Bachelorarbeit, 2015
34 Seiten, Note: 1,0
I EINLEITUNG
II PARIS BEERBT ROM
II.1 Antike als Norm aller Normen
II.2 Napoleonische Architektur als Ausdruck römischer Traditionen
II.3 Kaiserliche Propaganda für einen neuen „Cäsar“
II.4 Begründung des Kunstraubes
II.5 Reaktionen auf die Entwendung von Kunst
III DER LOUVRE ALS AUSSTELLUNGSORT EUROPÄISCHER KUNST
III.1 Etablierung des Nationalmuseums
III.2 Veränderungen unter Denon
IV REAKTIONEN EUROPÄISCHER TOURISTEN IN PARIS
IV.1 Attraktion Paris
IV.2 Der Louvre im Zentrum zeitgenössischer Meinungen
IV.2.1 Zentralisierung der Kunst in einem Museum
IV.2.2 Der Aufbau
IV.2.3. Die Präsentation der Werke
V FAZIT
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Inszenierung von Paris als "neues Rom" durch den systematischen Aufbau des Louvre und die Integration napoleonischer Kunstbeute zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung dieser Transformation durch zeitgenössische Reisende liegt.
II.1 Antike als Norm aller Normen
Johann Joachim Winckelmann, der als geistiger Begründer des Klassizismus im deutschsprachigen Raum gilt und dessen Einfluss auf die deutsche intellektuellen Kreise außerordentlich nachhaltig war, schreibt in seinem Werk: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst: „ Der einzige Weg für uns, groß, ja, wenn es möglich ist, unnachahmlich zu werden, ist die Nachahmung der Alten“. Für ihn ist die Antike – mit den Worten Rainer Wahls - „die Norm aller Normen“. Dass sich diese kulturelle Vorrangstellung auch auf die politische Repräsentation und Machtdarstellung übertrug, war angesichts der in Europa traditionell engen Verbindung von Kunst und Politik naheliegend.
In Kunstraub unter Napoleon hat Paul Wescher gezeigt, wie sehr die Zeit der Revolution durch das Vorbild der römischen Republik beeinflusst wurde. Dieser Einfluss ging über die Kunst hinaus und umfasste propagandistische Maßnahmen, die sich in Revolutionsfeiern und Architektur äußerten – auf die fête des arts werde ich im Kapitel II.3 noch genauer eingehen – auch auch im alltäglichen Leben – in der Mode.
In seinen Briefen erwähnt Johann Meyer, dass die antike Kunst sich in dem Pariser Stadtbild widerspiegele: „[V]or den Budenfenstern der Friseure sieht man ganz gut gerathene Kopien griechischer Büsten, von Pappe, als Perükenstöke, und die Benennungen: à la Cléopatre, à la Niobé“. Das Konzept der Antike umfasste auch die Kultur des alten Ägypten: gerade der Körperkult wurde stark durch die Ägyptomanie beeinflusst, die Denons Werk Voyage dans la Basse et Haute Égypte, das er während der Expedition von 1798 und 1799 verfasste, ausgelöst hatte. So schreibt Meyer weiter „Egyptische Sphinxe sind Generaldekorationen, egyptische Erde ist die Leibfarbe der Männer und Weiber“.
I EINLEITUNG: Die Einleitung etabliert die Forschungsfrage zur Inszenierung von Paris als "neues Rom" und stellt die Untersuchung der napoleonischen Kunstraube sowie die Rolle des Louvre in den Mittelpunkt.
II PARIS BEERBT ROM: Dieses Kapitel analysiert das ideologische Konzept der Nachahmung antiker Traditionen und deren Umsetzung durch napoleonische Bauprojekte sowie die politische Rechtfertigung der Kunstentwendungen.
III DER LOUVRE ALS AUSSTELLUNGSORT EUROPÄISCHER KUNST: Das Kapitel behandelt die Etablierung des Nationalmuseums unter Berücksichtigung der Modernisierung und der entscheidenden Rolle von Dominique-Vivant Denon.
IV REAKTIONEN EUROPÄISCHER TOURISTEN IN PARIS: Hier werden die Wahrnehmungen und Kritiken zeitgenössischer Reisender an der Zentralisierung der europäischen Kunstwerke im Louvre detailliert untersucht.
V FAZIT: Das Fazit bewertet das Projekt des "neuen Rom" als erfolgreiche kulturelle und politische Machtinszenierung, auch wenn der Begriff des "Kulturtransfers" kritisch hinterfragt wird.
Paris, Rom, Napoleon, Louvre, Kunstraub, Antike, Klassizismus, Dominique-Vivant Denon, Kulturtransfer, Propaganda, Nationalmuseum, Bildungsreise, Kunstgeschichte, Museumspädagogik, Architektur.
Die Bachelorarbeit untersucht das kulturpolitische Projekt des napoleonischen Frankreich, Paris als das neue Zentrum des europäischen Kontinents – ein "neues Rom" – zu etablieren.
Die zentralen Themen sind die napoleonische Kunstpolitik, die propagandistische Architektur, die Funktion des Louvre als zentrales Museum sowie die zeitgenössische Rezeption durch ausländische Reisende.
Das Ziel ist es, die Transformation der französischen Hauptstadt anhand des "napoleonischen Kunstraubes" und der institutionellen Umgestaltung des Louvre zu analysieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse zeitgenössischer Quellen (Briefe, Berichte) und vergleicht diese mit kunsthistorischer Fachliteratur zur napoleonischen Epoche.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der architektonischen Analogien zum antiken Rom, die Begründung des "Kulturtransfers" sowie die professionelle Neuordnung des Louvre unter Denon.
Kulturtransfer, napoleonische Kunstraube, Louvre, Antiken-Rezeption und die Rolle von Dominique-Vivant Denon.
Die Reaktionen waren gespalten: Während einige die schiere Dichte und Zugänglichkeit der Meisterwerke bewunderten, kritisierten andere den "Raub" und die Zentralisierung auf Kosten der Herkunftsländer.
Denon professionalisierte die Museumsleitung, organisierte die Ausstellung nach kunsthistorischen Gesichtspunkten und prägte das Museum als "Vorbild der historisch geschulten Museumsdirektoren".
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