Bachelorarbeit, 2016
56 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund West Papuas
3. Die indigenen Gruppen Amung und Kamoro auf West Papua
3.1. Ernährung
3.2. Kontakt mit der Außenwelt
3.3. Glaube
3.4 Landrecht
4. Freeport auf West Papua
4.1. Entdeckung der Ertsberg-Mine
4.2. marriage of mutual convenience – Vorstellung der Akteure und ihrer Interessen
4.3 Contract of Work I, 1967
4.4 Ertsberg 1973-1988, Entdeckung Grasberg
4.5 Contract of Work II, 1991
4.6 Die Rolle des indonesischen Militärs auf West Papua und seine Verbindung zu Freeport
4.6.1 Hintergrund und Finanzierung
4.6.2 Zusammenarbeit mit Freeport
5. Entwicklungsaggression auf West Papua
5.1 Begriffsursprung und Definition nach REESE, ABRASH, GILBERT und DOYLE
5.2 Anwendbarkeit des Begriffs ‚Entwicklungsaggression’ auf die Situation auf West Papua
5.2.1 Ignorieren des indigenen Weltbilds
5.2.2 Fehlende Konsultation und Kompensation
5.2.3 Tiefgreifende Folgen für die indigene Bevölkerung
5.2.3.1 Sozio-kulturelle Folgen
5.2.3.2 Ökologische Folgen
5.3 Zwischenfazit
6. Aktuelle Situation um den Grasberg
7. Zukunft Freeports
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert, ob das Konzept der „Entwicklungsaggression“ auf die Situation der indigenen Gruppen Amung und Kamoro durch den Bergbau der Grasberg-Mine auf West Papua anwendbar ist und welche sozio-kulturellen sowie ökologischen Folgen daraus resultieren.
marriage of mutual convenience – Vorstellung der Akteure und ihrer Interessen
1965, nach dem Sturz Sukarnos und mit Machtübernahme General Suhartos, öffnete sich das Land ausländischen Investitionen. (LEITH 2003: 1-2) Freeport wandte sich mit seinem Anliegen an Jakarta und ein neues Gesetz über ausländische Investitionen ermöglichte einen Schürfungsvertrag. So begannen Verhandlungen zum Konzessionserwerb auf West Papua. Beide Seiten erwarteten, dass eine Investition Freeports profitabel für sich selbst sei und so kann man von einer marriage of mutual convenience sprechen. Im Folgenden werden die beiden Akteure bei der Abschließung des ersten Abbauvertrages sowie ihre jeweilige Interessenslage beleuchtet. (LEITH 2007: 58; RIFAI-HASAN 2009: 130)
Suharto
Eines der Hauptanliegen des Suharto-Regimes war es, nach der Abschottungspolitik Sukarnos und der seinerzeit miserablen finanziellen Lage des Landes, internationale Anerkennung und politische Unterstützung zu erlangen. Durch Auslandshilfe und ausländische Investitionen sollte die Stabilität, Entwicklung und Legitimität des Staates vorangetrieben werden. (LEITH 2003:2) So war der neuen, pro-westlichen Regierung nicht nur der politische Faktor wichtig, sondern auch der wirtschaftliche: eine political insurance policy der größten Wirtschaftsmacht, den USA. Suharto hoffte, so Unterstützung für seinen Anspruch auf West Papua zu erlangen und gleichzeitig die Verantwortung der regionalen Entwicklung an Freeport abtreten zu können. Er selber wollte sich auf die Entwicklung Javas konzentrieren, wo er Reichtum und Entwicklung akkumulierte. (LEITH 2003: 13, 61, 78-79; MCKENNA 2016: 57)
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Grasberg-Mine und die zentrale Forschungsfrage zur Anwendbarkeit des Begriffs „Entwicklungsaggression“ auf die Situation der lokalen indigenen Gruppen vor.
2. Historischer Hintergrund West Papuas: Dieses Kapitel erläutert die politische Entstehung des Konflikts, insbesondere die umstrittene Annexion durch Indonesien und den sogenannten „Act of No Choice“.
3. Die indigenen Gruppen Amung und Kamoro auf West Papua: Die Untersuchung stellt die traditionelle Lebensweise der Amung und Kamoro vor, wobei Aspekte wie Ernährung, Glaube und Landrechte im Fokus stehen.
4. Freeport auf West Papua: Dieses Kapitel analysiert die Geschichte des Minenkonzerns, die Verträge (Contracts of Work) und die problematische Allianz zwischen dem Unternehmen und dem indonesischen Militär.
5. Entwicklungsaggression auf West Papua: Hier wird der theoretische Rahmen der Entwicklungsaggression auf die Situation der indigenen Bevölkerung übertragen, inklusive der Analyse ökologischer und sozio-kultureller Folgen.
6. Aktuelle Situation um den Grasberg: Eine Bestandsaufnahme der heutigen Lage, geprägt von Streiks, Protesten und dem andauernden Einfluss des Militärs.
7. Zukunft Freeports: Dieses Kapitel erörtert die Perspektiven der Mine, insbesondere hinsichtlich der Vertragsverlängerung und der neuen ressourcennationalistischen Tendenzen Indonesiens.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Auswirkungen des Bergbaus die Kriterien der Entwicklungsaggression erfüllen und die Situation der indigenen Bevölkerung weiterhin prekär bleibt.
West Papua, Freeport, Grasberg-Mine, Entwicklungsaggression, Amung, Kamoro, Indigene Bevölkerung, Indonesisches Militär, Menschenrechtsverletzungen, Rohstoffabbau, Umweltschäden, Sonderautonomie, Bergbauverträge, Transmigration, Landrechte.
Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des Minenkonzerns Freeport und des indonesischen Bergbaus auf die indigene Bevölkerung auf West Papua, unter besonderer Berücksichtigung des Konzepts der „Entwicklungsaggression“.
Die Themen umfassen die Geschichte des Konflikts um West Papua, die Rolle des Militärs bei der Sicherung des Konzerns, die sozio-kulturelle Beeinflussung indigener Stämme sowie die Auswirkungen des Bergbauabfalls auf die Natur.
Das Ziel der Arbeit ist es zu prüfen, inwieweit der Begriff „Entwicklungsaggression“ auf die Situation vor Ort anwendbar ist und welche negativen Folgen für die Amung und Kamoro daraus resultieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die politische Dokumente, Berichte von NGOs und wissenschaftliche Abhandlungen zur Region und zum Unternehmen Freeport auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Freeport-Verträge, eine Untersuchung der Verflechtungen zwischen Militär und Wirtschaft sowie eine detaillierte Prüfung der sozio-kulturellen und ökologischen Folgen des Bergbaus.
Wichtige Begriffe sind West Papua, Freeport, Entwicklungsaggression, indigene Völker (Amung/Kamoro), Landrecht, Menschenrechtsverletzungen und ökologische Degradation.
Das Militär fungiert als Sicherheitsgarant für Freeport und erhält im Gegenzug Schutzzahlungen, was die Trennung zwischen legitimer Sicherheit und militärischer Unterdrückung der lokalen Bevölkerung faktisch unmöglich macht.
Obwohl das Sonderautonomiegesetz eine stärkere Beteiligung und Umverteilung der Gewinne vorsah, scheitert die Umsetzung an Korruption und dem Widerstand lokaler Eliten, wodurch sich die Lage für die indigene Bevölkerung kaum verbessert hat.
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