` „De jure belli ac pacis“
Westfälischer Frieden
Hobbes` Staatskonzeption und sein Menschenbild
Embsers „Abgötterei des ewigen Friedens“
Kant „Zum ewigen Frieden“
Clausewitz` Kriegskonzeption
Landsturm-Edikt von 1813 (Deutsche Befreiungskriege)
Genfer Konvention
Haager Landkriegsordnung
II Weltkrieg
Der Ersten Weltkrieg als Beginn der großen Katastrophe
Deutsche Reden zum Krieg
Bewertung der kriegsaffirmativen Reden
Kulturgeschichtliche Basis für die intellektuelle „Beredsamkeit“
Gemeinsame historische Denkfiguren der kriegsaffirmativen Werke als Verständnis-schlüssel
Die „neue Lyrik“ als Gegenentwurf zu deutschen kriegsaffirmativen Reden
Das Erlebnis des Krieges und die Abkehr vom Individualismus
Das Erlebnis des Krieges als heroische Daseinserweiterung bei Ernst Jünger
Das Heroische im Wandel
Das Ende des Krieges und seine Konsequenzen
Kulturelle Folgen
Völkerrechtliche Konsequenzen
Der Wandel des Kriegsbegriffs
Fazit
III Bürgerkrieg
Der Zeitraum zwischen den Weltkriegen als Zeit des Bürgerkrieges
Die Feinde der Weimarer Republik
Bedrohung der Republik durch die Konservative Revolution
Das Primat des Etatismus gegen die Wendung zum diskriminierenden Kriegsbegriff bei Carl Schmitt
Die organische Konstruktion eines neuen Menschentypus bei Ernst Jünger
Die linken Gegner der Republik und die fortwährende Revolution gegen den „Imperialismus“
Die Rolle des Staates und der Niedergang der Kriegshegung
Fazit
IV Weltbürgerkrieg
Der Totalitarismus als Weg zum Zweiten Weltkrieg und die Entstehung des Weltbürgerkrieges
Der Totalitarismus als Bedrohung der Menschheit
Hitlers Krieg als Naturgesetz
Carl Schmitts konkretes Ordnungsdenken
Die innere Emigration Ernst Jüngers
Der aufkommende Weltbürgerkrieg des Kommunismus
Die Ideologie als Katalysator der Veränderung
Fazit
V Neue Kriege als Fortsetzung der Religion mit anderen Mitteln
Die Abkehr vom klassischen Kriegsbegriff durch die neuen Kriege
Der veränderte Kriegsbegriff
Carl Schmitts Partisan als Grundlage des sich verändernden Kriegsbegriffs
Ernst Jüngers Theorie des Widerstands
Das philosophische Problem des Terrorismus
Exkurs zu den neusten Konzepten des internationalen Terrorismus
Fazit
VI Resümee der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Kriegsbegriffs und dessen philosophische Begründungen sowie Konsequenzen, beginnend beim Ersten Weltkrieg bis hin zur Phase des internationalen Terrorismus, wobei auch die Veränderungen in der Betrachtung des Soldaten und des Heroischen analysiert werden.
Kriegsphilosophische Ausgangslage
Für die Betrachtung des Wandels des Krieges, beginnend mit dem Ersten Weltkrieg, ist es notwendig kurz auf die zuvor gängige Kriegs-, Friedens- und Rechtspraxis einzugehen. Hierfür sollen einerseits unter anderem die Theorien von Hugo Grotius, Thomas Hobbes, Immanuel Kant und Carl von Clausewitz beleuchtet werden, die die philosophische Grundlage bilden. Hierzu werden dann auch die wichtigsten juristischen Abkommen, also der Westfälischen Frieden, die erste Genfer Konvention und die Haager Landkriegsordnung, dargestellt. Diese Theorien und Abkommen sind für das Verständnis des Wandels von hoher Bedeutung, da sie für lange Zeit die Basis vom Kriegs- und Völkerrecht darstellten und für einen Friedensschluss die Grundlage bereiteten. An ihnen lassen sich auch die neuen Bedrohungen und damit einhergehenden Probleme beleuchten, die auf die Anwendung alter Konzepte auf eine sich verändernde Umwelt zurückzuführen sind. Dies meint den Wandel vom diskriminierenden Kriegsbegriff hin zum nichtdiskriminierenden, durch eine allgemeine Kriegshegung, und später erneut zum diskriminierenden durch eine zu erzielende, generelle Vermeidung des Krieges.
I Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein, indem sie die historische Entwicklung kriegsphilosophischer Ansätze von der Antike bis in die moderne Ära analysiert.
II Weltkrieg: Dieses Kapitel behandelt den Ersten Weltkrieg als Epochenzäsur, geprägt durch die Massenmobilisierung und die Rolle der Intellektuellen bei der Begründung des Krieges.
III Bürgerkrieg: Hier wird die Zeit der Weimarer Republik als Phase des latenten Bürgerkriegs und der intellektuellen Angriffe auf die demokratische Grundordnung untersucht.
IV Weltbürgerkrieg: Der Abschnitt analysiert den Aufstieg des Totalitarismus und die globale Ideologisierung von Konflikten, die den Weg in den Zweiten Weltkrieg ebneten.
V Neue Kriege als Fortsetzung der Religion mit anderen Mitteln: Dieses Kapitel betrachtet die Transformation moderner asymmetrischer Konflikte und die Rolle religiös motivierter Terrorstrategien.
VI Resümee der Arbeit: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse über den zyklischen Wandel des Kriegsbegriffs zusammen.
Kriegsbegriff, bellum iustum, ius ad bellum, Totalitarismus, Nationalsozialismus, Bolschewismus, Partisan, Terrorismus, Souveränität, Weimarer Republik, Ernst Jünger, Carl Schmitt, Kriegshegung, Feindbild, Ideologie.
Die Arbeit analysiert den Wandel des Kriegsbegriffs von einer nichtdiskriminierenden, staatlich gebundenen Form hin zu einer diskriminierenden und totalen Form, wie sie in modernen Kriegen und im Terrorismus anzutreffen ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Philosophie des gerechten Krieges (bellum iustum), der Rolle von Ideologien bei der Mobilisierung von Massen sowie der rechtlichen Einhegung des Krieges im Wandel der Zeiten.
Die Forschungsfrage befasst sich damit, wie sich der Kriegsbegriff durch politische, philosophische und technologische Veränderungen von 1914 bis zur Gegenwart verändert hat und welche Konsequenzen dies für die internationale Stabilität hat.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Analyse, die historische Ereignisse mit philosophischen Theorien von Denkern wie Hobbes, Kant, Clausewitz, Schmitt und Jünger verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen: den Ersten Weltkrieg, die Zwischenkriegszeit (Bürgerkriegsphase), den Weltbürgerkrieg (Nationalsozialismus/Kommunismus) und die Ära der neuen, asymmetrischen Kriege.
Wesentliche Begriffe sind Kriegsbegriff, Souveränität, Totalitarismus, bellum iustum, Partisan und Terrorismus.
Die Konservative Revolution wird als geistige Strömung analysiert, die die demokratischen Werte der Weimarer Republik delegitimierte und somit den Boden für totalitäre Ansätze ebnete.
Jünger und Schmitt dienen als zentrale Fallbeispiele für das Denken der Zwischenkriegszeit, deren Theorien über den "Arbeiter" beziehungsweise den "Partisanen" maßgeblich zur theoretischen Unterfütterung totalitärer und absolutistischer Kriegsauffassungen beitrugen.
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