Masterarbeit, 2015
392 Seiten, Note: 1,1
1. Relevanz
1.1 Muslime in Deutschland
1.2 „Ich bin kein Rassist, aber...“ – Islambild in Deutschland als Feindbild?
1.3 Primär- und Sekundärerfahrung Islam – die Rolle der Medien
1.4 Pegida und der Anschlag auf Charlie Hebdo
2. Forschungsstand
2.1 Forschungsentwicklung und -überblick
2.2 Zentrale Studien und Ergebnisse
2.3 Konkretisierung des Forschungsinteresses
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Die Nachricht zwischen Sender und Empfänger
3.2 Produktionsfaktoren
3.3 Operativer Konstruktivismus und Selektion von Themen
3.4 Selektion von Perspektiven
3.5 Multiperspektivität des medialen Islambildes
3.6 Rezeption und Rezeptionsfaktoren
3.7 TV-Nachrichten
3.7.1 Bedeutung und Potenzial der TV-Nachrichten
3.7.2 Fernsehen als Mehrkanalmedium und Rolle des Bildes
3.7.3 Tagesthemen und heute journal als Untersuchungseinheiten
3.8 Forschungsleitende Fragen
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Fernsehanalyse
4.2 Sample, Analyseeinheiten, Aufgreifkriterien
4.3 Protokoll, Transkription, Codebuch
4.4 Auswertung und Analyse der Daten, Inferenzschlüsse, Begrifflichkeiten
4.5 Reliabilität
5. Auswertung und Ergebnisse
5.1 Deskription der Daten
5.2 Themen der Berichterstattung
5.3 Antizyklische Berichterstattung, Counter Narratives
5.4 Islam-Bezug in der Pegida-Berichterstattung
5.4.1 Pegida-Berichterstattung in den Tagesthemen
5.4.2 Pegida-Berichterstattung im heute journal
5.5 Perspektiven der Islam-Berichterstattung
5.5.1 Kommunikatoren
5.5.2 Aussageobjekte
5.5.3 Entwicklung der Themenkarriere „Islam“
5.5.4 Muslime als Opfer, Täter, Helden und Helfer
5.6 Visuelle Darstellung des Islams
5.6.1 Visuelle Darstellung der Aussageobjekte Islam/Muslime
5.6.2 Visuelle Darstellung des islamistischen Terrorismus
5.6.3 Muslime als wütende Masse
5.6.4 Text-Bild-Scheren
5.6.5 Vergleich mit bisherigem Forschungsstand
5.7 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht mittels einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse, wie die öffentlich-rechtlichen Nachrichtenmagazine „Tagesthemen“ und „heute journal“ zum Jahreswechsel 2014/15 über den Islam berichteten. Das Ziel besteht darin, festzustellen, ob diese Berichterstattung ein multiperspektivisches Bild des Islams vermittelt oder durch einseitige Narrative geprägt ist, wobei die „Pegida“-Bewegung und der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ als zentrale Schlüsselereignisse dienen.
3.1 Die Nachricht zwischen Sender und Empfänger
Das 1948 durch den Politik- und Kommunikationswissenschaftler Harold D. Lasswell aufgestellte Kommunikationsmodell gilt heute als überholt (Früh 2007: 114). Es postuliert die direkte Wirkung einer Botschaft auf deren Empfänger und bescheinigt dem Kommunikator auf diese Weise eine enorme Macht über einen passiven Rezipienten. Diese simple Ursache-Wirkungs-Logik wird in der Wissenschaft bereits seit den 1970er Jahren als zu mechanisch und undifferenziert eingestuft (Hickethier 2007: 9f; Schmidt & Zurstiege 2002: 93).
Für eine Arbeit der Kommunikationswissenschaft, in deren Tradition sich die vorliegende Studie verortet, bietet sie dennoch durch ihre Einfachheit einen großen Vorteil: Sie gliedert den Kommunikationsprozess in fünf klar voneinander trennbare (Forschungs-)Bereiche und ermöglicht so eine simple Einordnung – in diesem Fall im Bereich des Abschnitts Says What, also in der Medieninhaltsforschung. Zudem gibt die Formel ein Gefühl dafür, welche Faktoren als Wirkgrößen im Kommunikationsprozess agieren: Kommunikatoren, Botschaften und Rezipienten.
Auf Basis des simplen Kommunikationsmodells Lasswells entstanden in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Modelle und Theorien. Dennoch existiert bis heute keine allumfassende Theorie der Kommunikation, ein „die Wissenschaft anleitende(s) ‚Theoriegebäude’“, wie Hickethier (2010: 373) es nennt (vgl. auch Schmidt 2002: 55).
1. Relevanz: Erörtert die gesellschaftliche Bedeutung des Islam-Diskurses in Deutschland und skizziert die Schlüsselereignisse Pegida sowie den Anschlag auf Charlie Hebdo.
2. Forschungsstand: Gibt einen Überblick über die bisherige medienwissenschaftliche Forschung zum Islambild und spezifiziert das Forschungsinteresse der vorliegenden Arbeit.
3. Theoretische Grundlagen: Erläutert kommunikationswissenschaftliche Konzepte wie den operativen Konstruktivismus, die Nachrichtenwerttheorie und die Rolle von TV-Nachrichten als Informationsmedium.
4. Methodisches Vorgehen: Beschreibt das Forschungsdesign der Inhaltsanalyse, die Auswahl der Untersuchungseinheiten und die Definition der zentralen Kategorien.
5. Auswertung und Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Daten zur Themenhäufigkeit, den Kommunikatoren, der Rolle von Muslimen und der visuellen Darstellung in den untersuchten Sendungen.
Islam-Berichterstattung, Tagesthemen, heute journal, Pegida, Charlie Hebdo, Nachrichtenwertforschung, Agenda-Setting, Multiperspektivität, Islamismus, visuelle Kommunikation, Inhaltsanalyse, Medienwirkung, Diskursanalyse, gesellschaftliche Integration.
Die Arbeit analysiert die mediale Berichterstattung über den Islam in den öffentlich-rechtlichen Nachrichtenmagazinen „Tagesthemen“ und „heute journal“ während des Jahreswechsels 2014/15.
Im Zentrum stehen die Themenkomplexe Islamismus, Terrorismus, die Berichterstattung über die Pegida-Bewegung sowie der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob der deutsche Journalismus eine multiperspektivische Darstellung des Islams bietet oder ob die Berichterstattung durch stereotype Narrative verengt wird.
Es wurde ein Mehrmethodendesign aus quantitativer und qualitativer Inhaltsanalyse gewählt, ergänzt durch eine visuelle Analyse von Bildmotiven.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Nachrichtenproduktion, die methodische Herleitung und die umfassende Auswertung der erhobenen Daten.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine detaillierte Auseinandersetzung mit der visuellen Dimension der Nachrichtenberichterstattung aus, die in der Islambildforschung bislang kaum Beachtung fand.
Das „heute journal“ setzt häufiger auf Hintergrundberichte und Gegenerzählungen (Counter Narratives) sowie auf eine explizitere Bloßstellung von Islamfeindlichkeit als die Tagesthemen.
Der Autor stellt fest, dass der Anschlag auf Charlie Hebdo einen deutlich stärkeren Wandel der Berichterstattung bewirkte als die Pegida-Demonstrationen, da er die Redaktionen kurzfristig zu einer solidarisierenden Haltung zwang.
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