Bachelorarbeit, 2010
56 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Jacques Lacans Psychoanalysetheorie
1.1. Das Imaginäre und das Spiegelstadium
1.2. Der Eintritt in die symbolische Ordnung
1.3. Der unreduzierbare Mangel
1.4. Der Phallus und die Kastration
2. “I actually think there is an element of psychosis involved here.”
2.1. Der Aufbruch ins Unbewusste
2.1.1. Realitätsebenen
2.1.2. Von transCendenZ zu eXistenZ
2. 2. Das Wort wird Fleisch
2.2.1. Der Signifikant schlägt zu - Erogene Zone Bioport
2.2.2. Das Objekt a - Die Gebärmutterkonsole
2.2.3. Im Spiegelstadium
2.3. Sein oder Nicht-Sein
2.3.1. Ted will nicht Ganz Sein
2.3.2. Allegra existiert nicht
3. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht David Cronenbergs Film "eXistenZ" mithilfe der Psychoanalysetheorie von Jacques Lacan, um aufzuzeigen, wie die Protagonisten durch das Spiel versuchen, das Register des Symbolischen zu umgehen und direkten Zugang zum Realen und zur jouissance zu finden, was in eine Psychose mündet.
2.2.1. Der Signifikant schlägt zu - Erogene Zone Bioport
Die Spiele-Schöpferin Allegra trifft in eXistenZ auf den jungfräulichen Ted Pikul, der noch keine Spielerfahrung besitzt und auch über keinen Bioport verfügt. „Don’t tell me you have never been fitted!“ fragt Allegra ihn ungläubig. Ted hat Angst um seinen Körper und spricht von einer Phobie “about having my body penetrated surgically.” Das von ihm verwendete Wort “Penetration” ist hier mehrdeutig, denn einerseits ist damit das tatsächliche Durchstechen des Körpers durch das Einsetzen eines Bioports gemeint, andererseits enthält das Wort im Englischen wie auch im Deutschen eine stark sexuelle Konnotation, die hier als das Eindringen des Phallus in den menschlichen Körper interpretiert werden kann. Im Sinne Lacans auch als das Einschneiden des phallischen Signifikanten ins Fleisch.
Allegra Geller erscheint hier als personifizierter großer Andere, der auch mit dem Begriff Schöpfer oder Gott in Verbindung gebracht werden kann. Sie ist es, die den unerfahrenen Ted ins Spiegelstadium schickt. Allegra macht sich Sorgen um ihr Spiel, ihr „Baby“ wie sie es nennt, und erklärt Ted, dass sie sich nur darüber versichern könnte, dass ihr Spiel in Ordnung sei, wenn sie es zusammen mit jemandem spielt dem sie vertrauen kann: „The only way I can tell the game’s not been contaminated (…) is to play eXistenZ. With somebody friendly.“
Einleitung: Die Arbeit stellt den kanadischen Filmemacher David Cronenberg und dessen Body-Horror-Ästhetik in den Kontext der psychoanalytischen Theorien von Jacques Lacan und Sigmund Freud.
1. Jacques Lacans Psychoanalysetheorie: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen mit Lacans drei Registern des Symbolischen, Imaginären und Realen sowie zentralen Begriffen wie dem Spiegelstadium, dem Mangel und der Funktion des Phallus.
2. “I actually think there is an element of psychosis involved here.”: Der Hauptteil analysiert Cronenbergs Film "eXistenZ", wobei die psychotischen Entwicklungen der Protagonisten Allegra und Ted anhand der theoretischen Konzepte Lacans dekonstruiert werden.
3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie das Spiel in "eXistenZ" als Versuch fungiert, die Sterblichkeit zu verdrängen, was letztlich in die Psychose und eine existenzielle Krise führt, die der Film ohne Auflösung lässt.
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Die Bachelorarbeit untersucht den Film "eXistenZ" von David Cronenberg aus einer psychoanalytischen Perspektive, insbesondere unter Anwendung der Theorien von Jacques Lacan.
Die Arbeit beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Film, menschlichem Körper, Technologie, dem Unbewussten und der Struktur der menschlichen Psyche innerhalb eines horrorästhetischen Rahmens.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Protagonisten des Films durch technologische Mittel (das Spiel) versuchen, der Realität und dem Tod zu entfliehen, und welche psychischen Konsequenzen, namentlich der Weg in die Psychose, dies mit sich bringt.
Die Autorin nutzt eine psychoanalytische Filmbetrachtung, basierend auf der strukturalistischen Psychoanalyse von Jacques Lacan, um die narrativen und visuellen Elemente des Films zu interpretieren.
Im Hauptteil werden zentrale Aspekte wie das Spiegelstadium, der Eintritt in das Unbewusste durch das Spiel, die Bedeutung von Fleisch als Metapher und die psychotische Entwicklung von Allegra und Ted detailliert analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Lacans drei Register (Symbolisch, Imaginär, Real), das Begehren, der Phallus, das Objekt a, die jouissance und der Body Horror.
Metaflesh bezeichnet das organische Material der Spielhardware in "eXistenZ". Es ist ein zentrales Element, das die Verbindung von Körper und Technologie sowie die "Fleischwerdung" von Sprache und Begehren bei Cronenberg symbolisiert.
Das Spiegelstadium ist essenziell für die Ich-Konstitution des Subjekts. Im Film verdeutlicht es die gespaltene Identität der Charaktere, die sich in ihrer virtuellen Umgebung verlieren, sobald die symbolische Ordnung (das Gesetz des Vaters) wegfällt.
Während Allegra in der Schizophrenie tendenziell die gesamte symbolische Ordnung verwirft und sich in Richtung einer vollständigen Auflösung bewegt, zeigt Ted eher paranoische Züge, indem er verzweifelt versucht, eine Art Gesetz oder Ordnung in seinem Wahn wiederherzustellen.
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